Die US-Regierung greift massiv in den Anleihenmarkt ein – und das zeigt Wirkung. Warum Aktien, Gold und der Bitcoin heute steigen – und wie lange das anhalten wird.

Die Ankündigung von US-Finanzminister Scott Bessent, das Volumen für die Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen ab September zu verdoppeln, führt an den Börsen zu einem Kursfeuerwerk. Nicht nur Aktien steigen, sondern auch Gold und sogar der Bitcoin. John Briggs, Zinsstratege bei Natixis North America, kommentierte den Schritt gegenüber Bloomberg mit den Worten: „Jetzt wissen wir, wo die Schmerzpunkte liegen.“

Zuvor hatte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen die Marke von 4,7 Prozent übersprungen, die für 30-jährige Anleihen erreichte sogar 5,33 Prozent.

Mit den Rückkäufen treibt Bessent die Kurse der Anleihen in die Höhe und damit die Renditen nach unten.

Warum der Schritt so bedeutend ist

Die Verdopplung der Käufe von zwei auf vier Milliarden US-Dollar pro Tranche klingt klein, ist aber in der Größenordnung außergewöhnlich. Im vierten Quartal stünden etwa sechs bis acht solcher Operationen an, erklärte Furkan Yildirim auf der Plattform „X“. Das heiße, dass die Ankündigung binnen weniger Monate 12 bis 16 Milliarden US-Dollar zusätzlich in den Markt bringen werde.

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Der Markt für US-Staatsanleihen ist rund 30 Billionen US-Dollar groß, der Schuldenberg der USA ist zuletzt sogar über 40 Billionen US-Dollar angewachsen. Doch die meisten Investoren halten ihre Anleihen bis zur Fälligkeit. Das tägliche Handelsvolumen ist also viel kleiner, deshalb hat die Ankündigung der US-Regierung auch so eine große Wirkung.

Risiko-Assets gefragt

Die Aussicht auf frisches Geld ließ die Investoren sofort wieder zu riskanteren Assetklassen greifen: Nicht nur Technologietitel steigen, auch der Bitcoin sprang in den vergangenen 18 Stunden schlagartig um mehr als sieben Prozent in die Höhe und bewegt sich plötzlich wieder auf die Marke von 70.000 US-Dollar zu.

Bitcoin (ISIN: CRYPT0000BTC)

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Der Knackpunkt an Bessents Plan

In ihrer Euphorie blenden die Märkte aus, dass der Schuldenberg der USA durch die Operation um keinen Cent sinkt – im Gegenteil. Um die Zukäufe zu finanzieren, muss Bessent weiter kurzlaufende Anleihen emittieren, er tauscht also langfristige Schulden gegen kurzfristige. Das erscheint plausibel, weil die kurzfristigen Zinsen deutlich niedriger notieren und von der US-Notenbank eher über ihren Leitzins gesteuert werden können. Gleichzeitig erhöht diese Strategie das Zinsänderungsrisiko: Sobald auch die kurzfristigen Zinsen steigen – was Ökonomen wegen der anhaltend hohen Inflation für unausweichlich halten – bekämen die USA ein neues Billionen-Dollar-Problem. Schon jetzt zahlen die USA jeden Tag 3 Milliarden US-Dollar Zinsen auf ihre Staatsschulden.

Kurzfristig hat Bessent ein mächtiges Zeichen gesetzt und die Renditen tatsächlich schon durch die bloße Ankündigung gedrückt. Langfristig könnte ihm die Strategie noch auf die Füße fallen.

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