NEW YORK (dpa-AFX) - Sinkende Anleiherenditen haben am Mittwoch die US-Börsen gestützt. Das US-Finanzministerium hatte angekündigt, Rückkäufe langlaufender Anleihen zu erhöhen. Besonders deutlich sank daraufhin die Rendite von 30-jährigen Anleihen, deren Anstieg am Vortag Aktien-Anlegern noch Sorgen bereitet hatte. Gründe waren gestiegene Inflationssorgen, der Iran-Krieg, eine stark steigende Staatsverschuldung und der Kapitalbedarf großer KI-Unternehmen.

Zum Börsenschluss legte der Leitindex Dow Jones Industrial um 0,22 Prozent auf 53.463,05 Punkte zu. Der von Techwerten bestimmte Nasdaq 100 sank um 0,22 Prozent auf 29.426,02 Zähler. Der marktbreite S&P 500 gewann 0,21 Prozent auf 7.707,98 Zähler.

Nachrichten aus der Biotech-Branche sorgten für Aufsehen und lösten deutliche Kurssprünge aus. Nach einer erfolgreichen gemeinsamen Studie von Moderna und Merck & Co zu einem Melanom-Impfstoff sprang der Kurs der Moderna-Aktien um 177 Prozent in die Höhe. Dieser Anstieg ließ die Marktkapitalisierung von Moderna allein an diesem Tag um 44 Milliarden Dollar auf rund 70 Milliarden Dollar steigen.

Die Papiere von Merck & Co legten in Rekordhöhen um 12,6 Prozent zu. Im Schlepptau von Moderna und Merck schnellte auch der Kurs des Impfstoffentwicklers Biontech um 22 Prozent hoch.

Papiere von Goldminen-Betreibern legten kräftig zu, nachdem der Goldpreis im Zuge der gesunkenen US-Renditen deutlich angezogen hatte. Agnico Eagle und Barrick Mining gewannen gut 11 beziehungsweise mehr als 7 Prozent.

Marvell Technology und Alphabet gaben eine erweiterte Partnerschaft im Bereich der Chip-Entwicklung bekannt, die eine Optionsvereinbarung von Marvell beinhaltet, die es dem Suchmaschinenriesen ermöglicht, Aktien im Wert von bis zu 12,2 Milliarden US-Dollar zu erwerben. Marvell sprangen um rund 10 Prozent hoch. Alphabet schlossen knapp im Plus.

Analysten zufolge geht die Kooperation zulasten des Chipkonzerns von Broadcom , dessen Aktien 4,6 Prozent verloren. Auch andere Aktien aus dem Halbleitersegment ließen am Mittwoch deutlich Federn. Apple und Amazon gewannen hingegen jeweils mehr als 2 Prozent.

Die Titel des Kosmetikunternehmens Estee Lauder sprangen nach besser als erwartet ausgefallenen Geschäftszahlen um 16,3 Prozent in die Höhe, jene des Einzelhändlers Target nach einem erhöhten Ausblick um 4,3 Prozent./ajx/he

Quelle: dpa-Afx