Die Volks- und Raiffeisenbanken wollen mit einem günstigeren App-Depot gegen die Neobroker antreten. Die ersten Neuerungen könnten bereits im Herbst 2026 umgesetzt werden.

Die Volks- und Raiffeisenbanken blasen zum Angriff auf die Neobroker Trade Republic, Scalable Capital und Co. Nach Informationen des “Handelsblatts” soll die VR-Banking-App ab Oktober 2026 um ein preisgünstigeres Wertpapierdepot erweitert werden. Kunden sollen darüber nicht nur ETFs, sondern auch Aktien und Kryptowährungen handeln können.

Die Pläne gehen dem Bericht zufolge aus einem Schreiben der DZ Bank an die Vorstände der mehr als 600 deutschen Genossenschaftsbanken hervor. Damit reagiert die genossenschaftliche Finanzgruppe vor allem auf den wachsenden Druck durch Neobroker und digitale Direktbanken, die mit niedrigen Orderkosten und einfach bedienbaren Apps um Sparer werben.

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Wie günstig wird das neue Volksbank-Depot?

Die entscheidende Frage für Anleger bleibt vorerst offen. Die Volksbanken sprechen laut den vorliegenden Berichten von wettbewerbsfähigen beziehungsweise günstigeren Konditionen. Laut "Handelsblatt" werden Insidern zufolge Gebühren zwischen 90 Cent und einem Euro je Transaktion diskutiert. Das wären ähnliche Preise wie bei Neobrokern und den digitalen Depotmodellen der Sparkassen.

Eine verbindliche Gebührenordnung oder ein einheitlicher Preis für ETF- und Aktienorders wurde bislang jedoch nicht veröffentlicht. Die regionalen Volks- und Raiffeisenbanken könnten zudem unterschiedliche Konditionen anbieten. Auch ist noch unklar, ob die genannten Beträge für alle Wertpapierarten, Handelsplätze und Orderwege gelten würden.

Für Anleger kommt es zudem nicht nur auf den Orderpreis an. Entscheidend sind auch laufende Depotgebühren, die Kosten von Sparplänen, die Auswahl der handelbaren ETFs, mögliche Zuschläge an einzelnen Handelsplätzen und die Ausführungskonditionen. Erst das Gesamtpaket zeigt, ob das neue Angebot tatsächlich mit etablierten Neobrokern konkurrieren kann.

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Eigene App für junge Kunden geplant

Die genossenschaftliche Finanzgruppe plant zudem ein separates Digitalangebot für jüngere Neukunden. Unter dem Projektnamen „Zuwachs“ soll bis Ende 2027 eine eigenständige App beziehungsweise Marke entstehen. Die rechtliche Umsetzung soll über den Genobroker erfolgen, eine Tochtergesellschaft der DZ Bank.

Welche Altersgruppe genau angesprochen werden soll und wie sich die neue Anwendung vom Wertpapierangebot in der regulären VR-Banking-App unterscheidet, ist noch offen. Klar ist aber: Die Volksbanken wollen nicht nur bestehende Kunden digital besser erreichen, sondern gezielt eine jüngere Anlegergeneration gewinnen.

Weiterführende Links

Volksbanken unter Zugzwang - Niedrigere Kosten für Anleger

Die Volksbanken stehen unter Zugzwang. Nach Angaben der Ratgeberplattform “Reisetopia” ist der Marktanteil der Volks- und Raiffeisenbanken, gemessen an der Zahl der Depots, zwischen 2004 und Ende 2024 von rund 36 auf knapp 20 Prozent gesunken. Gleichzeitig haben Neobroker das Investieren in ETFs und Einzelaktien mit mobilen Anwendungen, niedrigen Gebühren und stark vereinfachten Prozessen für viele Privatanleger attraktiver gemacht. Dazu kommt noch on top, dass sich die ganze Branche mit Angeboten für das neue Altersvorsorgedepot in Stellung bringt, das 2027 starten wird.

Mit dem Ausbau der App versuchen die Volksbanken nun, ihre bestehende Kundenbasis mit einem moderneren und günstigeren Wertpapierangebot zu halten. Für Anleger könnte das mehr Wettbewerb und niedrigere Kosten bringen. Ob das neue Depot tatsächlich mit den günstigsten Neobrokern mithalten kann, lässt sich aber erst beurteilen, wenn die konkreten Gebühren und Bedingungen veröffentlicht sind.

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Häufige Fragen

Wann soll das neue Depot verfügbar sein?

Nach den bislang bekannten Plänen, über die das “Handelsblatt” berichtet, soll die VR-Banking-App ab Oktober 2026 um das günstigere Wertpapierdepot erweitert werden. Der genaue Start kann je nach Volks- und Raiffeisenbank unterschiedlich ausfallen.

Wie viel sollen ETF- und Aktienorders kosten?

Laut “Handelsblatt” werden Gebühren zwischen 90 Cent und einem Euro je Transaktion diskutiert. Eine verbindliche Preisangabe der Volksbanken liegt bislang jedoch nicht vor. Auch mögliche Depotgebühren, Kosten für Sparpläne und Zuschläge an einzelnen Handelsplätzen sind noch offen.

Welche Wertpapiere sollen über die App handelbar sein?

Geplant ist der Handel mit ETFs, Aktien und Kryptowährungen über die VR-Banking-App. Welche konkreten Produkte und Handelsplätze zur Verfügung stehen werden, ist bisher nicht bekannt.