Beide Konzerne ­bleiben operativ auf Kurs. Dennoch spricht momentan einiges für seitwärts laufende Kurse. Mit ­Bonus-Cap-Zertifikaten können Anleger indes profitieren, auch ohne dass die Kurse der beiden Aktien steigen.

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst am 9. September in der BÖRSE ONLINE-Ausgabe 38/26. Wenn Sie in Zukunft als Erstes die Einschätzung unserer Experten lesen wollen, dann werfen Sie einen Blick auf dieses Angebot.

Aktuell hält sich hartnäckig die Spekulation über eine Fusion der Deutschen Telekom mit der amerikanischen Tochter T-Mobile US zu ­einem multinationalen Telekommunikationskonzern. Konzernchef Tim Höttges gilt ohnehin als Verfechter einer stärkeren Konsolidierung des Telekommunikationsmarkts, er verwies bereits auf die Fragmentierung mit über 100 Betreibern in Europa gegenüber jeweils nur drei großen Anbietern in den Vereinigten Staaten und China. Ein Zusammenschluss mit T-Mo­bile US wäre einer der größten Deals der Börsengeschichte, müsste aber über eine Kapitalerhöhung finanziert werden, für die eine Mehrheit von 75 Prozent der Aktionäre erforderlich ist. Das Bundesfinanzministerium und die bundeseigene KfW halten zusammen 28 Prozent der Telekom-Aktien und damit eine Sperrminorität. Einerseits nährt die Aussicht auf einen globalen Telekom-Champion Fantasie, andererseits schrecken die hohen finanziellen und politischen Hürden, allen voran die notwendige Zustimmung der öffentlichen Hand und das Risiko einer Verwässerung durch die Ausgabe neuer Aktien, ab. Zudem wächst die Konkurrenz durch satellitengestützte Internetdienste wie Starlink von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX. Insbesondere in ländlichen und schwer ­erschließbaren Regionen, in denen der Ausbau von Glasfaser- und Mobilfunknetzen aufwendig und teuer ist, könnte Satelliteninternet dem klassischen Netzgeschäft der Telekom mittelfristig Kunden abspenstig machen. Die Reichweite von Diensten wie Starlink ist zwar bislang begrenzt und die Bandbreite pro Nutzer geringer als bei Glasfaser, doch mit sinkenden Kosten und wachsender Satellitenkapazität wächst die potenzielle Konkurrenz für etablierte Netzbetreiber. SpaceX kündigte zudem an, Starlink zu einem umfassenderen Mobilfunkdienst auszubauen. Der Konzern erwarb bereits 2025 vom US-Kommunikationskonzern EchoStar in zwei Transaktionen insgesamt 65 MHz an US-Mobilfunkfrequenzen für rund 19,6 Milliarden US-Dollar. Auch dieser strukturelle Unsicherheitsfaktor dürfte dazu beitragen, dass sich Anleger bei der Telekom-Aktie derzeit eher zurückhaltend zeigen.

Operativ läuft es gut
Auf der anderen Seite stimmen die Zahlen. Für das erste Halbjahr legte die Deutsche Telekom gute Zahlen vor. Die organischen Serviceumsätze stiegen um 3,9 Prozent, das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen nach Leasing kletterte um 7,4 Prozent, der freie Barmittelzufluss legte um 1,8 Prozent zu. Der bereinigte Gewinn je Aktie wuchs um mehr als zehn Prozent auf 0,58 Euro. Auf Basis der guten Geschäftsentwicklung hob die Konzernführung die Prognose für das laufende Geschäftsjahr an, vor allem wegen des stärker als erwarteten Free Cashflows nach Leasing bei T-Mobile US. Anleger, die von einer Seitwärtsbewegung der Telekom-Aktie profitieren wollen, können auf ein Capped-Bonus-Zertifikat der DZ Bank setzen. Solange die Aktie die Barriere von 22,50 Euro bis zum Bewertungstag nicht berührt, zahlt das Papier das Bonuslevel von 35 Euro aus, was ausgehend vom aktuellen Briefkurs einer möglichen Rendite von knapp 21 Prozent bis zum Bewertungstag im September 2027 entspricht. Wird die Barriere berührt, verhält sich das Zertifikat wie die Aktie selbst, und das gezahlte Aufgeld von 2,7 Prozent ist verloren. Auch beim Netzbetreiber Eon spricht momentan einiges für einen seitwärts laufenden Kurs. Politischer Druck wegen ­hoher Netzentgelte könnte die Ertragsaussichten dämpfen. Gleichzeitig limitiert der hohe Kapitalbedarf für den Netzausbau kurzfristig den finanziellen Spielraum für zusätzliche Kurstreiber wie höhere Ausschüttungen. Die bestätigte Prognose und die soliden Halbjahreszahlen liefern auf der anderen Seite Stabilität. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg leicht auf 5,4 Milliarden Euro, der bereinigte Nettogewinn lag mit rund 1,92 Milliarden Euro im Rahmen der Erwartungen. Die Investitionen lagen mit 3,2 Milliarden Euro für das erste Halbjahr weiterhin auf hohem Niveau, alle drei großen Ratingagenturen bestätigten zuletzt jedoch die komfortable Bilanzposition von Eon mit stabilem Ausblick. Für den Zeitraum von 2026 bis 2030 hat sich der Konzern einen Investitionsplan von 40 Milliarden Euro vorgenommen, vor allem für den Ausbau der Verteilnetze, die angesichts der zunehmenden Elektrifizierung, des Ausbaus erneuerbarer Energien und des steigenden Strombedarfs für Rechenzentren dringend benötigt werden. Wer von einer Seitwärtsbewegung der Eon-Aktie profitieren will, kann auf ein Capped-Bonus-Zertifikat der HSBC zurückgreifen. Solange die Aktie die Barriere von 14,50 Euro bis zum Bewertungstag nicht berührt, zahlt das Papier das Bonuslevel von 23 Euro aus, was ausgehend vom aktuellen Briefkurs einer möglichen Rendite von knapp 15 Prozent bis zum Bewertungstag im Juni 2027 entspricht. Wird die Barriere berührt, entwickelt sich das Zertifikat wie die Aktie, das gezahlte Aufgeld von knapp 13 Prozent geht dann verloren.

Fazit

Bei der Deutschen Telekom und Eon setzen Anleger mit den Capped-Bonus-Zertifikaten auf stabile bis moderat steigende Kurse. Solange die Aktien die jeweiligen Barrieren nicht berühren, zahlen die Produkte am Bewertungstag den festen Höchstbetrag aus. Steigen die Aktien darüber hinaus, bleibt die Auszahlung wegen des Caps begrenzt; bei einer Barriereverletzung entfällt der Bonus und das Aufgeld ist verloren.

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Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Deutsche Telekom, E.on.