NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Börsen haben am Donnerstag anfängliche leichte Verluste wettgemacht und moderat im Plus geschlossen. Für etwas Erleichterung sorgte, dass die Renditen am Anleihenmarkt zuletzt wieder sanken. Deren Anstieg hatte jüngst Befürchtungen mit Blick auf die Tragfähigkeit der exorbitant hohen Staatsschulden geweckt. Insgesamt hielten sich die Bewegungen an der Wall Street am ersten Tag des neuen Quartals in engen Grenzen.
Der Dow Jones Industrial legte geringfügig auf 50.926,56 Punkte zu. Der marktbreite S&P 500 gewann 0,19 Prozent auf 7.666,45 Zähler. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 0,31 Prozent auf 30.501,56 Punkte nach oben.
Gestützt wurde der Markt auch durch Äußerungen des stellvertretenden Vorsitzenden der Notenbank, Philip Jefferson. Seiner Auffassung nach kann es noch einige Zeit dauern, bis sich beurteilen lässt, ob weitere Zinserhöhungen erforderlich sind.
Derweil stiegen die Ölpreise wieder, was im frühen Handel noch für Verunsicherung gesorgt hatte. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im Dezember wurde zuletzt über der stark beachteten Marke von 100 US-Dollar gehandelt. Es wird befürchtet, dass die hohen Ölpreise zeitversetzt und spürbar auf das allgemeine Preisniveau durchschlagen.
Nach Einschätzung von Hamad Hussain, Rohstoffexperte beim britischen Analysehaus Capital Economics, sind die Liefermengen beim Öl weiterhin stark anfällig für eine Eskalation der geopolitischen Lage im Nahen Osten. Er wies auch auf das vergleichsweise niedrige Niveau der Ölreserven in den Industriestaaten hin.
An der Spitze des S&P 500 schnellten die Anteilsscheine von Accenture um fast 16 Prozent in die Höhe. Die Unternehmens- und Strategieberatung hatte die Anleger mit überraschend starken Quartalszahlen euphorisiert. Im Kielwasser gewannen die Papiere des Technologie- und Beratungsunternehmens IBM 2,6 Prozent.
Die Aktien von Synopsys zogen als zweitbester Wert im S&P 500 um knapp 13 Prozent an. Analysten hatten sich positiv zu dem Hersteller von Software für die elektronische Entwurfsautomatisierung geäußert, nachdem das Unternehmen im Rahmen eines Investorentags langfristige Ziele vorgestellt hatte, die als vielversprechend angesehen werden.
Im Dow hatten die Anteilsscheine von Boeing mit einem Plus von 3,4 Prozent die Nase vorn. Die gewerkschaftlich organisierten Angestellten des Flugzeugbauers hatten für die Ratifizierung eines neuen Tarifvertrags gestimmt. Damit wurde ein kostspieligen Streik verhindert, der zu weiteren Verzögerungen bei der Zulassung der neuesten Modelle von Boeing hätte führen können.
Ferner richtete sich die Aufmerksamkeit auf Micron . Der Speicherchiphersteller hatte überraschend hohe Ziele für das laufende Geschäftsquartal ausgegeben. Die Aktien sind dank des Boom-Themas KI allerdings auch schon phänomenal gut gelaufen - für 2026 steht bislang fast eine Wertvervierfachung zu Buche. Die Anteilsscheine drehten im Handelsverlauf mit dem freundlicheren Gesamtmarkt ins Plus und schlossen drei Prozent höher.
In der zweiten Reihe schellten die Papiere von Mattel um fast 19 Prozent auf 15 US-Dollar in die Höhe. Der Spielwarenkonzern hat laut einem Bericht des "Wall Street Journal" das Interesse des Markeninvestment- und Lizenzierungsunternehmens Authentic Brands Group an einer Übernahme geweckt. Authentic habe Gespräche über ein Angebot geführt, bei dem Mattel mit mehr als 20 Dollar je Aktie bewertet werden könnte, hieß es unter Berufung auf ungenannte, mit der Angelegenheit vertraute Personen./la/nas
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
Quelle: dpa-Afx