FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat zum Handelsstart am Mittwoch zugelegt. Auftrieb kam dieses Mal jedoch nicht von geopolitischer Seite, sondern vielmehr durch die gute Stimmung in der KI-getriebenen weltweiten Technologiebranche. Aussagen von US-Präsident Donald Trump sind der Auslöser. In Asien legten Aktien aus dem Halbleitersektor bereits kräftig zu.

Vor den viel beachteten US-Inflationsdaten an diesem Nachmittag gewann der deutsche Leitindex 0,7 Prozent auf 25.565 Punkte. Das Tageshoch vom Dienstag bei etwas unter 25.620 Punkten, wo derzeit in etwa die gleitende 21-Tage-Linie als wichtiger kurzfristiger Trendindikator verläuft, rückt wieder nahe.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen legte um 0,7 Prozent auf 31.094 Punkte zu. Der EuroStoxx 50 , Leitindex der Eurozone, stieg um 0,6 Prozent auf 6.360 Zähler.

"Trump hat ein unmittelbares Risiko für KI-Investments entschärft", schrieb Marktexperte Stephen Innes und verwies darauf, dass der Präsident mit seinen Äußerungen am Dienstag der KI Spielraum lasse. Nach Beratungen mit Branchenvertretern habe der Präsident eine Präferenz für freiwillige Selbstverpflichtungen, Selbstregulierung und einen kleinen Aufsichtsausschuss statt eines umfangreichen staatlichen Regelwerks signalisiert. "Für Investoren war die Botschaft ziemlich eindeutig: Washington hat nicht vor, einen Regulierungslaster quer auf die KI-Autobahn zu stellen, gerade während die Branche kräftig aufs Gaspedal tritt."

Allerdings ist Innes selbst kritisch: Die Ironie dabei sei, dass sich die Sicherheitslage gerade dann verschlechtere, wenn die Regulierung gelockert werde. "Zudem erweisen sich leistungsfähigere Modelle als schwieriger zu überwachen, was die Selbstregulierung zu einer weitaus größeren Herausforderung macht, als es zunächst den Anschein hat."

Die Anleger blenden die Gefahren jedoch vorerst aus, zumal auch noch Konjunkturdaten aus China für Erleichterung sorgten. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe war im August knapp über die Expansionsschwelle von 50 Punkten gestiegen. Politisch warnte China derweil die EU im Handelsstreit vor Konsequenzen, sollte Brüssel trotz laufender Gespräche handelspolitische Maßnahmen durchsetzen.

Die Ölpreise könnten angesichts der am Nachmittag anstehenden US-Inflationsdaten für August wieder etwas stärker in den Blick rücken. Die Daten sind ein wichtiger Faktor für den Zinskurs der Notenbank Fed.

Unter den Einzelwerten legten hierzulande - wie bereits in Asien - Techaktien mit KI-Bezug zu. Infineon stiegen um 1,0 Prozent und im MDax gewannen etwa Aixtron 2,6 Prozent und Siltronic 3,0 Prozent.

Schlusslicht im Dax waren die Papiere der Commerzbank mit minus 0,89 Prozent. Analyst Benjamin Goy von Deutsche Bank Research behielt zwar sein Kursziel von 42 Euro für die Aktie bei, strich zugleich aber seine Kaufempfehlung. Viele der Kurstreiber, etwa steigende Zinseinkünfte und üppige Ausschüttungen, seien inzwischen entweder bereits eingepreist oder durch die überdurchschnittliche Kursentwicklung am Markt inzwischen realisiert worden, schrieb er.

Im MDax sackten angesichts eines negativen Analystenkommentars Ionos mit minus 2,3 Prozent an das Index-Ende. Das Bankhaus Metzler nahm die Bewertung mit einem Kursziel von 28,50 Euro und der Einstufung "Sell" auf. Das Management der United-Internet-Tochter wolle die Anlagestory zwar in Richtung Cloud und KI lenken, Ionos bleibe allerdings in erster Linie ein traditioneller Webhoster, schrieb Veysel Taze. Der Analyst reiht das Unternehmen daher nicht in die High-Tech-Spitze ein und verweigert Ionos daher auch den entsprechenden Bewertungsaufschlag.

Asta Energy hielten im SDax die rote Laterne mit minus 4,1 Prozent. Die österreichische Beteiligungsgesellschaft ETV Montana Tech platzierte 500.000 ihrer Asta-Energy-Aktien. Das Aktienpaket des Industrieunternehmens im Umfang von 3,5 Prozent des Grundkapitals wurde zu einem Preis von 60 Euro je Aktie veräußert. Der Schlusskurs am Vortag hatte bei 64,20 Euro gelegen./ck/mis

Quelle: dpa-Afx