Kurzfristige Schlagzeilen bestimmen oft die Stimmung an der Börse. Wer dagegen auf Unternehmen mit krisenfesten Geschäftsmodellen setzt, muss nicht auf jede Nachricht reagieren.
Starke Geschäftsmodelle zeigen sich vor allem dann, wenn es schwierig wird. Gerade jetzt ist das gut zu beobachten. Europas Gasversorgung steuert auf einen angespannten Winter zu. Der Gaspreis hat erstmals seit Dezember 2022 die Marke von 100 Euro je Megawattstunde durchbrochen, und die Gasspeicher sind nur zu rund 75 Prozent gefüllt. Ein Unternehmen, das trotz dieser Lage Erträge erwirtschaftet, ist Equinor, einer der wichtigsten Gaslieferanten des Kontinents.
Energie: Die Krise als Rückenwind
Equinor warnt selbst vor weiteren Preissprüngen, falls ein kalter Winter auf niedrige Speicherstände trifft. Gleichzeitig verdient der Konzern deutlich: Das bereinigte operative Ergebnis im dritten Quartal hat sich nahezu verdoppelt, der operative Cashflow stieg um 19 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie blieb allerdings hinter den Erwartungen zurück. Mit der angehobenen Produktionsprognose und geplanten Aktienrückkäufen von drei Milliarden Dollar verbindet Equinor Förderwachstum, Cashflow und Ausschüttungen. Dieses Zusammenspiel zeigt ein solides Geschäftsmodell.
Dass starke Geschäftsmodelle auch in ganz anderen Branchen funktionieren, zeigt Microsoft.
Technologie: Wachstum mit hohem Preis
Das Geschäft des Software- und Cloud-Konzerns basiert zu einem großen Teil auf Abos und langfristigen Verträgen. Im ersten Quartal lag der Umsatz bei 92,3 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie bei 4,92 Dollar, erwartet waren 4,72 Dollar. Das Cloud-Geschäft Azure wuchs um 48 Prozent, und der Auftragsbestand stieg um 73 Prozent auf 677 Milliarden Dollar.
Der Preis für dieses Wachstum ist hoch. Die Investitionen kletterten auf 45,2 Milliarden Dollar, der Free Cashflow sank um 27 Prozent. Dass die operative Marge trotzdem auf 49,8 Prozent gestiegen ist, zeigt die Ertragskraft des Geschäfts.
Gebündelt von starken Geschäftsmodellen profitieren
Ob Rohstoffe, Software oder Konsumgüter: Entscheidend ist, ob ein Unternehmen auch in schwierigen Phasen verlässlich Erträge erwirtschaftet. Genau solche Unternehmen bündelt der Aktien für die Ewigkeit Index von BÖRSE ONLINE. Aufgenommen werden nur Werte mit krisenfesten Geschäftsmodellen, dominanter Marktstellung und positiver Fünf- und Zehnjahresperformance. Alle 29 Titel sind gleich gewichtet und werden halbjährlich rebalanciert.
André Kostolany riet dazu, Aktien einmal zu kaufen, liegen zu lassen und nie mehr zu verkaufen. Dass dieser Ansatz aufgeht, zeigt die aktuelle Entwicklung: Der Index hat ein neues Allzeithoch erreicht und bleibt auf Wachstumskurs.