In den USA deuteten die US-Futures ebenfalls auf einen freundlichen Handelsstart hin.

Für Risikofreude sorgten starke Unternehmenszahlen und die Aussicht auf eine anhaltende Flut billigen Geldes. "Wir sehen Rekordhochs, aber nur schrittweise Bewegungen, was ein Zeichen dafür ist, wo wir gerade stehen", sagte Craig Erlam, Analyst beim Broker Oanda. Optimistisch stimmte die Investoren zudem die Kommentare von EZB-Chefin Christine Lagarde, die zum Wochenstart trotz der rasant steigenden Preise Forderungen nach einer strafferen Geldpolitik erneut zurückgewiesen hatte. Die Zentralbanken wollten vor einer Erhöhung der Zinsen Zeit gewinnen und sehen, ob die Volkswirtschaften in einer guten Position sind, erläuterte Erlam. "Das unterstützt die Märkte."

Auch der erste Video-Gipfel zwischen US-Präsident Joe Biden und Chinas Staatschef Xi Jinping stützte die Börsen. Anleger setzten auf eine Annäherung der beiden Nationen, die unter anderem über die Ursachen der Corona-Pandemie, Handels- und Wettbewerbsregeln, Pekings wachsendes Atomwaffenarsenal und Chinas Drohungen gegenüber Taiwan über Kreuz liegen.

VODAFONE PUNKTET MIT AUSBLICK


Mit einem optimistischeren Ausblick punktete etwa Vodafone bei den Anlegern und schob den Telekommunikationssektor an. Die Aktien des britischen Mobilfunkers kletterten in der Spitze um 6,6 Prozent. Vor allem dank des boomenden Geschäfts in Deutschland erzielte der Telekom-Rivale im ersten Halbjahr einen überraschend hohen Gewinn und setzte die Untergrenze der Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr nach oben.

Auch beim Technologie-Investor Prosus decken sich Anleger ein und treiben den Kurs an der Amsterdamer Börse um bis zu 4,6 Prozent nach oben. Der niederländische Konzern profitiert vom Verkauf eines Teils seiner Beteiligung am chinesischen Videospiel-Riesen Tencent und rechnet für das erste Halbjahr 2022 mit einem höheren Gewinn.

In Paris gehörte der französische Luxuskonzern Kering mit einem Kursplus von rund vier Prozent zu den Top-Gewinnern. Die zum Firmenimperium gehörende Edelmarke Gucci rechnet für das lafende Jahr mit einem Umsatz wie im Vor-Pandemiejahr 2019. Eventuell könnte es sogar etwas besser laufen.

Übernahmefantasien machten Qiagen zum größten Dax-Gewinner. Die Aktien des Diagnostikunternehmens stiegen in der Spitze um 8,4 Prozent auf 50,96 Euro, den höchsten Stand seit 21 Jahren. Börsianer sagten, es gebe Spekulationen im Markt, dass der US-Laborausrüster Thermo Fisher für Qiagen bieten wolle. Im MDax konnten ThyssenKrupp punkten: Der Konzern erwägt laut "Bloomberg" einen Börsengang seines Hydrogen-Geschäfts im ersten Quartal 2022. Die Sparte könne mit fünf Milliarden Euro bewertet werden, berichtete die Agentur unter Berufung auf Insider. Die Titel stiegen um bis zu 11,3 Prozent.

rtr