Cathie Wood investierte an einem einzigen Tag 15,6 Millionen Dollar in den abgestraften Tech-Konzern. Was hinter dem aggressiven Einstieg der Star-Investorin steckt.

ARK Invest, der von Star-Investorin Cathie Wood geleitete Vermögensverwalter, hat seine Wetten auf den Chipkonzern Nvidia zuletzt deutlich ausgebaut. Am vergangenen Dienstag flossen gleich über fünf verschiedene Fonds hinweg rund 15,6 Millionen US-Dollar in neue Nvidia-Papiere – der mit Abstand aggressivste Einzelzukauf im Rahmen eines Investitionsprogramms, das an diesem Tag insgesamt rund 40 Millionen US-Dollar umfasste und auch Käufe in SpaceX und Tesla beinhaltete. Bemerkenswert: Die Käufe erfolgten ausgerechnet an einem Tag, an dem der gesamte Halbleitersektor unter Druck stand.

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Nvidia: Gefragter Chiphersteller mit Rekordumsatz

Doch warum ist Wood an Nvidia so interessiert? Das US-Unternehmen stellt derzeit die gefragtesten Hochleistungs-GPUs und KI-Beschleuniger der Welt her – jene Bausteine, die Hyperscaler und Unternehmenskunden für den Aufbau moderner KI-Infrastruktur dringend benötigen. Der Bereich Rechenzentren ist dabei längst das Herzstück des Konzerns: Im ersten Geschäftsquartal, das Ende April endete, machte er 92 Prozent des Gesamtumsatzes aus – und wuchs im Jahresvergleich um 92 Prozent.

Insgesamt legte Nvidias Umsatz im jüngsten Quartal um 85 Prozent zu – das stärkste Wachstum seit eineinhalb Jahren. Und es ist kein Ausreißer: In den drei vorangegangenen Quartalen hatte das Unternehmen Steigerungsraten von 55, 63 und 73 Prozent verbucht.

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Die Nvidia-Aktie hinkt den Zahlen eigentlich hinterher

Trotz dieser beeindruckenden Zahlen ist die Nvidia-Aktie seit ihrem Allzeithoch Mitte Mai um rund 17 Prozent gefallen. Das Paradoxe dabei: Die operative Stärke des Unternehmens war zum Zeitpunkt des Kursrekords noch gar nicht vollständig sichtbar – die besten Quartalszahlen kamen erst danach. Für Wood ist das eine klassische Kaufgelegenheit: eine Aktie, deren Kurs fällt, während die Fundamentaldaten steigen.

Nvidia selbst scheint die Situation ähnlich zu beurteilen. Statt seinen Ausblick zurückzufahren oder Investitionen zu kürzen, hat der Konzern die Erwartungen zuletzt nach oben korrigiert. Zusätzlich wurde eine 25-fache Erhöhung der Dividende angekündigt sowie ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 80 Milliarden US-Dollar genehmigt. Das sind keine Zeichen eines Unternehmens in der Defensive – sondern eines, das an seine eigene Zukunft glaubt.

Nvidia (WKN: 918422)

Risiken und Zukunftsaussichten von Nvidia - sollen Anleger jetzt zuschlagen?

Natürlich gibt es auch Risiken. Nvidia kämpft mit eigenen Lieferkettenengpässen, die die Nachfrage nach seinen Produkten derzeit übersteigt. Zudem wächst die Kritik an sogenannten Rundfinanzierungsgeschäften – einem Modell, bei dem Nvidia KI-Start-ups finanziert, die im Gegenzug ihre Infrastruktur bei Nvidia kaufen. Hinzu kommen anhaltende Risiken durch chinesische Handelsbeschränkungen und Zollpolitik, die das internationale Geschäft belasten könnten.

Dennoch: Wer meint, den KI-Zug bereits verpasst zu haben, könnte einem Denkfehler unterliegen. Analysten sehen laut “Motley Fool” die aktuelle Phase lediglich als das Ende von „Akt 1" – der globalen Forschungs- und Entwicklungsphase. Was folgt, ist „Akt 2": der weltweite Rollout einer Technologie, die der Google-CEO als möglicherweise bedeutsamer als Feuer oder Elektrizität eingestuft hat. Wenn diese Einschätzung auch nur annähernd zutrifft, steht der eigentliche Aufbau noch bevor – und Nvidia ist als Infrastrukturlieferant dieser Revolution bestens positioniert. Cathie Wood scheint genau das zu sehen.

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Häufige Fragen

Warum kauft Cathie Wood gerade jetzt Nvidia-Aktien? 

Wood sieht wohl in dem Kursrückgang von rund 17 Prozent seit dem Allzeithoch eine klassische Kaufgelegenheit: Das operative Geschäft von Nvidia läuft besser denn je – der Umsatz wuchs zuletzt um 85 Prozent –, während der Aktienkurs hinter dieser Entwicklung zurückgeblieben ist. 

Wie stark ist Nvidias Geschäft wirklich? 

Sehr stark – und das über mehrere Quartale hinweg. Das Unternehmen erzielte in den vergangenen vier Quartalen Umsatzwachstumsraten von 55, 63, 73 und zuletzt 85 Prozent. Das Rechenzentrumsgeschäft, das inzwischen 92 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht, wuchs im selben Zeitraum sogar um 92 Prozent. Trotzdem wird die Aktie auf Basis des nächstjährigen Gewinnziels nur mit dem 15-fachen bewertet – für ein Unternehmen mit diesem Wachstumstempo eine vergleichsweise niedrige Bewertung.

Welche Risiken sollten Anleger bei Nvidia im Blick behalten? 

Nvidia ist trotz seiner Stärke nicht ohne Risiken. Lieferkettenengpässe bremsen das Unternehmen bei der Erfüllung der enormen Nachfrage. Kritiker monieren zudem sogenannte Rundfinanzierungsgeschäfte, bei denen Nvidia KI-Start-ups finanziert, die dann ihre Infrastruktur beim Konzern kaufen – was Fragen zur Qualität des organischen Wachstums aufwirft. Darüber hinaus bleiben chinesische Handelsbeschränkungen und Zollrisiken ein dauerhafter Belastungsfaktor für das internationale Geschäft.

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