FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax tut sich nach seinem in der vergangenen Woche erreichten Rekordhoch weiter schwer. Die Vorgaben der Börsen aus Übersee dämpfen die Stimmung der Anleger am Dienstag. Steigende Ölpreise und höhere Anleiherenditen belasten, während sich die erhoffte Lösung im Nahost-Krieg weiterhin nicht abzeichnet.

Im frühen Handel sank der deutsche Leitindex um 0,4 Prozent auf 26.238 Punkte. Damit entfernt er sich noch ein Stück weiter von seiner am Mittwoch erreichten Bestmarke von knapp 26.574 Punkten. Der MDax , der Index der mittelgroßen Werte, verlor am Morgen 0,4 Prozent auf 32.237 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,4 Prozent auf 6.506 Punkte.

"Die Renditen 10- und 30-jähriger Bundesanleihen sind gestern auf neue 15-Jahres-Hochs geklettert", und auch in Frankreich oder den USA sehe es ähnlich aus, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners und hält dies für eine wachsende Konkurrenz für die Aktienmärkte. Obendrein verteuerten steigende Zinsen nicht nur die Refinanzierung der Staaten, sondern auch der Unternehmen.

Wieder steigende Ölpreise tragen laut Altmann ihr Übriges zur leicht angeschlagenen Stimmung bei, da sie die Inflationssorgen befeuerten. Der Preis für die Nordseesorte Brent stieg erneut deutlich über 90 US-Dollar je Barrel. Die Aussicht auf eine baldige Lösung im Krieg zwischen den USA und dem Iran haben sich weiter eingetrübt, nachdem ein Angriff auf ein Schiff in der Straße von Hormus gemeldet wurde.

Unternehmensseitig ist es weiterhin ruhig, nachdem die Berichtssaison so gut wie beendet ist. Die Aktien des Modeunternehmens Hugo Boss reagierten mit minus 0,7 Prozent kaum darauf, dass die Frasers Group ihren Anteil auf knapp unter 48 Prozent erhöhen konnte. Im Juni hatte der britische Sportartikelhersteller und Modeeinzelhändler den Aktionären ein freiwilliges Übernahmeangebot unterbreitet, dessen offizielle Frist am 13. August ausgelaufen ist.

Das SDax-Unternehmen Einhell gab detaillierte Halbjahreszahlen bekannt und bestätigte seinen Umsatzausblick auf das Gesamtjahr. Das Papier des bayerischen Werkzeugherstellers gab um 1,7 Prozent nach.

Stärker bewegten Umstufungen von Einzelwerten durch Analysten. So hat Analyst David Dymonds von der französischen Investmentbank Exane BNP Paribas das Kursziel für Lanxess von 15 auf 12 Euro gesenkt und in der Folge die Aktie von "Neutral" auf "Underperform" abgestuft. Das Papier des Spezialchemieunternehmens büßte daraufhin am MDax-Ende 4,9 Prozent ein.

Dagegen wurde die Privatbank Berenberg positiver für Sixt und die britische Bank Barclays positiver für Schott Pharma , was beiden Aktien im SDax Gewinne von 3,4 Prozent bescherte. Berenberg-Analystin Yasmin Steilen hob das Kursziel für die Aktie des Autovermieters auf 91 Euro an und ihre Bewertung auf "Buy". Angesichts der schwachen Konsumstimmung spreche zwar das Bauchgefühl gegen die Kaufempfehlung, die Aussichten sprächen aber für die Münchner, schrieb sie und erwartet unter anderem ein starkes Sommer-Reisegeschäft in Europa.

Barclays-Analyst Jonathon Unwin hob unterdessen das Kursziel für den Pharma-Verpackungsspezialisten Schott Pharma auf 27 Euro an und seine Einschätzung auf "Overweight". Nach drei Jahren sinkender Gewinnprognosen erwartet er nun eine Trendwende. Als Impulsgeber sieht er neu verhandelte Verträge und ist optimistisch für das Wachstum im Bereich "Ready-to-use"-Primärverpackungen sowie Spezialfläschchen für instabile Medikamente./ck/stk

Quelle: dpa-Afx