PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Die deutlich gesunkenen Ölpreise und Anleiherenditen haben Europas wichtigste Aktienindizes am Dienstag gestützt. Zumindest zeitweise gaben auch robuste deutsche Wirtschaftsdaten etwas Rückenwind.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
Die Ölpreise sanken trotz der Drohung mit US-amerikanischen Wirtschaftssanktionen gegen den Iran immer weiter. Eine mit Spannung erwartete Rede des US-Finanzministers Scott Bessent hatte am Montagabend keine konkreten Maßnahmen erwähnt, mit denen die USA den Kriegsgegner Iran stärker unter Druck setzen wollen. Zuvor hatte Washington von einem "Wirtschaftskrieg" gegen das Land gesprochen und damit gedroht, den Iran komplett von der Weltwirtschaft zu isolieren.
"Die von US-Präsident Donald Trump großspurig angekündigten weitreichenden Sanktionen gegen den Iran blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück", kommentierte Carsten Fritsch, Rohstoffanalyst bei der Commerzbank. Vielmehr habe der US-Finanzminister auf die Verkündung von Sekundärsanktionen gegen Käufer von iranischem Öl verzichtet. Diese stünden lediglich weiter als Drohung im Raum.
Derweil erholte sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft weiter vom Einbruch infolge des Iran-Kriegs. Das Ifo-Geschäftsklima stieg im August den vierten Monat in Folge und zudem stärker als von Analysten erwartet. "Die Zuversicht unter den Unternehmen in Deutschland hat zugenommen", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest das Ergebnis der monatlichen Umfrage unter 9.000 Unternehmen. Trotz des erneuten Energiepreisanstiegs könne sich die deutsche Wirtschaft weiter erholen.
Zunehmend stehen die am Mittwoch nach US-Börsenschluss anstehenden Quartalszahlen des US-Chipriesen Nvidia
Für den EuroStoxx-Spitzenreiter Siemens Energy
Gefragt waren auch die Aktien von Reise- und Freizeitunternehmen
Die deutlichsten Kursverluste verzeichneten am Dienstag hingegen die Anteilsscheine der Lebensmittel- und Getränkekonzerne
Quelle: dpa-Afx