Der DAX zeigt sich am Donnerstag volatil. Das bewegt den deutschen Leitindex. Im Fokus: Öl, Iran, Trump, Bitcoin, BASF, Broadcom, Snowflake und Netflix.
Eine Pause im hartnäckigen Ölpreisanstieg sorgt am Donnerstag im zuletzt schwachen Dax für etwas Entspannung. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex rund zweieinhalb Stunden vor dem Xetra-Handelsstart 0,1 Prozent höher auf 25.870 Punkte. Am vergangenen Freitag hatte der Dax mit 26.618 Punkten noch ein Rekordhoch erreicht. Seither sorgten steigende Ölpreise und hohe Anleihezinsen für Mollstimmung und eine deutliche Korrektur. Mit seinem Vortagestief von 25.727 Punkten drehte der Dax am Mittwoch aber immerhin noch vor der 50-Tage-Linie ab. Sie gilt als Gradmesser für den mittelfristigen Trend.
Nach der jüngsten Schwächephase hat der Dow Jones Industrial am Mittwoch wieder Tritt gefasst. Für etwas Beruhigung sorgte, dass sich die Ölpreise trotz erneuter gegenseitiger Angriffe der USA und des Iran recht stabil präsentiert hatten. Die Lage im Nahen Osten bleibt aber angespannt. Der Dow stieg um 0,56 Prozent auf 53.061,95 Punkte und beendete so eine dreitägige Verlustserie. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,46 Prozent auf 7.666,60 Punkte hoch. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 legte um 0,23 Prozent auf 29.143,33 Punkte zu.
In Asien haben sich die wichtigsten Aktienmärkte am Donnerstag unterschiedlich entwickelt. Während es in Japan, Hongkong und Südkorea leicht nach unten ging, zog der CSI mit den 300 wichtigsten Werten an Chinas Festlandbörsen leicht an. Die Ausschläge hielten sich dabei in Grenzen.
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Mayr-Melnhof zurück im ATX - RBI in den ATX five
Nach der halbjährlichen Überprüfung der österreichischen Indizes durch das Indexkomitee der Wiener Börse am Mittwoch kommt es per 21. September zu folgenden Änderungen: Mayr-Melnhof Karton kehrt nach einem Jahr in den österreichischen Leitindex ATX zurück und löst damit SBO ab. Im ATX five, der die fünf höchstgewichteten Aktien des ATX umfasst, rückt Raiffeisen Bank International AG (RBI) anstelle von Voestalpine auf, teilte die Wiener Börse am Abend mit.
Für die Aufnahme in den ATX sind zwei zentrale Kriterien entscheidend: der durchschnittliche tägliche Aktienumsatz (Liquidität) und die frei handelbaren Unternehmensanteile am Markt (Streubesitz-Kapitalisierung).
Delivery Hero rät zur Annahme des Übernahmeangebots von Uber
Der deutsche Lieferdienst-Konzern Delivery Hero empfiehlt seinen Aktionären die Annahme des Übernahmeangebots des US-Konzerns Uber. Aus Sicht von Vorstand und Aufsichtsrat sei der Angebotspreis von 41,50 Euro je Aktie "angemessen und fair", teilte Delivery Hero am Mittwochabend mit. Das Übernahmeangebot liege im besten Interesse der Gesellschaft, ihrer Aktionäre, Mitarbeiter und weiterer Stakeholder. Die Annahmefrist endet am 5. November. Auf Tradegate war die Aktie am Abend kaum bewegt.
Der Fahrdienstvermittler und Lieferdienst aus den Vereinigten Staaten hat sich einen Großteil der Delivery-Hero-Anteile bereits gesichert und will sich in einem Milliardendeal auch den Rest einverleiben. Die Führung des Berliner Konzerns hatte dabei zuletzt bereits mitgezogen und bei Aktionären und Beschäftigten für den Zusammenschluss geworben. Die Offerte des US-Konzerns bewertet Delivery Hero insgesamt mit knapp 13 Milliarden Euro.
Broadcom wächst dank hoher KI-Nachfrage weiter rasant
Der Chipkonzern Broadcom rechnet dank florierender Geschäfte mit Chips für Angebote rund um die Künstliche Intelligenz (KI) mit einem anhaltend hohen Wachstum. Das Geschäft mit Chips für KI-Unternehmen wie Anthropic oder OpenAI soll nach Aussagen des Konzernchefs Hock Tan während einer Telefonkonferenz anlässlich der Quartalszahlen in den kommenden Jahren kräftig anziehen.
Die Aktie, die nachbörslich wegen eines enttäuschend aufgenommenen Umsatzziels für das laufende vierte Quartal zunächst stark nachgegeben hatte, drehte nach Tans Aussagen ins Plus. Der seit 2006 amtierende Konzernchef Hock Tan erhöhte zum einen das Ziel für KI-Chips in dem bis Ende Oktober laufenden Geschäftsjahr 2025/26 leicht auf 58 Milliarden Dollar.
Im darauffolgenden Geschäftsjahr soll der Erlös mit KI-bezogenen Produkten auf 115 Milliarden Dollar steigen und sich im Jahr darauf auf 230 Milliarden Dollar verdoppeln.
Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 peilt Broadcom einen Konzernumsatz von knapp 35 Milliarden Dollar an. Das wäre ein Plus von 93 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die um Sondereffekte bereinigte Marge soll bei rund 66 Prozent stabil gehalten werden.
Im dritten Quartal zog der Erlös um 86 Prozent auf 29,6 Milliarden Dollar an. Bei dem um Sondereffekte bereinigten operativen Gewinn verzeichnete Broadcom einen Anstieg um 92 Prozent auf etwas mehr als 20 Milliarden Dollar. Die operative Marge sei daher leicht auf knapp 68 Prozent gestiegen.
Die Broadcom-Aktie legte in New York nachbörslich rund zwei Stunden nach Ende des regulären Handels leicht auf rund 370 Dollar zu, nachdem sie in den ersten Minuten nach Bekanntgabe der Quartalszahlen zeitweise bis auf 345 Dollar gefallen war.
Das Papier steht seit dem Anfang Juni erreichten Rekordhoch von 495 Dollar unter Druck und büßte seitdem rund ein Viertel ihres Werts ein. In den vergangenen Jahren zählt die Aktie zu den Papieren, die am stärksten vom KI-Boom an der Börse profitiert haben.
Der Kurs der Broadcom-Aktie hat sich seit Anfang September 2021 mehr als versiebenfacht. Mit einem Börsenwert von etwas mehr als 1,7 Billionen Dollar gehört der Chiphersteller derzeit zu den weltweit wertvollsten Konzernen. Aktuell liegt das US-Unternehmen auf Rang acht in dieser Wertung.
Snowflake hebt Jahresprognose dank KI-Nachfrage an
Snowflake steigerte den Produktumsatz im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 um 37 Prozent auf 1,49 Milliarden US-Dollar und meldete eine bereinigte operative Marge von 15 Prozent. Für das Gesamtjahr erhöhte das Unternehmen die Prognose für den Produktumsatz auf 6,07 Milliarden US-Dollar und für die bereinigte operative Marge von 13,5 auf 14,5 Prozent. Das stärkere KI-Geschäft belastet jedoch wegen geringerer Margen die Bruttomarge, während Snowflake weiterhin mit einer steigenden Nachfrage nach CoCo und CoWork rechnet.
Trump erwägt Anreize für US-Unterhaltungsbranche und Tourismus
US-Präsident Donald Trump sprach sich für steuerliche Anreize zur Stärkung der US-Unterhaltungsindustrie aus und erklärte, er habe mit Netflix über die Lage der Branche gesprochen. Bei einem Treffen mit Führungskräften aus Reise- und Tourismusunternehmen diskutierte Trump zudem Maßnahmen gegen den Rückgang internationaler Besucher. Die US Travel Association strebt jährlich 100 Millionen ausländische Gäste an, nachdem 2025 rund 68 Millionen Besucher in die USA gereist waren.
Bitcoin-ETFs verzeichnen trotz Iran-Risiken Zuflüsse
US-Spot-Bitcoin-ETFs verbuchten am Mittwoch Nettozuflüsse von 101,15 Millionen US-Dollar, während Ethereum-ETFs Abflüsse von 48,08 Millionen US-Dollar meldeten. Anleger hoffen auf eine mögliche Beendigung des Iran-Kriegs, nachdem Präsident Donald Trump entsprechende Gespräche mit Beratern geführt haben soll. Eine weitere Eskalation könnte über steigende Ölpreise und Inflationssorgen die US-Notenbank zu einer vorsichtigeren Zinspolitik bewegen und damit Risikoanlagen wie Kryptowährungen belasten.
Enthält Material von dpa-AFX