Wenige Tage vor dem Ende der finalen Übergangsfrist für die europäische MiCA-Regulierung am Mittwoch (1. Juli) stehen zahlreiche Kryptobörsen noch immer ohne die nötige Lizenz zur Fortführung ihres Europageschäfts da. Auch Binance, die weltgrößte Kryptobörse nach Handelsvolumen, ist davon betroffen. Ob und wie es dort für Nutzer aus der EU weitergeht, ist derzeit offen. Viele sind sauer – und sie machen ihrem Unmut bei X Luft.

• Binance hat den MiCA-Lizenzantrag in Griechenland wenige Tage vor dem Stichtag zurückgezogen.

• Wütende Nutzer kritisieren bei X die mangelnde Transparenz und befürchten Kontosperren.

• DER AKTIONÄR rät zur zeitnahen Sicherung der Krypto-Bestände auf Plattformen ohne EU-Lizenz.

Binance hat den Antrag auf die Erteilung einer Lizenz zur Fortsetzung der Geschäfte in der EU unter der MiCA-Verordnung bei der griechischen Finanzaufsicht HCMC zurückgezogen. Das hat der Kryptobörsenbetreiber am Mittwoch bekannt gegeben. Ein entsprechender Bericht der Nachrichtenagentur Reuters aus der Vorwoche hat sich damit bestätigt. Das Unternehmen bekennt sich in dem Statement zwar ausdrücklich zum europäischen Markt und kündigt an, die erforderliche Lizenz nun in einem anderen EU-Land beantragen zu wollen. Doch die Zeit dafür wird knapp.

Bereits am Mittwoch (1. Juli) läuft die finale Übergangsfrist zur Umsetzung der europaweit gültigen Verordnung aus. Betreiber von Kryptobörsen und Handelsplattformen, die dann keine Lizenz vorweisen können, müssen den Betrieb in der EU einstellen. Damit droht auch Binance als größte Kryptobörse der Welt zumindest vorübergehend das Aus in Europa – was bei vielen potenziell betroffenen Nutzern für Unverständnis bis hin zu blanker Wut sorgt.

Das zeigt sich insbesondere in den Kommentaren unter einem mehrteiligen Post von Binance auf der Social-Media-Plattform X bezüglich des zurückgezogenen Lizenzantrags in Griechenland vom Mittwoch. „Okay, ich bin EU-Bürger – was mache ich mit meinen Guthaben auf Binance?“, fragt dort etwa ein Nutzer namens Spike (@NotSpikeG). Eine berechtigte Frage, die dieser Tage viele europäische Nutzer umtreibt – nicht nur in den Kommentaren bei X. Weder die Unternehmensmitteilung noch der X-Post von Binance liefert darauf bislang konkrete Antworten. Stattdessen nur ein Verweis auf den Kundenservice.

Doch längst nicht alle Reaktionen fallen so gemäßigt aus wie die von Spike. Nutzer Goldie (@goldi__of) ist sauer: „Ihr hattet mehr als zwei Jahre Zeit und die größte Exchange der Welt kann die EU-MiCA-Regeln nicht einhalten!! Ihr seid ein Witz. (…) Werft CZ zurück ins Gefängnis.“ Damit bezieht er sich auf die viermonatige Haftstrafe, die Mitgründer und Ex-CEO Changpeng „CZ“ Zhao 2024 wegen Verstößen gegen Geldwäschegesetze in den USA verbüßt hat.

PathfinderXBT (@pathfinderxbt) schlägt in die gleiche Kerbe und glaubt nicht, dass Binance noch rechtzeitig vor dem Ablauf der Frist die erforderliche Lizenz erhält. „Ihr hattet zwei Jahre Zeit, eine MiCA-Lizenz in einem von 27 EU-Mitgliedstaaten zu bekommen, und jetzt soll es angeblich klappen. Was für ein Witz“, kommentiert er bei X.

Auch die Bemühungen von Binance, „in den kommenden Monaten eine Lizenz“ für den Weiterbetrieb des EU-Geschäfts zu erhalten, können viele Nutzer bei X nicht besänftigen. Botivex (@botivex) glaubt, dass es dann zu spät sein wird. „Leider werden viele Nutzer abwandern und womöglich nie zurückkehren.“ 

Hintergrund: Während neben Binance vor allem viele kleinere Anbieter an den neuen regulatorischen Bestimmungen in der EU gescheitert sind, ist es mehr als 200 Kryptobörsenbetreibern gelungen, rechtzeitig vor der finalen Deadline die obligatorische Lizenz zu bekommen. 

Fazit

Derzeit ist völlig offen, ob es mit der EU-Lizenz für Binance noch rechtzeitig klappt und was genau die Nutzer am 1. Juli erwartet, wenn nicht. DER AKTIONÄR rät Nutzern daher, ihre Krypto-Bestände vor dem Fristablauf in Sicherheit zu bringen. Welche Möglichkeiten es dafür gibt und wie auch die Nutzer von anderen Kryptobörsen herausfinden können, ob ihr Anbieter die erforderliche Lizenz besitzt, können Sie hier nachlesen

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