PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Europas Aktienmärkte haben trotz der unklaren Entwicklung im Iran-Konflikt am Dienstag zugelegt. Die stockenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran hinderten die Anleger in der Breite nicht am Aktienkauf.

Im Schlepptau der anhaltenden Rekordrally an den US-Börsen setzten sie hierzulande auch auf die in den USA so begehrten Technologiewerte, die im EuroStoxx ganz vorne lagen. Der Eurozonen-Leitindex ging 1,21 Prozent höher bei 6.107,85 Punkten aus dem Handel.

Außerhalb der Eurozone ging es aber gemäßigter zu: Der britische FTSE 100 schloss 0,33 Prozent höher bei 10.373,51 Zählern. Der Züricher SMI ging prozentual unverändert bei 13.305,72 Punkten aus dem Handel.

US-Präsident Donald Trump hat die "nächste Woche" als Zeitraum für eine mögliche Einigung mit dem Iran auf ein Rahmenabkommen genannt, das die Öffnung der Straße von Hormus umfasst. Das berichtete der US-Sender ABC News unter Berufung auf ein Telefon-Interview mit Trump. Aus dem Iran hieß es aber, seit mehreren Tagen schon fänden keine Gespräche mehr statt. In der Eurozone hat der Krieg die Inflationsrate im Mai auf 3,2 Prozent nach oben getrieben.

Unter den europäischen Tech-Werten ragten die Aktien des Chipkonzerns STMicroelectronics mit einem Kurssprung um 15 Prozent heraus. Das Management hatte seine Prognose für den Umsatz mit Rechenzentren in diesem Jahr nahezu verdoppelt - und schürte so viel Fantasie für den Megatrend der Künstlichen Intelligenz. Die Titel des Konkurrenten Infineon folgten der Rally und waren der Spitzenreiter im EuroStoxx, knapp vor Prosus .

Der Kurssprung um 9,4 Prozent beim Tech-Investor wurde mit dem Rückenwind der Kernbeteiligung Tencent begründet, deren Kurs in Asien ebenfalls mächtig angezogen hatte. Zudem wurde auf einen Entscheid der EU-Kommission verwiesen, wonach man sich mit dem auflagenbedingten Verkauf weiterer Anteile am Essenlieferdienst Delivery Hero mehr Zeit lassen dürfe.

Negativ fiel hingegen die Reaktion auf Aussagen zur Geschäftsentwicklung von British American Tobacco (BAT) aus. Analysten betonten mit Blick auf das zu Ende gehende erste Geschäftshalbjahr die unterschiedliche Entwicklung der Produktkategorien. Mit herkömmlichen Zigaretten laufe es mäßig, doch das Geschäft mit Alternativen sehe gut aus, schrieb RBC-Experte James Edwardes Jones. Die BAT-Aktie schloss 2,5 Prozent tiefer.

In Frankreich sorgte aus dem Gesundheitssektor Abivax für negative Schlagzeilen. Der Kurs des Biotechnologieunternehmens brach um 44 Prozent ein. Zuvor hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass einige Patienten, die an einer klinischen Studie für ein Medikament gegen entzündliche Darmerkrankungen teilgenommen hatten, an Krebs erkrankt waren./tih/he

Quelle: dpa-Afx