NEW YORK (dpa-AFX) - Die Anleger konnten am Freitag in New York wieder Rekorde feiern. Sämtliche wichtigen Indizes stellten früher oder später Bestmarken auf. Sie profitierten von der Hoffnung, dass eine Verhandlungslösung im Iran-Krieg kurz bevor steht - trotz widersprüchlicher Aussagen der Konfliktparteien. Zudem sorgte der anhaltende Boom von Künstlicher Intelligenz (KI) weiter für Begehren - dieses Mal vor allem beim Computerkonzern Dell .

Der Leitindex Dow Jones Industrial stieg letztlich um 0,72 Prozent auf 51.032,46 Punkte. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,22 Prozent auf 7.580,06 Zähler hoch. Der technologielastige Nasdaq 100 legte um 0,36 Prozent auf 30.333,18 Punkte zu.

Dow und Nasdaq 100 verbuchten Wochengewinne von 0,9 beziehungsweise 2,9 Prozent. An der Nasdaq wurden die jüngsten Gewinne immer wieder von der KI-Rally getrieben. Diese hat der Nasdaq auch im Mai mit 10,5 Prozent sehr viel größere Gewinne beschert. Der Dow beendete den Monat, der eigentlich nicht als guter Börsenzeitraum bekannt ist, mit einem Plus von 2,9 Prozent.

US-Präsident Donald Trump kündigte eine "endgültige Entscheidung" zu den Verhandlungen über ein Rahmenabkommen mit dem Iran an. Berichten zufolge soll eine Einigung kurz bevorstehen. Zuletzt war jedoch offen, ob Trump einer von Unterhändlern ausgehandelten Vereinbarung zustimmen wird. Außerdem hat der Iran Trump vorgeworfen, zentrale Vereinbarungen zu verzerren oder zu ignorieren.

"Wir halten es für mehr als wahrscheinlich, dass Trump bereits an diesem Wochenende eine Einigung akzeptieren wird", schrieb die Expertin Sarah Bianchi von Evercore ISI. Sie baut darauf, dass der US-Präsident den erheblichen Risiken, die mit einer Eskalation einhergehen, äußerst ablehnend gegenüber stehen dürfte. Trump habe "nicht viele Trümpfe in der Hand", denn zum heutigen Zeitpunkt sei es für ihn wohl die bestmögliche Lösung.

Die Aktien von Dell beschleunigten ihre Rekordrally mit einem Kurssprung um 33 Prozent, der den Aktien ihren höchsten Tagesgewinn der Geschichte einbrachte. Der Computerkonzern hatte zum Auftakt seines Geschäftsjahres einen heftigen Umsatzsprung mit KI-Servern verzeichnet. "So sieht ein KI-Superzyklus aus", kommentierte der Experte Amit Daryanani von Evercore ISI diese Entwicklung. Mehrere Analysten schraubten ihre Kursziele für die Aktien massiv nach oben - bis auf 500 Euro im Falle von JPMorgan und der Bank of America.

Im Kielwasser von Dell waren viele Branchenwerte aus den Kreisen IT und Chips gefragt, dieses Mal auch ergänzt um die zuletzt eher gemiedenen Titel aus dem Software-Bereich. Titel des IT-Urgesteins IBM und der Softwarekonzerne Oracle sowie Salesforce stiegen um 8,5 bis 12,7 Prozent. Mit Amazon , Alphabet und Meta schlossen einige Tech-Größen hingegen im Minus.

Unter den Technologie-Nebenwerten fielen auch die Titel des Cloud-Speicherspezialisten NetApp und des Zugriffsmanagement-Anbieters Okta mit Kurssprüngen von bis zu 30 Prozent auf. Starke Zahlen oder Ausblicke galten hier als Ursache. SentinelOne verloren dagegen acht Prozent. Eine Empfehlung der Bank of America, den Rückschlag bei dem Cybersecurity-Unternehmen zum Kauf zu nutzen, half den Titeln im Verlauf, ihr Minus zu verringern.

Im Standardwertebereich machten die Anleger einen Bogen um konsumlastige Werte. Im Dow versammelten sich auf den hintersten Rängen Aktien wie Walt Disney , Coca-Cola , Nike , Johnson & Johnson und Walmart . Besonders schlechte Nachrichten kamen in der Branche vom Modekonzern Gap , dessen Aktien nach einer gesenkten Quartalsprognose um mehr als 15 Prozent absackten./tih/he

Quelle: dpa-Afx