Die Sorgen vor einem möglichen Bärenmarkt wachsen, nachdem der S&P 500 in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist. Wie sollten Anleger reagieren?

Der S&P 500 ist in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 75 Prozent gestiegen. Die starke Entwicklung hat jedoch auch die Sorgen über die Bewertung des US-Aktienmarkts verstärkt. Manche Experten rechnen deshalb mit einem Bärenmarkt.

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Rückschläge gehören zur Börse

Der Index gab in der Vergangenheit mehrfach um mindestens 20 Prozent nach. Rückgänge von rund zehn Prozent kamen sogar deutlich häufiger vor. Am 30. März diesen Jahres lag der Index rund sieben Prozent unter das Jahresanfangsniveau. Anschließend kam es jedoch zu einer Erholung bis auf neue Höchststände. Solche Bewegungen sind für Anleger unangenehm, aber keine Seltenheit.

Wer in Erwartung eines möglichen Bärenmarkts häufig kauft und verkauft, riskiert, den falschen Zeitpunkt zu erwischen. Wer den Wiedereinstieg nach einer Erholung verpasst, kann seine langfristige Rendite deutlich schmälern.

Der US-Investor Kenneth Fisher fasst diesen Gedanken so zusammen: „Time in the market beats timing the market“ – entscheidend ist demnach meist die Zeit, die Anleger investiert bleiben, und nicht der Versuch, den perfekten Ein- und Ausstiegszeitpunkt zu finden. Wer über mehrere Jahrzehnte in einen breit gestreuten Aktienmarkt investiert bleibt, kann zwischenzeitliche Finanzkrisen und Börsencrashs aussitzen und dennoch langfristig eine positive Rendite erzielen.

Das zeigt zudem, warum ein Anlagehorizont von beispielsweise 50 Jahren eine andere Strategie erlaubt als ein kurzfristiger Sparzweck: Einzelne Krisen fallen dann weniger stark ins Gewicht, auch wenn zwischenzeitliche Verluste erheblich sein können. Die historische Entwicklung ist jedoch keine Garantie für künftige Gewinne. Denn Rendite und Risiko hängen unter anderem vom Einstiegszeitpunkt, der Streuung, den Kosten und der Berücksichtigung von Dividenden ab.

Für mehr Sicherheit: Wer sein Portfolio noch breiter aufstellen möchte, findet im "Stabile Werte"-Index einige Titel, die auch geopolitischen Krisen trotzen können.

Infront S&P 500 (WKN: A0AET0)

Das sollten Anleger jetzt tun

Statt auf Marktprognosen zu setzen, sollten Anleger also ihr Depot auf eine ausgewogene Mischung aus Qualität und breiter Streuung überprüfen. Dazu gehören solide Unternehmen, ein ausreichend langer Anlagehorizont und eine regelmäßige Kontrolle der eigenen Risikobereitschaft. Ein möglicher Kursrückgang ist allein noch kein Grund, eine langfristig passende Strategie aufzugeben. 

Wer langfristig investiert, sollte den Ratschlag von Fisher beherzigen und kurzfristige Schwankungen aushalten können. Außerdem sollten langfristige Anleger vermeiden, den Markt bei jeder neuen Prognose durch Käufe und Verkäufe zu timen. Für viele Anleger kann es sinnvoller sein, die eigene Aktienquote regelmäßig zu prüfen und die Sparrate diszipliniert beizubehalten, statt auf den vermeintlich perfekten Einstiegszeitpunkt zu warten.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einer Börsenkorrektur und einem Bärenmarkt?

Von einer Börsenkorrektur wird häufig gesprochen, wenn ein Index mindestens zehn Prozent unter sein vorheriges Hoch fällt. Ein Bärenmarkt beginnt nach der gängigen Definition bei einem Rückgang von mindestens 20 Prozent; beide Begriffe beschreiben jedoch lediglich die Kursentwicklung und sagen nicht sicher voraus, wie lange die Schwächephase dauert.

Ist der S&P 500 für langfristige Anleger weiterhin sinnvoll?

Der S&P 500 bietet eine breite Beteiligung an großen US-Unternehmen, ist aber kein vollständig global diversifiziertes Investment. Für langfristige Anleger kann er ein Baustein sein, die passende Gewichtung hängt jedoch unter anderem von Anlageziel, Risikobereitschaft, Währung und bereits vorhandenen Investments ab.

Sollte man bei einem Börsencrash einen Sparplan pausieren?

Eine automatische Pause kann dazu führen, dass Anleger gerade während niedrigerer Kurse weniger investieren. Ob ein Sparplan fortgeführt werden sollte, hängt deshalb vor allem davon ab, ob der Anlagehorizont langfristig ist und die monatliche Rate auch in einer längeren Schwächephase finanziell tragbar bleibt.

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