Drei ETFs reichen oft für einen langfristigen Vermögensaufbau. Welche Struktur sich lohnt und worauf Sie achten sollten.
Wer langfristig Vermögen aufbauen will, braucht kein Dutzend Fonds. Drei gut gewählte ETFs reichen oft aus, um weltweit breit gestreut zu investieren. Dabei sollten Anleger allerdings auf die Struktur, Kosten und vor allem die Disziplin achten.
Immer auf dem Laufenden bleiben: Jetzt BÖRSE ONLINE bei Google bevorzugen.
Warum wenige ETFs oft genug sind
Mehr Fonds bedeuten nicht automatisch mehr Sicherheit. Viele Depots mit zehn oder mehr ETFs enthalten am Ende dieselben Unternehmen mehrfach. Wer dagegen drei Bausteine bewusst wählt, behält den Überblick, zahlt weniger Kosten und muss seltener umschichten.
Der Kern eines solchen Depots sollte dabei ein Welt-ETF sein. Er bildet Hunderte bis Tausende Unternehmen aus Industrieländern ab und verteilt das Risiko über Branchen und Regionen.
Auf der Suche nach dem passenden Depot? Hier sind die besten Aktiendepots & Online-Broker im Test von BÖRSE ONLINE
Variante 1: Global und wachstumsorientiert
Diese Struktur setzt vollständig auf Aktien und eignet sich für Anleger mit langem Anlagehorizont und hoher Schwankungstoleranz:
- Welt-ETF (ca. 80 Prozent): etwa ein MSCI-World- oder FTSE-All-World-ETF als Fundament
- Schwellenländer-ETF (ca. 10 Prozent): zusätzliche Gewichtung von Märkten mit höherem Wachstumspotenzial, aber auch höheren Schwankungen (Biespiel: MSCI Emerging Markets UCITS ETF )
- Small-Cap-ETF (ca. 10 Prozent): kleinere Unternehmen, die historisch gesehen überdurchschnittlich wachsen können, allerdings mit mehr Risiko (Beispiel: MSCI World Small Cap UCITS ETF)
Wichtig: Manche Welt-ETFs enthalten bereits einen Teil der Schwellenländer. Die Beimischung kann daher je nach ETF zu unterschiedlichen Gewichtungen führen.
Variante 2: Mit Anleihen für mehr Ruhe
Wer Kursschwankungen schlechter aushält, kann einen Teil des Depots in Anleihen halten:
- Welt-ETF (ca. 70 Prozent)
- Globaler Anleihen-ETF (ca. 30 Prozent): etwa ein Global-Aggregate-Bond-ETF, der währungsgesichert in Euro notiert
Diese Mischung schwankt spürbar weniger, dürfte aber langfristig auch eine niedrigere Rendite erzielen. Wie stark der Effekt ausfällt, hängt von den Marktphasen ab.
Die wichtigsten Stellschrauben für den Aufbau
- Kosten: Die Total Expense Ratio (TER) wirkt über Jahrzehnte wie ein Bremsklotz. Ein Unterschied von 0,1 Prozentpunkt pro Jahr summiert sich am Ende zu einem spürbaren Betrag. Ein Blick auf die Kosten lohnt sich daher immer.
- Thesaurierend oder ausschüttend: Thesaurierende ETFs reinvestieren die Erträge automatisch. Das erleichtert den Zinseszinseffekt. Steuerlich fällt in Deutschland auch bei thesaurierenden Fonds die Vorabpauschale an. Für Privatanleger lohnt sich ein Blick auf die Freistellungsaufträge, denn der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro (2.000 Euro bei Zusammenveranlagung) deckt bereits einen Teil der Erträge ab.
- Sparplan statt Timing: Ein monatlicher Sparplan verteilt den Einstieg über Jahre. Schwankungen werden so zum Vorteil, weil man in schwachen Phasen mehr Anteile erhält. Wer versucht, den perfekten Einstiegszeitpunkt zu finden, verpasst oft die besten Börsentage.
- Geduld: Die größte Gefahr für Privatanleger ist nicht der Markt, sondern die eigene Reaktion darauf. Wer in Krisen verkauft, macht Buchverluste real. Wer durchhält, gibt Unternehmen die Zeit, die sie für Wachstum brauchen.
Fazit: 3 ETFs reichen
Ein Depot aus drei ETFs kann für viele Anleger eine sinnvolle Lösung sein: günstig, breit gestreut und leicht zu verwalten. Ob mit oder ohne Anleihen - entscheidend ist, dass die Struktur zur eigenen Risikobereitschaft passt und dann konsequent durchgehalten wird.
Wenn Sie sich dafür interessieren, wie Sie ihr Geld am besten anlegen können, dann kann sich ein Probeabo von BÖRSE ONLINE für Sie lohnen.
Häufige Fragen
Reichen drei ETFs wirklich für ein langfristiges Depot?
Ja, für viele Anleger schon. Ein Welt-ETF deckt bereits Hunderte bis Tausende Unternehmen ab. Zwei Ergänzungen wie ein Schwellenländer- oder Anleihen-ETF können die Gewichtung gezielt anpassen. Mehr Fonds bringen meist keine zusätzliche Sicherheit, sondern oft nur Überschneidungen und höhere Kosten.
Ist ein thesaurierender oder ausschüttender ETF besser?
Für den langfristigen Vermögensaufbau sind thesaurierende ETFs oft praktischer, weil die Erträge automatisch reinvestiert werden. Steuerlich fällt in Deutschland die Vorabpauschale an, auch bei thesaurierenden Fonds. Ob sich die Wahl für dich lohnt, hängt von deiner Situation ab, daher sollte man das im Einzelfall prüfen.
Wie viel Geld braucht man für den Start?
Dank Sparplänen kann man schon mit kleinen monatlichen Beträgen beginnen. Wichtig ist weniger die Höhe der ersten Einzahlung als die Regelmäßigkeit. Die tatsächlich nutzbaren Mindestbeträge und Gebühren hängen vom Broker ab und sollten dort vorab geprüft werden.