FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat sich zum Wochenstart stabil gezeigt. Nach seinem moderaten Plus am Freitag war er am Montagmorgen bei 26.440 Punkte nahezu unverändert und blieb damit in Reichweite seines Rekordhochs. Das hatte er am vergangenen Mittwoch mit knapp 26.574 Punkten erreicht, bevor leichte Gewinnmitnahmen einsetzen.

Der MDax , der Index der mittelgroßen Werte, sank im frühen Handel um 0,1 Prozent auf 32.430 Zähler. Der EuroStoxx 50 , Leitindex der Euroregion, stieg zugleich um 0,3 Prozent auf 6.560 Punkte.

Mit seinem seit nunmehr vier Wochen in Folge positiven Lauf hat das deutsche Börsenbarometer Dax inzwischen um sechseinhalb Prozent zugelegt und sein Jahresplus auf knapp acht Prozent ausgebaut. Seit dem Jahrestief im März - ausgelöst durch den Iran-Krieg und stark verteuerter Ölpreise - stieg es sogar um etwas mehr als 20 Prozent.

Nach Monaten voller Sorge und Ungewissheit beunruhigte die verfahrene Lage im Nahost-Konflikt die Anleger zuletzt immer weniger. Und das, obwohl in dem für 60 Tage anberaumten Rahmenabkommen zur Klärung besonders umstrittener Themen wie etwa dem Umgang mit Irans Atomprogramms weiter keine Fortschritte erzielt wurden und dieses nun ausläuft. Stattdessen goss US-Präsident Donald Trump kurz vor dem Wochenende "Öl ins Feuer", als er die Übernahme der Straße von Hormus ankündigte. Der Iran stellte daraufhin die Wiederaufnahme von Verhandlungen mit den USA offen infrage.

Anlagestratege Mislav Matejka von der Bank JPMorgan blieb derweil generell optimistisch für die Aktienmärkte. Grund dafür sind die steigenden Unternehmensgewinne. Trotz der Indexrekorde sei die Positionierung der Anleger weiter alles andere als extrem, schrieb er. Die Marktbreite nehme zu, was heißt, dass die Anstiege nicht nur von wenigen starken Werten getragen würden.

Hinzu kommt, dass in den USA die jüngsten Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten die Sorgen vor steigenden Zinsen in den USA vorerst wieder in den Hintergrund haben treten lassen.

Unternehmensseitig blieb es ruhig, zumal sich die Berichtssaison dem Ende zuneigt und nur noch wenige Firmen im Wochenverlauf aus den hinteren Reihen ihre Quartalsberichte vorlegen werden.

Im Dax erholte sich die Aktie von Infineon weiter mit plus 2,6 Prozent und war damit Index-Favorit. Das Vonovia-Papier gab derweil um 1,1 Prozent nach. Die französische Investmentbank Exane BNP nahm die Bewertung des Immobilienunternehmens mit "Underperform" wieder auf.

Im MDax profitierte der Anteilsschein von Salzgitter mit plus 6,4 Prozent von einer Empfehlung der Bank of America. Die US-Bank startete die Einstufung mit "Buy" und sieht angesichts von Handelsschutzmaßnahmen durch die EU ein Aufwärtspotenzial von 18 Prozent für die Konsensschätzung zum operativen Konzernergebnis 2027.

Die TKMS -Aktie dagegen zollte ihren jüngst kräftigen Kursgewinnen Tribut und gab am MDax-Ende 2,5 Prozent nach.

Im SDax profitierte die dort erst seit Kurzem eingezogene Aktie von OHB mit plus 4,4 Prozent von Neuigkeiten zum europäischen Satellitennetzwerk.

Wie das "Handelsblatt" (Montag) unter Berufung auf mit dem Vorgang vertrauten Personen schreibt, hat sich das belgische Start-up Aerospacelab gegen Airbus durchgesetzt und den Auftrag für den Bau des Großteils der Satelliten für das geplante Netzwerk Iris2 erhalten. Aus Deutschland sei OHB mit an Bord und werde sogenannten MEO-Satelliten herstellen, die in einer höheren Erdumlaufbahn kreisen und größer und entsprechend teurer seien. Der Auftragswert hierfür liege wohl bei knapp einer Milliarde Euro, hieße es. Airbus gaben um 0,6 Prozent nach./ck/mis

Quelle: dpa-Afx