Die seit 1919 gelistete Holding der Wallenbergs in Schweden finanziert mit ihren Dividenden Forscher und Projekte im Besitz der Familienstiftungen. Die investieren dann in Investor. Was sich für die Wallenbergs lohnt, ist auch für Langfristanleger attraktiv.

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst am 19. August in der BÖRSE ONLINE-Ausgabe 35/26. Wenn Sie in Zukunft als Erstes die Einschätzung unserer Experten lesen wollen, dann werfen Sie einen Blick auf dieses Angebot.

Sein und nicht scheinen“, also im Hintergrund Strukturen bauen und erhalten, die beständige unternehmerische und gesellschaftliche Werte schaffen. Jacob Wallenberg aus der fünften Generation von Schwedens Unternehmerdynastie mit einer über 160-jährigen Geschichte setzt diese aus dem Lateinischen „esse non videri“ frei übersetzte Überzeugung seiner Familie um. Er ist Aufsichtsratschef der Wallenberg Holding Investor. Viele Privatanleger, vor allem in Schweden, sind als Inhaber der B-Aktien an der außergewöhnlichen Entwicklung beteiligt. Seit 2010 liefert die liquidere B-Aktie, einschließlich reinvestierter Dividenden, jährliche Wertsteigerungen von durchschnittlich 20 Prozent. Investor B ist damit eines der rentabelsten Investments in Skandinavien und wohl auch die beste Volksaktie Europas. Rund ein Viertel von Schwedens Privatanlegern haben die B-Aktie in ihrem Depot, Tendenz weiter steigend.

Beteiligungen an zehn Konzernen bilden im Portfolio von Investor die „Schweden AG“ umfassend ab: von ABB, die 1988 aus der Fusion mit der schwedischen ASEA und Brown, Boveri & Cie in der Schweiz entstand und aktuell rund 23 Prozent des Portfoliowerts liefert, bis zur Mobilfunk-Netzwerktechnikfirma Ericsson mit drei Prozent des Portfoliowerts. Mit der Beteiligung an der Private-Equity-Firma der Wallenbergs EQT machen gelistete Firmen 83 Prozent des Portfoliowerts aus. Obwohl die Wallenbergs mit Investor Minderheitsbeteiligungen halten, haben sie großen Einfluss auf die Geschäftsführungen. Bei Patricia Industries, die rund 17 Prozent des Portfolios ausmacht, hält Investor nahezu 100 Prozent der Anteile. Dort werden Beteiligungen an schwedischen Firmen abseits der Börse gebündelt. Vorstandschefs bei Investor hatten und haben Erfahrung bei Beteiligungen und Restrukturierungen. Die Wallenbergs in den Aufsichtsräten organisieren die größeren Strukturen. So gründete Jacob Wallenberg im Mai mit Schwergewichten aus Skandinaviens Wirtschaft Nordic Compass. Mit an Bord: Ericsson, Saab, SEB, Nordea, Vattenfall, EQT, Nasdaq Nordic, Danfoss, Ørsted, Kone und Wallenberg Investments. „Sein und nicht Scheinen“ soll auch Europa mehr Gewicht verleihen.

Fazit

Mit börsen- und nicht börsennotierten Firmen plus Private Equity ist Investor ein außergewöhnlicher Zugang zum Vermögen einer Unternehmerdynastie.

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