Der Schreck über die zum Teil heftigen Kurstürze bei KI- und Chipaktien steckt vielen Anlegern noch in den Knochen. Doch der Schweizer Börsenexperte Thierry Borgeat rechnet fest mit einer baldigen Rally – das sind seine Gründe.
In der Nacht zum Mittwoch enden die Kongress-Wahlen („Midterms“) in den USA, mit ersten Ergebnissen wird im Laufe des Mittwochs gerechnet. Auch die Börsianer fiebern diesem Ereignis entgegen – dabei ist es ihnen „völlig egal, wer gewinnt“, sagt der Schweizer Fondsmanager Thierry Borgeat. „Hauptsache, das Ding ist endlich durch.“
Immer auf dem Laufenden bleiben: Jetzt die BÖRSE ONLINE-App herunterladen ( iOS/ Android) und unter "Einstellungen" die Benachrichtigungen aktivieren.
„Hauptsache, das Ding ist durch“
Entscheidend sei nämlich, dass nach den Wahlen Unsicherheit aus dem Markt verschwindet. Das erkläre auch, warum statistisch gesehen die Monate nach den Midterm-Wahlen fast immer die besten des Jahres seien, sagt der Mitgründer des Investment- und Researchhauses arvy in Zürich.
Warum das so ist? „Gute Nachrichten und schlechte Nachrichten, die kann ich einpreisen, danach kann ich meine Modelle anpassen.“ Unsicherheit sei dagegen wie eine dunkle Wolke, unter der sich keiner entscheidet. Nach dem 3. November könnten die Börsianer nun „endlich wieder nach vorne schauen, weil die besten sechs bis neun Monate an der Börse jetzt erst vor uns liegen“. Das belegt Borgeat mit einem Chart der US-Investmentbank J.P. Morgan, der den typischen Verlauf des S&P 500-Index in Midterm-Jahren zeigt.
Nach den Midterms startete meist die Rally
Es sei üblich, dass der Index im September/Oktober, also kurz vor den Midterms, ein Tief markiert und dann, quasi direkt nach den Wahlen, die Jahresendrally startet. Das wäre also genau jetzt.
Dieser typische Verlauf habe seine Ursache darin, dass vor Wahlen in der Politik sehr oft vor allem die Probleme im Land thematisiert werden, was auf die Stimmung drückt. Nach den Midterms bemühten sich die Politiker dann aber, wieder das Positive herauszustellen und positive Entwicklungen auch medial zu pushen.
Die Korrektur liegt schon hinter uns
Hinzu komme im Jahr 2026, dass „wir eigentlich schon eine starke Korrektur im Markt gesehen haben, vor allem bei den Halbleiter-Aktien“, sagt Borgeat. Fazit: „Da kommt ein Cocktail zusammen, der doch eher sehr positiv sein wird, sodass man eigentlich eine breite Rally erwarten dürfte.“
Das komplette Interview mit Thierry Borgeat sehen Sie auf dem Youtube-Kanal von BÖRSE ONLINE
Nach dem Rücksetzer erst recht auf den KI-Boom setzen
Mit dem „Künstliche Intelligenz-Index“ von BÖRSE ONLINE investieren Sie gleichzeitig in 17 führende Treiber des KI-Booms. Hier mehr erfahren.
Warum glaubt der Schweizer Börsenexperte Thierry Borgeat, dass die Aktienkurse nach dem Abschluss der US-Kongresswahlen ("Midterms") steigen werden?
Nach den Wahlen schwindet Unsicherheit aus dem Markt. „Gute Nachrichten und schlechte Nachrichten, die kann ich einpreisen, danach kann ich meine Modelle anpassen“, sagt der Mitgründer des Investment- und Researchhauses arvy in Zürich. Unsicherheit sei dagegen vergleichbar mit einer dunklen Wolke, unter der sich keiner entscheidet. Nach dem 3. November könnten die Börsianer nun „endlich wieder nach vorne schauen, weil die besten sechs bis neun Monate an der Börse jetzt erst vor uns liegen“. Denn statistisch gesehen waren die Monate nach den Midterm-Wahlen fast immer die besten des Jahres.
Wann werden die Ergebnisse der Midterm-Wahlen 2026 vorliegen?
Da in beiden Kammern gewählt wird, im Senat und im Repräsentantenhaus, kann sich die Auszählung der Stimmen eim Extremfall mehrere Tage hinziehen, zumal dort, wo es eng ist. Beobachter gehen davon aus, dass erste Ergebnisse und Hochrechnungen zum Repräsentantenhaus im Laufe des Mittwochs vorliegen werden. Die Auszählung zum Senat kann aber, je nach Region, bis zum Wochenende dauern.
Warum hält der Schweizer Fondsmanager Thierry Borgeat jetzt Chipaktien für attraktiv?
Thierry Borgeat bezieht sich in seinen Aussagen gegenüber BÖRSE ONLINE vor allem auf Chipausrüster wie Applied Materials, LAM Research oder KLA. Diese Aktien hätten historisch gesehen meist Kurs-Gewinn-Verhältnisse von 10 bis 20 aufgewiesen, im Hype sei ihre Bewertung jedoch bis auf den 50-fachen Gewinn gestiegen. nach dem Kursrutsch sein ihre Multiples wieder auf den historischen Schnitt zurückgekehrt. Doch aufrund der größeren installierten Basis und langlaufender Wartungsverträge könnten aus seiner Sicht Bewertungen in Höhe des 20- bis 30-fachen Gewinns gerechtfertigt sein.