Der Klimawandel zwingt die Landwirtschaft zum Umdenken – und macht Unternehmen wie Bayer zu gefragten Profiteuren. Welche Aktien aus dem Agrarsektor jetzt kaufenswert sind und wo die Redaktion das größte Kurspotenzial sieht.
Extreme Hitze, Wasserknappheit, missratene Ernten: Der Klimawandel trifft die Landwirtschaft mit voller Wucht. In manchen Regionen untersagen Behörden den Landwirten zeitweise die Feldberegnung – mit dramatischen Folgen. Kartoffelpreise schnellten in der zweiten Juli-Hälfte binnen zwei Wochen von 2 Euro auf bis zu 15 Euro je 100 Kilogramm, weil die Knollen schlicht zu klein bleiben. Getreide reift zu früh, die Körner sind minderwertig. Die Antwort der Agrarwirtschaft auf diese Herausforderung: hitzeresistenteres Saatgut, leistungsfähigere Düngemittel und gezielte Forschung. Und genau das macht einen wachsenden Markt für Investoren besonders interessant.
Der globale Markt für Düngemittel und Saatgut wächst stetig – angetrieben durch steigende Nahrungsmittelnachfrage, klimatischen Druck und den Hunger nach innovativen Lösungen.
Vitaminreiche Pflanzensorten verbessern nicht nur die menschliche Ernährung, sie erweisen sich auch als widerstandsfähiger gegen Trockenheit, Salz und Überflutung. Spezialdünger auf Basis von Kalium und Phosphor stärken die natürlichen Schutzmechanismen der Pflanzen: Kalium reguliert den Wasserhaushalt und verringert die Verdunstung, Phosphor fördert ein kräftiges, tief reichendes Wurzelsystem. Kurz: Die Branche ist in Bewegung – und einige Unternehmen sind besser aufgestellt als andere.
Ein Schwergewicht mit Rückenwind
Wer an Saatgut und Pflanzenschutz denkt, kommt an Bayer nicht vorbei. Der DAX-Konzern zählt mit einem Halbjahresumsatz von 12,5 Milliarden Euro zu den größten Herstellern von Pflanzenschutzmitteln sowie von Saatgut für Mais, Soja und Baumwolle. Die Agrarsparte Crop Science ist das klare Herzstück: Sie steuerte im ersten Halbjahr 51,3 Prozent zum Gesamtumsatz und 55,6 Prozent zum Konzern-Ebit bei.
Vor allem das Sojabohnen-Geschäft entwickelte sich zuletzt stark – Marktanteilsgewinne in Nord- und Südamerika machen Bayer zu einem der dominierenden Akteure auf dem amerikanischen Kontinent. In den nächsten fünf Jahren soll eine weitere Milliarde Euro eingespart werden. In der Pipeline: zehn neue Blockbuster-Wirkstoffe und gentechnische Innovationen – darunter ein Hybridweizen mit zehn bis 15 Prozent mehr Ertrag, der bis Anfang der 2030er-Jahre auf den Markt kommen soll.
Nach dem verlustreichen Jahr 2025 deutet sich die Ertragswende an. Die Roundup-Rechtsstreitigkeiten belasten die Aktie weiterhin mit einem Risikoabschlag – zuletzt fielen jedoch einige Urteile zugunsten von Bayer aus. Der milliardenschwere freie Cashflow gibt dem Konzern den Spielraum, weiter in Innovationen zu investieren.
Wenn Sie wissen möchten, welche drei weiteren Unternehmen neben Bayer in diesem Umfeld jetzt ebenfalls ein Kauf sind – und wie die Redaktion das Kurspotenzial einschätzt? Dann lesen Sie die aktuelle Ausgabe von BÖRSE ONLINE.
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