EZB-Geldschwemme macht Aktien fast alternativlos
· Börse Online Redaktion
Die historische Lockerung der Geldpolitik im Euroraum stellt die Anleger vor neue Herausforderungen. Insgesamt will die Notenbank in den nächsten Monaten Anleihen im Volumen von 1,14 Billionen Euro erwerben. Das dürfte vor allem die Renditen vieler Staatsbonds ins Bodenlose drücken. Zehnjährige deutsche, italienische und spanische Bonds werfen schon jetzt so wenig ab wie nie zuvor. Auf der Suche nach Alternativen dürften für Investoren zunehmend Aktien mit einer hohen Dividendenrendite, vor allem solide Industriewerte, wieder in den Vordergrund rücken, prognostiziert NordLB-Analyst Tobias Basse.
Auf Seite 2: AUTOBAUER PROFITIEREN VOM SCHWACHEN EURO
AUTOBAUER PROFITIEREN VOM SCHWACHEN EURO
Chefstratege Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co empfiehlt Papiere der stark exportorientierten Autobauer, weil sie von der Entwicklung am Devisen- und Ölmarkt profitierten. Der Euro, der unter der ultralockeren Geldpolitik der EZB leidet, fiel am Freitag mit 1,1113 Dollar auf den tiefsten Stand seit mehr als elf Jahren. Der Ölpreis brach seit Juni vergangenen Jahres um rund die Hälfte ein und notiert inzwischen unter 50 Dollar je Fass.
Lohnen könnte sich laut Experten auch ein Blick auf Unternehmensbonds aus dem High-Yield-Bereich. LBBW-Analyst Thomas Klee rechnet mit einem deutlichen Nachfrageschub für diese Anleihen, die aufgrund ihres höheren Risikos eines Zahlungsausfalls auch eine höhere Verzinsung aufweisen. "Die Rendite liegt hier im Schnitt bei knapp über vier Prozent und das ist einiges mehr, als die meisten Staatsanleihen oder auch Unternehmensanleihen mit Top-Bonitätsnote (Investment Grade) noch bieten", sagte Klee.
Auf Seite 3: STEIGT DIE INFLATION, IST AUCH GOLD WIEDER EINEN BLICK WERT
STEIGT DIE INFLATION, IST AUCH GOLD WIEDER EINEN BLICK WERT
Eine andere Assetklasse favorisiert Folker Hellmeyer, Chef-Analyst der Bremer Landesbank: "Mittel- bis langfristig sind auch Edelmetalle interessant, wenn die Inflation anzieht." Gold wird von Investoren gern als Absicherung gegen eine drohende Geldentwertung angesteuert. Da die lockere Geldpolitik zudem die Konjunktur ankurbele, könnte dem Experten zufolge auch mit wieder steigenden Preisen für Rohöl und Kupfer gerechnet werden.
Zunehmend gefragt sein dürften laut Rahn auch US-Staatsanleihen, weil Anleger auf diesem Weg von der Aufwertung des Dollar profitieren. Der Greenback steigt derzeit nicht nur, weil der Euro schwächelt. Anleger setzen auch auf eine Anhebung der Zinsen in den USA, die den Dollar für Investitionen wieder attraktiver macht. Die US-Notenbank Fed hält den Leitzins seit Ende 2008 auf dem Rekordtief von null bis 0,25 Prozent. An den Märkten wird bislang frühestens Mitte 2015 mit einer Erhöhung gerechnet.
Reuters
Buchtipp: Magier der Märkte: Die nächste Generation
Die legendäre „Market Wizards“-Reihe kehrt zurück und richtet den Fokus auf eine neue Generation von Ausnahme-Tradern. Jack D. Schwager, die Legende in Sachen Trading-Interviews, entschlüsselt zusammen mit seinem Co-Autor George Coyle die Geheimnisse der Akteure, die in den komplexen Märkten der Gegenwart astronomische Renditen erzielen. Vom ehemaligen Sicherheitsdienst-Mitarbeiter, der 5.000 Dollar in über 100 Millionen verwandelte, bis hin zu algorithmischen Strategen – dieses Buch zeigt, dass Erfolg an der Börse kein Zufall, sondern das Ergebnis von Methode und mentaler Stärke ist. Es liefert tiefe Einblicke in individuelle Handelsstrategien, hocheffizientes Risikomanagement und die unverzichtbare psychologische Disziplin. Genau das Richtige für alle, die das Handwerk des Tradings von den Besten der Welt lernen wollen.
Autoren: Schwager, Jack D.
Coyle, George F.
Seitenanzahl: 496
Erscheinungstermin: 17.09.2026
Format: Klappenbroschur
ISBN: 978-3-68932-118-5