So bewegt sich der DAX vor den wichtigen Arbeitsmarktdaten um 14:30 Uhr. Das ist für den deutschen Leitindex wichtig. Außerdem im Fokus: Bitcoin, Trump, Iran, VW, Porsche, OpenAI, Adidas, Puma, Zscaler, PayPal, Anthropic.

Der Dax steht am Freitag vor einer weiteren Stabilisierung. Zum Handelsbeginn stieg der Index um 0,2 Prozent auf 26.062 Punkte.

Damit würde der deutsche Leitindex den freundlichen asiatischen Börsen folgen. Bereits am Donnerstag hatte er es wieder knapp über die viel beachtete Marke von 26.000 Punkten geschafft. Auf Wochensicht zeichnet sich angesichts der Korrektur seit dem Rekordhoch vom vergangenen Freitag dennoch ein Minus von rund zwei Prozent ab.

Die Ölpreise, deren Anstieg den Dax in den vergangenen Tagen zurückgeworfen hatte, hätten sich auf einem hohen Niveau stabilisiert, schrieb Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Die Anleger hofften weiter, dass die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten zeitlich begrenzt bleibe, und nutzten den Dax-Rückgang zum Wiedereinstieg.

Auch dass die Erwartungen an eine baldige Leitzinsanhebung der US-Notenbank Fed zuletzt deutlich zurückgegangen sind, stützt Altmann zufolge die Aktienkurse. Die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte und einer Beibehaltung des aktuellen Niveaus halten sich aktuell die Waage.

Eine wichtige Rolle für die Entscheidung der Währungshüter am 16. September spielt der an diesem Nachmittag anstehende US-Arbeitsmarktbericht. "Eine weitere Abschwächung am Arbeitsmarkt wäre ein starkes Argument gegen eine Zinserhöhung", betonte der Experte.

DAX (WKN: 846900)

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OpenAI gibt leistungsstärkerem ChatGPT-6 mehr Leitplanken

Der ChatGPT-Entwickler OpenAI veröffentlicht sein bisher leistungsstärkstes KI-Modell und hebt nach der Aufregung um Hacking-Attacken durch Künstliche Intelligenz verstärkte Sicherheitsvorkehrungen hervor. Man gehe davon aus, dass Menschen mit den erweiterten Fähigkeiten von ChatGPT-6 Astra mehr und mehr Aufgaben an die KI übertragen werden, sagte OpenAI-Managerin Mia Glaese. Deshalb werde die Software besser überwacht, damit sie nicht vom Interesse der Nutzer abweiche.

Neue KI-Modelle von OpenAI hatten vor einigen Wochen für Aufsehen gesorgt, weil sie in Versuchen eigenständig einen Weg fanden, aus einer abgesicherten Testumgebung auszubrechen, und sich in Systeme einer anderen KI-Firma hackten. OpenAI bekam das erst verspätet mit. Der Zwischenfall nährte die Sorge, dass KI-Software mit ihrer Weiterentwicklung menschlicher Kontrolle entgehen könnte.

Um den Überblick über das Handeln der KI zu behalten, sind Entwickler aktuell oft darauf angewiesen, dass die Software die Argumente hinter ihren Entscheidungen in menschlicher Sprache festhält. Das nennt sich "Chain of Thought" (etwa: Gedankenkette).

Forschungschef Jakub Pachocki sagte bei der Vorstellung von Astra allerdings, leistungsstärkere KI-Modelle seien in der Lage, dieses Verfahren zu beeinflussen. Außerdem seien sie bei einfachen Aufgaben weniger auf mehrstufige Überlegungen angewiesen. Damit man auch diese nachvollziehen könne, müsse man einen Weg finden, sie da "wortreicher" zu machen.

Mit Astra sieht sich OpenAI wieder an der Spitze der KI-Entwicklung, nachdem zuletzt der Rivale Anthropic mit seinen Modellen Mythos und Fable die Branche beeindruckt hatte. ChatGPT-6 sei etwa stark beim Programmieren, dem Finden von Sicherheitslücken in Software sowie generell der Nutzung des Computers im Auftrag der Nutzer, zum Beispiel bei Büroarbeit.

Aus Sicht von Top-Manager Greg Brockman könnte Astra die Ära der sogenannten Allgemeinen Künstlichen Intelligenz einläuten. Unter dieser Bezeichnung wird KI-Software erwartet, die mindestens genauso fähig ist wie ein Mensch. Brockman betonte zugleich, dass das Auftreten der Allgemeinen Künstlichen Intelligenz eher ein Evolutionsprozess als ein einzelner Moment sein werde.

Von Pachocki kamen auch noch mehr warnende Worte. Das Verständnis der Systeme sei weiterhin eingeschränkt, sagte er. Das Training sei experimentell und bringe manchmal überraschende Ergebnisse. "Je fähiger die Modelle werden, desto schwieriger wird es, zu verstehen, was genau sie können."

Das mache es auch komplizierter, sie im Einklang mit den Interessen der Nutzer zu halten. "Ein Modell kann sehr gut darin werden, ein Ziel zu erreichen - und doch auf eine Weise agieren, die dem entgegenläuft, was ein Mensch beabsichtigte." Deshalb müsse die Software "menschliche Werte" auch in Situationen verstehen, die für sie unbekannt seien.

OpenAI kündigte zudem an, dass der Zugang von Versorgungsunternehmen, örtlichen Behörden und Finanz-Institutionen zu einem Programm zur Suche nach Sicherheitslücken erweitert werden solle. In den USA werden Versorger wie etwa Wasserwerke aktuell häufiger aus dem Netz angegriffen und hoffen auf Hilfe beim Schließen von Software-Schwachstellen. Ähnlich wie Anthropics Mythos-Modell kann Astra nach Einschätzung von OpenAI eigenständig Sicherheitslücken in Programmen und Computersystemen finden.

Sparpaket treibt VW und Porsche SE an - Hängepartie endet

Die Erholung der Aktien von VW und ihrem Großaktionär Porsche SE geht am Freitagmorgen weiter. Auf der Handelsplattform Tradegate kletterten die Papiere der Wolfsburger mit 81,50 Euro auf das höchste Xetra-Niveau seit Mitte Juni. Nach der einhelligen Zustimmung zu den tiefgreifenden Sanierungsplänen des Vorstands des kriselnden Autobauers senden die Aktien sogar ein erstes, zaghaftes Bodenbildungssignal, nachdem sie Anfang Juli mit rund 69 Euro noch auf das tiefste Niveau seit dem Jahr 2010 abgerutscht waren.

Analyst Tom Narayan von der kanadischen Investmentbank RBC sprach mit Blick auf die Geschehnisse vom Vortag von einem ermutigenden Signal und auch einer positiven Überraschung. Nach viel Unsicherheit hatte der Aufsichtsrat dem Vorstand einhellig grünes Licht gegeben für sein Sparpaket. Die Gewerkschaft IG Metall und der Konzernbetriebsrat betonten, dass damit eine Eskalation verhindert worden sei.

Am Freitagnachmittag steht nun eine Telefonkonferenz des Managements im Plan, von der sich Analysten und Anleger vor allem vertrauensbildende Signale hinsichtlich der Umsetzung des historischen Konzernumbaus erwarten.

Gewinnwarnung von Lululemon belastet auch Adidas und Puma

Der Kurseinbruch der Lululemon-Aktien nach schwachen Zahlen sowie einer Umsatz- und Gewinnwarnung dürfte am Freitag auch auf den Papieren von Adidas und Puma lasten. Die Anteilsscheine des US-Sportartikelherstellers Lululemon waren in den USA nachbörslich um 18 Prozent abgesackt und sind auf den tiefsten Stand seit 2018 gefallen.

Im vorbörslichen Handel auf Tradegate hielten sich die Verluste der deutschen Sportartikelhersteller allerdings bislang in Grenzen: Die Papiere von Adidas und Puma büßten 0,7 Prozent respektive 0,8 Prozent ein im Vergleich zu ihren Schlusskursen am Vortag. Nike sanken nachbörslich um etwa ein halbes Prozent.

Bei Lululemon sprach Analyst Randal Konik von der US-Bank Jefferies von einem "dreifachen Hammer" im zweiten Quartal. Auf dem Heimatmarkt sei der Umsatz um 8 Prozent zurückgegangen, bei Damenbekleidung um 4 Prozent und in China währungsbereinigt um 2 Prozent. Beim Ergebnis je Aktie habe das Unternehmen lediglich von einer Zollrückerstattung profitiert. Abzüglich dieser sei es erheblich niedriger ausgefallen.

Paul Lejuez von der Citigroup hält die Entwicklung in China für die zentrale Enttäuschung. Statt eines erwarteten Umsatzanstiegs um 13 Prozent sei der Umsatz dort um 8 Prozent zurückgegangen. Besonders für China habe das Management nun die Prognosen gesenkt. Dort soll der Umsatz im laufenden Jahr nun nur noch im hohen einstelligen Prozentbereich steigen. Dem steht laut Lejuez eine Konsensprognose von rund 19 Prozent gegenüber.

PayPal steigt wegen neuer Übernahmespekulationen

Die PayPal-Aktie legte um rund vier Prozent zu, nachdem Händler von erneutem Übernahmeinteresse berichteten. Unklar ist, ob der frühere Bieterverbund aus Stripe und Advent oder ein anderer Interessent dahintersteht. Der Verbund hatte seine Pläne für eine mehr als 50 Milliarden Dollar schwere Transaktion zuletzt aufgegeben.

Zscaler erwartet zweistelliges Wachstum trotz Stellenabbau

Zscaler meldete im vierten Quartal ein Umsatz- und ARR-Wachstum von jeweils 25 Prozent auf 898 Millionen beziehungsweise 3,8 Milliarden Dollar. Für das Geschäftsjahr 2027 stellt das Unternehmen ein Umsatzwachstum von rund 16,6 bis 17,5 Prozent sowie steigende Nachfrage nach KI-Sicherheitslösungen in Aussicht. Gleichzeitig sollen drei Prozent der Belegschaft abgebaut und wegen höherer Komponentenpreise weiterhin erhöhte Investitionen getätigt werden.

Anthropic plant Kreditlinie über 15 Milliarden Dollar

Der KI-Konzern Anthropic steht laut Bericht kurz vor der Erweiterung seiner revolvierenden Kreditlinie auf 15 Milliarden Dollar. Morgan Stanley führt die Finanzierung an, während unter anderem Goldman Sachs, JPMorgan und Citigroup beteiligt sind. Die deutlich größere Kreditfazilität soll Anthropic im Vorfeld eines geplanten Börsengangs finanzielle Flexibilität verschaffen.

Thinking Machines strebt Bewertung von 40 Milliarden Dollar an

Das von Mira Murati geführte KI-Startup Thinking Machines verhandelt mit Investoren über eine neue Finanzierungsrunde bei einer Bewertung von 40 Milliarden Dollar. Der bestehende Investor Accel könnte die Runde anführen, während auch Nvidia erneut investieren soll. Im vergangenen Jahr wurde das Unternehmen noch mit zehn Milliarden Dollar bewertet, während mehrere Mitgründer inzwischen ausgeschieden sind.

Bitcoin steigt über 80.000 Dollar

Bitcoin kletterte um mehr als vier Prozent auf über 80.000 Dollar, während XRP rund zehn Prozent zulegte und auch andere Kryptowährungen kräftig stiegen. Auslöser waren Erwartungen an eine weniger straffe US-Geldpolitik, sinkende Anleiherenditen und ein schwächerer Dollar. Die Rallye führte zu Short-Liquidierungen von rund 335 Millionen Dollar, während der US-Arbeitsmarktbericht als nächster wichtiger Kurstreiber gilt.

Enthält Material von dpa-AFX

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