Die Aktienkurse der Autohersteller aus den USA laufen weiter nach oben – ganz im Unterschied zu den deutschen Wettbewerbern. Was sie besser machen und welche Aktien jetzt einen genauen Blick wert sind.

Die US-Autobranche erlebt gerade einen klaren Kurswechsel. Jahrelang schien die Zukunft der Hersteller nur über Elektromobilität zu laufen. Doch die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen in den USA haben sich spürbar gelockert. Weniger Strafzahlungen, niedrigere Emissionsvorgaben und mehr Spielraum für große Verbrenner und Hybride verschaffen den Konzernen neuen Rückenwind. Für Anleger entsteht dadurch ein anderes Bild: Die alte Industrie ist nicht abgeschrieben.

Klassisches Geschäft, neue Ertragssäule

Besonders deutlich zeigt sich der Wandel bei General Motors. Der Konzern profitiert weiter von seinem margenstarken Kerngeschäft mit Pick-ups und SUVs wie dem Chevrolet Silverado, dem GMC Sierra und dem Cadillac Escalade. Diese Modelle sind die zentralen Gewinnbringer des Unternehmens und finanzieren einen Großteil der übrigen Aktivitäten.

Absatz verkaufte Autos von General Motors
Foto: Boersenmedien AG

Mit jedem verkauften Fahrzeug erwirtschaftet GM hohe Rohgewinne. Vor allem die großen Modelle sorgen dafür, dass der Konzern trotz hoher Investitionen in Werke, Software und neue Antriebe einen starken freien Cashflow erzielt. Gleichzeitig entwickelt sich GM zunehmend zu einem Unternehmen mit zwei Ertragssäulen.

„Bei OnStar und Super Cruise erwarten wir Margen von 70 Prozent.“

Mary Barra, CEO GM

Die Erlöse steigen kräftig, und auch der Auftragsbestand wächst. Damit gewinnt das Software- und Servicegeschäft für GM zunehmend an Gewicht – ein Bereich mit deutlich höheren Margen als das klassische Autogeschäft.

Auch an der Börse spiegelt sich dieser Wandel bereits wider. Die Aktie hat spürbar zugelegt, ist aber weiterhin moderat bewertet. General Motors wird noch immer eher wie ein klassischer Autobauer als wie ein Softwareunternehmen gehandelt – genau darin liegt für Anleger die Chance.

General Motors Chart
Foto: Boersenmedien AG

Parallel treibt GM den Umbau seines Geschäftsmodells voran. Werke werden auf Verbrenner und Hybride umgestellt, neue V8-Motoren entwickelt und zusätzliche Erlösquellen im Energie- und Speichergeschäft erschlossen. Der Konzern finanziert den Wandel damit aus der Stärke seines Kerngeschäfts.

General Motors ist damit heute mehr als ein zyklischer Autobauer. Der Konzern profitiert von politischen Entlastungen, bleibt bei margenstarken Modellen stark und baut zugleich ein digitales Geschäft mit hohem Potenzial auf. Diese Mischung macht die Aktie interessant.

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