NEW YORK (dpa-AFX) - Nach ihrem zuletzt starken Lauf haben die US-Aktienmärkte am Donnerstag den Rückwärtsgang eingelegt. Als Grund nannten Händler die Entwicklung der Ölpreise. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli notierte zuletzt nur noch leicht im Minus, nachdem der Preis zuvor deutlich mehr nachgegeben hatte.
Der Dow Jones Industrial schloss 0,63 Prozent tiefer bei 49.596,97 Punkten, nachdem er anfangs kurzzeitig über die Marke von 50.000 Punkten geklettert war. Der marktbreite S&P 500 erklomm zunächst ein Rekordhoch, drehte aber ins Minus und verlor letztlich 0,38 Prozent auf 7.337,11 Zähler. Für den Nasdaq 100 ging es am Ende um 0,12 Prozent auf 28.563,95 Punkte abwärts, nachdem der technologielastige Auswahlindex anfangs ebenfalls einen weiteren Höchststand erreicht hatte.
Laut einem Bericht des "Wall Street Journal", erwägen die USA, die Blockade der Straße von Hormuz wieder aufzunehmen. Unterdessen meldeten iranische Medien mehrere Explosionen am Persischen Golf. Nahe der Hafenstadt Bandar Abbas an der Südküste seien Explosionsgeräusche zu hören gewesen, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars. Zudem habe es Schusswechsel zwischen iranischen Streitkräften und dem "Feind" gegeben.
Irans Regierung prüft nach eigenen Angaben weiterhin einen Verhandlungsvorschlag aus den USA. Washington hatte Teheran eine einseitige Absichtserklärung mit 14 Punkten unterbreitet. Ziel ist es dabei unter anderem, einen Rahmen für zunächst 30 Tage dauernde Verhandlungen zu schaffen, um den Krieg zu beenden.
Die McDonald's-Aktie sank nach anfänglichen klaren Gewinnen am Ende um 0,1 Prozent. Der Konzernumsatz und der bereinigte Gewinn der Schnellrestaurant-Kette fielen im ersten Quartal überraschend gut aus. Im zweiten Quartal dürfte es aber eine spürbare Verlangsamung der Umsatzentwicklung geben, sagte Firmenchef Chris Kempczinski. Die Stimmung der Konsumenten werde etwas schlechter. Zudem erhöhe der Iran-Krieg das Inflationsrisiko.
Die Papiere von Tesla legten um 3,3 Prozent zu. Der E-Autohersteller hatte Auslieferungszahlen in China für den Monat April bekannt gegeben und im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 36 Prozent gemeldet.
Die Anteilscheine von Citigroup gewannen 1,2 Prozent. Die US-Bank will zwar Aktien im Wert von 30 Milliarden Dollar zurückkaufen, doch am Markt hatte man sich ein noch größeres Volumen erhofft.
Arm Holdings warnte anlässlich der Zahlenvorlage vor einer Flaute in der Smartphone-Branche, wodurch eine entscheidende Einnahmequelle des Unternehmens beeinträchtigt würde. Der Chipdesigner erwartet allerdings, dass das Wachstum im Bereich der KI-Rechenzentren diesen Einbruch mehr als ausgleichen wird. Die Arm-Titel büßten mehr als 10 Prozent ein.
Die Aktien von Datadog verzeichneten mit einem Kursplus von bis zu 38 Prozent den stärksten Kursanstieg seit mehr als sechs Jahren und kamen damit ihrem Rekordhoch vom November 2025 wieder sehr nahe. Letztlich stand ein Gewinn von gut 31 Prozent zu Buche. Der Softwareentwickler erhöhte Jahresziele für Umsatz und Gewinn und übertraf damit die Erwartungen der Wall Street bei weitem./edh/he
Quelle: dpa-Afx