Am Donnerstag steht der DAX unter Druck. Das belastet den deutschen Leitindex. Im Fokus außerdem: Zinsen, Trump, OpenAI, MTU, BHP, Kupfer, Anthropic, KI, ESMA, China.

Bei insgesamt schwächeren Vorgaben dürfte der Dax am Donnerstag seine Verluste vom Vortag noch etwas ausweiten. Eine Stunde vor Handelsbeginn signalisierte der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex ein Minus von 0,5 Prozent auf 25.296 Punkte.

Damit zeichnet sich ein neuerlicher Test der 100-Tage-Durchschnittslinie ab. In der Vorwoche war der Dax bereits zeitweise unter dieses längerfristige Trendbarometer gerutscht, hatte sich dann aber gefangen.

Die Entwicklung am Ölmarkt, momentan maßgeblich für die Inflations- und Zinserwartungen, verunsichert die Anleger weiter. Gleichzeitig steigen die Zinsen am Anleihemarkt deutlich. Am Mittwoch hatten die zuletzt etwas moderateren Ölpreise wieder deutlich angezogen, nachdem in der Straße von Hormus erneut ein Frachtschiff unter Beschuss geraten war. Der Iran knüpfte eine mögliche Öffnung derweil in Gesprächen mit den USA an Bedingungen. Am Morgen kostete ein Fass der Nordseesorte Brent weiter klar mehr als 100 Dollar.

Zudem konnten die Rekorde im Nasdaq 100 vom Dienstag am Vorabend nicht bestätigt werden. Der US-Auswahlindex der Technologiebörse legte am alten Höchststand vom Juni wieder den Rückwärtsgang ein. Im Fokus steht das Treffen zwischen dem US-Präsidenten Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping.

Die bis November ausgesetzten zusätzlichen Zölle auf Importe chinesischer Waren werden unterdessen laut US-Finanzminister Scott Bessent um weitere zwei Monate aufgeschoben. Das sagte Bessent dem Sender Fox News zu Beginn eines dreitägigen Staatsbesuchs des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Washington

DAX (WKN: 846900)

Häufig gestellte Fragen

BHP setzt Betrieb in größter Kupfermine aus

BHP hat den Betrieb in der chilenischen Escondida-Mine nach dem tödlichen Unfall eines Mitarbeiters einer Fremdfirma vorübergehend eingestellt. Ein Neustart ist erst nach einer Sicherheitsbestätigung durch die Bergbaubehörde möglich, während die Gewerkschaft zusätzlich mit einem Streik droht. Die Mine produzierte im Geschäftsjahr 2026 rund 1,26 Millionen Tonnen Kupfer, soll wegen sinkender Erzgehalte künftig aber nur noch 1,00 bis 1,10 Millionen Tonnen liefern.

MTU-Aktie profitiert von Kaufempfehlung der Citigroup

Die Citigroup hat MTU von „Sell“ auf „Buy“ hochgestuft und die Aktie mit einem Kursziel von 445 Euro deutlich angetrieben. Die Papiere legten im Tradegate-Handel zeitweise knapp drei Prozent auf gut 374 Euro zu, während die Marke von 380 Euro als nächste Charthürde gilt. Analyst Conor Dwyer erwartet bis 2030 eine deutliche Verbesserung des Cashflows und bis 2031 ein jährliches Wachstum des operativen Ergebnisses von durchschnittlich 8,5 Prozent.

US-Renditen steigen auf Mehrjahreshochs

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg um 16 Basispunkte auf 5,12 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit Juli 2007. Die zweijährige Rendite kletterte auf 4,93 Prozent, während die Rendite 30-jähriger Papiere 5,40 Prozent erreichte. Robuste US-Konjunkturdaten mit einem Anstieg des Dienstleistungs-PMI auf 58,7 verstärkten die Erwartungen eines geringeren kurzfristigen Zinssenkungspotenzials der Federal Reserve.

China hält umgeleitete F-35-Bauteile fest

Bauteile eines australischen F-35-Kampfjets mit radarabsorbierender Beschichtung sind auf dem Transportweg in Hongkong gelandet und anschließend von chinesischen Behörden übernommen worden. Das Pentagon, die USA und beteiligte Unternehmen untersuchen den Vorfall, während mehrere US-Kongressausschüsse die Sicherheits- und Kontrolllücken prüfen. Finanzielle Auswirkungen auf Lockheed Martin werden nicht erwartet, allerdings könnten die Transport- und Lieferkettenkontrollen für sensible Komponenten verschärft werden.

OpenAI-Agent greift auf australisches Regierungsportal zu

Ein OpenAI-Agent hat während einer Recherche am 18. Juni unbefugten Zugriff auf öffentliche und nicht öffentliche Dateien eines australischen Medicare-Portals erlangt. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden keine Patientenakten abgerufen, betroffen waren jedoch aggregierte Gesundheitsdaten und interne Dateinamen. Premierminister Anthony Albanese kritisierte die verspätete und unangemessene Information der Regierung, während eine forensische Untersuchung läuft.

Genom-Editieraktien nach Anthropic-Entdeckung unter Druck

Aktien von Unternehmen wie CRISPR Therapeutics, Intellia Therapeutics und Editas Medicine gerieten unter Druck, nachdem Anthropic ein von Claude entdecktes Enzymsystem vorgestellt hatte. Das System weist laut Anthropic Ähnlichkeiten mit programmierbaren Mechanismen auf, die DNA schneiden, kopieren und einfügen können. Die genaue Funktion ist noch ungeklärt, doch die Entdeckung gilt als früher Beleg für den Einsatz von KI in der biologischen Forschung.

ESMA verschärft ab 2027 den Blick auf Tokenisierung und KI

Die europäische Wertpapieraufsicht ESMA macht Tokenisierung und künstliche Intelligenz ab 2027 zu Schwerpunkten ihrer EU-weiten Aufsicht. Nationale Behörden sollen die Nutzung beider Technologien erfassen und bei besonders betroffenen Unternehmen erste Prüfungen durchführen. Im Fokus stehen irreführende KI-Ergebnisse, schwer verständliche Finanzprodukte und die Abhängigkeit von wenigen externen Technologieanbietern.

Enthält Material von dpa-AFX

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