BAGSVAERD (dpa-AFX) - Novo Nordisk
Zudem kündigte der Konzern am Mittwoch einen neuen Finanzchef an. Luigi La Corte von der Galderma Group löst auf dem Posten Karsten Munk Knudsen ab. Der Manager werde nach 27 Jahren im Konzern diesen zum Jahresende verlassen.
Am Vormittag notierte die Aktie als Spitzenreiter im Stoxx 50 zuletzt mehr als 4 Prozent höher. Seit Jahresbeginn hat der Kurs aber noch immer um rund 15 Prozent nachgegeben, während die Papiere des US-Konkurrenten Lilly
Analysten lobten in ersten Reaktionen das Zahlenwerk von Novo Nordisk. Die meisten wichtigen Produkte hätten sich überraschend gut entwickelt, schrieb etwa Michael Leuchten von der Investmentbank Jefferies. Laut Richard Vosser von der US-Bank JPMorgan könnten die Erwartungen nun um drei Prozent steigen, denn die Quartalszahlen seien stark und klar über den durchschnittlichen Analystenprognosen ausgefallen.
Novo-Nordisk-Chef Maziar Mike Doustdar geht nun für 2026 davon aus, dass der bereinigte Umsatz und der bereinigte operative Gewinn zu konstanten Wechselkursen sich in einer Spanne von minus 2 bis plus 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verändern werden. Damit hält das Management bei beiden Kennziffern erstmals auch Verbesserungen für möglich.
Noch zum Start in das Jahr hatte der Konzern einen Rückgang von Umsatz und Betriebsgewinn um 5 bis 13 Prozent prophezeit, diese Prognose dann aber schrittweise angehoben. Grund für den Optimismus seien die verbesserten Aussichten für die Medikamente auf Basis der GLP-1-Technologie, hieß es aktuell. Hierzu zählen der Gewichtssenker Wegovy und das Diabetes-Mittel Ozempic.
Im harten Wettkampf mit dem Pharmakonzern Lilly um Marktanteile auf dem Wachstumsmarkt für Gewichtssenker konnte Novo Nordisk zuletzt einen Erfolg verbuchen: Die Abnehmtablette der Dänen kommt besser bei den Patientinnen und Patienten an als die - etwas später gestartete - Tablette des Widersachers aus den USA. Lilly hat aber ebenfalls erst kürzlich angesichts der stark steigenden Nachfrage nach seinen Medikamenten die Prognose angehoben.
Im dritten Quartal übertraf Novos Wegovy-Pille die Erwartungen von Analysten mit einem Umsatz von 5,4 Milliarden Kronen. Im kommenden Jahr soll die Tablette in mehr als 20 Märkten erhältlich sein, teilte Novo weiter mit. Gestartet ist sie bereits unter anderem in den USA, Großbritannien und Deutschland.
Auch Wegovy in Spritzenform (20,4 Mrd) schlug sich besser als gedacht, und der Umsatz mit dem bereits älteren Diabetesmittel Ozempic ging mit 29,7 Milliarden weniger stark zurück als befürchtet. Zusammen spülten Wegovy und Ozempic in Spritzen- und Tablettenform dem Konzern rund 76 Prozent vom Konzernumsatz in die Kasse. Der gesamte Erlös kletterte nominal um sechs Prozent auf 79,2 Milliarden Kronen. Bereinigt und abseits der Wechselkurse lag das Plus mit vier Prozent über der neuen Jahresprognose.
Der bereinigte operative Gewinn zog gar um gut ein Drittel auf 31,7 Milliarden Kronen an. Unter dem Strich musste der Konzern aber einen Gewinnrückgang um 16 Prozent auf gut 16,7 Milliarden Dollar hinnehmen. Als Grund führte Novo Nordisk Kosten für die Kapazitätsanpassung in seinem Produktionsnetzwerk an sowie milliardenschwere Abschreibungen auf sein Medikament Ziltivekimab. Studien mit dem Herz-Kreislaufmedikament waren gescheitert. Für den Konzern, der versucht, sein Geschäft über Diabetes- und Adipositasmittel hinaus auszubauen, war dies ein Rückschlag.
Dabei ist der Druck groß, denn Investoren befürchten, dass Novo Nordisks GLP-1-Medikamente der nächsten Generation nicht mit dem Angebot des US-Widersachers mithalten können. Im Fokus steht insbesondere das Medikament Cagrisema, denn in klinischen Studien blieb die erzielte Gewichtsabnahme mit dem Mittel hinter den Erwartungen der Anleger zurück./tav/mne/jha/
Quelle: dpa-Afx