Morgan Stanley kürt den niederländischen Aktienmarkt zum attraktivsten Europas. Neben einem unverzichtbaren Halbleiterzulieferer locken zwei weitere Aktien mit ganz unterschiedlichen Stärken.
Die Niederlande stehen nicht nur für Handel und Innovation – sie könnten auch vor einem neuen Börsenaufschwung stehen. In einem aktuellen Ranking von Morgan Stanley landet der niederländische Aktienmarkt auf Platz eins in Europa. Positive Gewinnrevisionen, die starke Ausrichtung auf Künstliche Intelligenz und Halbleiter sowie attraktive Übernahmechancen sorgen für die Bestnote.
Ein Unternehmen ragt dabei besonders heraus: ASML. Der Konzern aus Veldhoven produziert die hochkomplexen Lithografiesysteme, mit denen die feinsten Strukturen moderner Chips auf Siliziumwafer übertragen werden. Bei der extremen Ultraviolett-Lithografie, kurz EUV, ist ASML weltweit der einzige kommerzielle Anbieter. Damit kontrolliert das Unternehmen einen der wichtigsten technologischen Engpässe der globalen Halbleiterindustrie.
Die Investmentstory ist eng mit dem KI-Boom verbunden. Cloud- und KI-Anbieter benötigen immer mehr Rechenleistung – und dafür müssen zusätzliche Kapazitäten für moderne Chips aufgebaut werden. Genau hier kommen die Maschinen von ASML ins Spiel. Die stark angehobenen Umsatzprognosen großer Chipkonzerne wie Nvidia liefern zusätzlichen Rückenwind.
Auch technologisch will ASML seine Führungsposition ausbauen. Mit High-NA-EUV steht die nächste Lithografie-Generation bereit. Durch eine verbesserte Optik soll sich die Auflösung von rund 13 auf acht Nanometer erhöhen. Chipproduzenten könnten dadurch kleinere Transistorstrukturen effizienter fertigen. TSMC und Samsung planen bereits den Einsatz der Technologie, was der Nachfrage ab 2028 zusätzlichen Schub verleihen könnte.
Die jüngsten Zahlen unterstreichen die Dynamik: Im zweiten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 21,3 Prozent auf 9,3 Milliarden Euro, der Nettogewinn legte um 27,4 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro zu. Für das Gesamtjahr stellt ASML inzwischen 43 bis 45 Milliarden Euro Umsatz in Aussicht. Aktienrückkäufe und eine Zwischendividende von 1,88 Euro je Aktie runden das Bild ab.
Doch ASML ist nicht der einzige niederländische Favorit. Eine weitere Aktie steht für stabile Cashflows, ein defensives Geschäftsmodell und ein attraktives Dividendenprofil. Ein anderer Titel punktet mit hoher Kapitalstärke, steigenden Ausschüttungen und Chancen durch die Konsolidierung des Versicherungsmarkts. Beide Unternehmen liefern solide operative Fortschritte – und könnten gerade deshalb für Anleger interessant sein, die nicht ausschließlich auf den nächsten KI-Hype setzen wollen.
Welche beiden Aktien sich dahinter verbergen, welche Kursziele und Stoppkurse gelten und wie die Redaktion die Chancen und Risiken bewertet, lesen Sie in der neuen Ausgabe von Börse Online.
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