PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Europas wichtigste Aktienmärkte haben am Montag verunsichert auf neue Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump reagiert und letztlich keine klare Richtung ausgebildet. Der EuroStoxx 50 schloss mit einem Minus von 0,28 Prozent bei 6.113,92 Punkten. Außerhalb der Eurozone stieg der schweizerische SMI um 0,08 Prozent auf 13.871,06 Zähler. Der britische Leitindex FTSE 100 sank um 0,02 Prozent auf 10.684,74 Zähler.
Die erste Nervosität der Anleger legte sich zwar schnell, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA dem Präsidenten Donald Trump am Freitag die rechtliche Grundlage für viele bisher verhängte Zölle entzogen hatte. Trump reagiere prompt mit der Ankündigung neuer Zölle für alle Länder.
Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets sprach nach Trumps erneutem Rundumschlag aber von einem perfekten Chaos: "Keiner weiß mehr wirklich, welche Zölle wie lange jetzt noch gelten oder ob man gar auf Rückzahlungen hoffen kann - allein die jetzt wieder herrschende Unsicherheit sorgt zunächst einmal für Nervosität und Verkäufe am Aktienmarkt."
Aus Branchensicht waren Versorgerwerte europaweit am meisten gefragt, die zuletzt wegen Italiens Interventionsplänen unter fallenden Strompreisen gelitten hatten. Enel konnte diese Sorgen nun mildern. Das operative Gewinnziel für 2026 übertraf die Erwartungen. Das Unternehmen will zudem mehr Dividende zahlen und Aktien zurückkaufen. Enel standen mit plus 6,8 Prozent an der EuroStoxx-Spitze.
Negative Schlagzeilen machte vor allem Novo Nordisk mit einem Kurseinbruch von mehr als 16 Prozent. Der ehemals für seine Abnehmmittel von Anlegern gefeierte Pharmakonzern muss bei der Entwicklung neuer Medikamente in diesem Bereich den nächsten Rückschlag hinnehmen, da das Präparat Cagrisema in einer Studie die Erwartungen nicht erfüllen konnte. Die Aktien erreichten den niedrigsten Stand seit 2021.
Die Titel des Autozulieferers Forvia verloren 8,0 Prozent nachdem die die Lichttechnik-Tochter Hella Geschäftszahlen vorgelegt hatte. Diese enttäuschte den Markt nach Angaben des JPMorgan-Fachmanns Jose Asumendi mit ihrem vorläufigen Margenziel. Der Scheinwerferhersteller geht 2026 von schwierigen Marktbedingungen aus.
In London sorgte Johnson Matthey für Enttäuschung. Der Kurs des britischen Mischkonzerns brach um gut 16 Prozent ein. Zuvor hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass es sich beim Verkauf des Geschäftsbereichs Catalyst Technologies an den US-Konzern Honeywell nur auf einen Unternehmenswert von gut 1,3 Milliarden britische Pfund habe einigen können - deutlich weniger als die noch im Mai 2025 vereinbarten 1,8 Milliarden./edh/he
Quelle: dpa-Afx