NEW YORK (dpa-AFX) - An der US-Technologiebörse Nasdaq ist eine Erholung am Freitag nach dem jüngsten Kursrutsch fehlgeschlagen. Die weiter steigenden Ölpreise wegen der Krise im Nahen Osten mahnen Anleger zur Vorsicht und schüren wenige Tage vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank am kommenden Mittwoch Inflationsängste.

Der am Vortag um fast 3 Prozent auf den tiefsten Stand seit Mitte September gesunkene Tech-Auswahlindex Nasdaq 100 schloss am Freitag prozentual unverändert bei 28.957,53 Punkten. Auf Wochensicht verbuchte er ein Minus von 0,8 Prozent. Die im Tech-Sektor dominierende KI-Fantasie hat zuletzt einige Schrammen davongetragen. Die Debatte darüber, ob sich die immens hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz am Ende auszahlen werden, bestimmt nach wie vor das Bild.

Der Leitindex Dow Jones Industrial verlor am Freitag 1,23 Prozent auf 52.215,16 Zähler. Daraus ergibt sich eine Wochenbilanz von plus 0,4 Prozent. Für den marktbreiten S&P 500 ging es zum Wochenschluss um 0,52 Prozent auf 7.623,68 Punkte nach unten. Er verzeichnete damit für die beendete Handelswoche ein Minus von 0,5 Prozent.

Der Dow hat sich im Oktober bereits sichtbar von den zwei vorangegangenen, schwachen Monaten erholt. Dagegen ist der Nasdaq von seinem früh im Oktober erreichten Rekordhoch deutlich zurückgefallen. Im bisherigen Jahresverlauf liegt er aber immer noch vorn.

Bei American Express stand zum Wochenschluss ein Kursrückgang von 3,7 Prozent zu Buche, obwohl der Finanzkonzern nach Quartalszahlen sein Gewinnziel für 2026 angehoben hatte. American Express streicht rund 3.500 Stellen und will auf diese Weise die steigenden Kosten in den Griff bekommen. Im Dow landeten die Papiere auf dem letzten Platz.

Chevron führten den Dow mit einem Zuwachs von 2,9 Prozent an. Auch seit Jahresbeginn sind die Chevron-Papiere mit einem Plus von 53 Prozent der stärkste Wert im US-Leitindex. Der Energiekonzern profitiert vor allem von den steigenden Ölpreisen. Dem Ölsektor insgesamt gaben am Freitag Kursgewinne von 7,1 Prozent für den Ölfelddienstleister SLB (ehemals Schlumberger) nach Quartalszahlen Auftrieb. SLB sprach zudem von einer allmählichen Erholung seiner Geschäfte im Nahen Osten trotz Unterbrechungen durch den Iran-Krieg.

SpaceX verhandelt Kreisen zufolge mit zumindest einem großen Anbieter über den Kauf von mindestens 80.000 Mobilfunkmasten und würde damit in das herkömmliche Mobilfunkgeschäft einsteigen. Bislang verdient der Raumfahrt- und KI-Konzern von Elon Musk in diesem Bereich sein Geld mit dem satellitengestützten Internetdienst Starlink. Eines der Unternehmen, mit denen SpaceX derzeit Gespräche führt, ist Crown Castle , das zusammen mit American Tower und der nicht börsennotierten Vertical Bridge zu den größten Eigentümern von Mobilfunkmasten zählt.

Während Crown Castle mit einem Plus von 9,1 Prozent und American Tower mit plus 4,1 Prozent von den Nachrichten profitierten, wurden Aktien von Mobilfunkanbietern davon belastet. AT&T und T-Mobile US verloren 8 beziehungsweise 7,7 Prozent aufgrund der Befürchtungen hinsichtlich der neuen Konkurrenz. SpaceX legten um 1,9 Prozent zu./ajx/he

Quelle: dpa-Afx