Goldman Sachs bleibt für den S&P 500 optimistisch. Doch die Bank verweist auch auf Risiken - wie die Billionenfrage.
Was wird 2026 für die Börse noch bringen? Goldman Sachs rechnet erst einmal damit, dass die meisten Unternehmen die Erwartungen erneut übertreffen. Demnach verweist das Strategenteam um Ben Snider in einer Analyse, von der mehrere US-Finanzmedien berichten, auf Konsensschätzungen von 27 Prozent Gewinnwachstum je Aktie für den S&P 500 im dritten Quartal. Der entscheidende Treiber dabei sei der Ausbau der KI-Infrastruktur.
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Goldman-Bericht: Zwei Chipkonzerne mit enormem Einfluss
Besonders auffällig ist die Verteilung des erwarteten Gewinnzuwachses. KI-Infrastrukturunternehmen sollen mehr als die Hälfte dazu beitragen. Auf die zehn größten Wachstumstreiber entfallen laut dem Bericht 68 Prozent, auf Nvidia und Micron zusammen mehr als ein Drittel. Informationstechnologie und Energie dürften insgesamt fast 80 Prozent des Gewinnwachstums liefern.
Für Anleger wird deshalb vor allem wichtig, wie die nächsten Zahlen der beiden Chipkonzerne ausfallen werden und ob die Erwartungen für die folgenden Quartale weiter steigen können. Wenn wenige Unternehmen einen so großen Teil des zusätzlichen Gewinns liefern, bekommen Enttäuschungen bei diesen Konzernen besonderes Gewicht.
Wie unterschiedlich die Lage innerhalb des S&P 500 ausfällt, zeigt der Blick auf das mittlere Unternehmen, also den Median: Für dieses erwarten Analysten laut dem Goldman-Bericht lediglich neun Prozent Gewinnwachstum, nach 14 Prozent im Vorquartal. Die erwartete Nettomarge sinkt von 15,1 auf 14,7 Prozent.
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Die Billionenfrage: Was bringt das viele Geld?
Der nächste Test betrifft die großen Cloudanbieter. Nach der Goldman-Analyse sollen die Investitionsausgaben der Hyperscaler im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 116 Prozent steigen. Zugleich erwarten die Goldman-Analysten, dass das gemeinsame Cloud-Umsatzwachstum von Amazon, Alphabet, Microsoft und Oracle von 48 auf 55 Prozent anzieht. Für 2027 sieht die Bank die Hyperscaler-Investitionen sogar oberhalb der rund 1,1 Billionen Dollar, die derzeit in den Konsensprognosen enthalten sind.
Für Chiplieferanten ist dieser Ausbau ein Nachfrageimpuls. Für die Käufer der Infrastruktur zählt dagegen, ob daraus dauerhaft rentable Geschäfte entstehen. Goldman hatte bereits in einer eigenen Veröffentlichung vom Mai betont, dass ausreichende Renditen auf KI-Investitionen letztlich Produktivitätsgewinne bei den Unternehmenskunden voraussetzen. Schon damals empfahl Stratege Snider angesichts der engen Marktbreite eine Diversifikation über KI-Infrastrukturaktien hinaus.
Was Anleger jetzt beobachten sollten
Goldman bleibt dennoch optimistisch: Laut dem aktuellen Bericht liegt das Jahresendziel für den S&P 500 bei 8000 Punkten, das Zwölfmonatsziel bei 8700 Punkten. Bezogen auf den im Bericht verwendeten Indexstand entspricht das etwa vier beziehungsweise 13 Prozent Potenzial.
Für Anleger lassen sich daraus drei Prüfpunkte ableiten: Bestätigen die Chiplieferanten die starke Nachfrage? Können die Cloudkonzerne ihre wachsenden Investitionen mit zusätzlichen Umsätzen und belastbaren Margen rechtfertigen? Und verbreitert sich das Gewinnwachstum außerhalb der bisherigen Gewinner?
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Häufige Fragen
Welches Kursziel nennt Goldman Sachs für den S&P 500?
Laut aktueller Analyse liegt das Jahresendziel für 2026 bei 8000 Punkten. Auf Sicht von zwölf Monaten erwartet die Bank 8700 Punkte. Gegenüber dem im Bericht verwendeten Indexstand entspricht das einem Potenzial von rund vier beziehungsweise 13 Prozent.
Warum sind Nvidia und Micron für das Gewinnwachstum so wichtig?
Nvidia und Micron sollen laut dem Bericht zusammen mehr als ein Drittel des erwarteten Gewinnwachstums im S&P 500 im dritten Quartal beitragen. Beide profitieren vom Ausbau der KI-Infrastruktur. Gemeint ist ihr Anteil am zusätzlichen Gewinn – nicht am gesamten Gewinn des Index.
Welche Risiken sieht Goldman Sachs beim KI-Boom?
Das erwartete Gewinnwachstum hängt stark von wenigen Unternehmen ab. Zugleich müssen die großen Cloudanbieter zeigen, dass ihre hohen Investitionen dauerhaft rentable Geschäfte schaffen. Für Anleger sind deshalb neben der Chipnachfrage auch die Cloud-Umsätze, die Margen und messbare Produktivitätsgewinne durch KI entscheidend.
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