Vor wichtigen Inflationsdaten und dem Start der Berichtssaison richten Anleger ihre Blicke auf die Fed. In einem aktuellen Bericht warnt die US-Großbank Goldman Sachs vor einer starken Belastung der Aktienmärkte.

Kommt es zur Leitzinserhöhung der amerikanischen Federal Reserve, könnten die Märkte unter Druck geraten. Darauf weist Goldman-Sachs-Stratege Ben Snider in einem Bericht hin. Für die längerfristige Marktrichtung bleibt jedoch etwas anderes entscheidend.

Keine Nachrichten mehr verpassen: Jetzt BÖRSE ONLINE bei Google bevorzugen.

Kommt die Zinserhöhung in den USA?

Die US-Großbank hat den Bericht am 10. Juli und somit vor einer wichtigen Woche für Anleger veröffentlicht. Es stehen der Start der Berichtssaison zum zweiten Quartal und die US-Verbraucherpreisdaten für Juni an. Beides beeinflusst die Geldpolitik der Fed. Goldman rechnet mit einer moderaten Zunahme der Kerninflation um 0,17 Prozent und einem Rückgang der Gesamtinflation um 0,11 Prozent. Letzteres führen Analysten auf geringere Energiepreise zurück.

Für die nächste Fed-Sitzung Ende Juli sehen die Märkte nur eine Wahrscheinlichkeit von rund 33 Prozent für eine Zinserhöhung. Wie es danach weitergeht, ist offen. Die Terminmärkte preisen bis Mitte 2027 noch fast 50 Basispunkte an weiteren Zinserhöhungen ein. Laut dem Bericht erwartet die US-Großbank für dieses Jahr keine weiteren Schritte und sieht eine Wahrscheinlichkeit von 25 Prozent für zusätzliche Straffungen.

Sicherheit statt Zinsangst

Wer in Werte investieren möchte, die selbst geopolitischen Krisen trotzen können, sollte einen Blick in den "Stabile Werte"-Index von BÖRSE ONLINE werfen.

Stabile Werte Index (WKN: SL0FFQ)

Das bedeutet es für Anleger

Goldman Sachs warnt davor, dass eine mögliche Zinserhöhung die Aktienmärkte belasten könnte. Besonders anfällig seien Unternehmen mit schwachen Bilanzen und hoher Verschuldung. Snider verweist zudem darauf, dass Aktien in früheren Straffungsphasen oft zunächst unter Druck gerieten, während der S&P 500 im späteren Verlauf wieder zulegte. Daher bleibt die Bank optimistisch und nennt bis Ende 2026 ein Kursziel von 8.000 Punkten für den wichtigen Leitindex.

Die anstehenden Inflationsdaten und die Fed-Signale könnten neue Chancen an den Märkten eröffnen. Vor allem Aktien mit hoher Bewertung, schwachen Bilanzen oder starkem Finanzierungsbedarf sollten jetzt besonders kritisch geprüft werden. Schon kleine Änderungen im Zinsausblick können hier für frische Impulse sorgen.

Wer jetzt umschichten möchte, findet Investitionsideen im aktuellen Magazin von BÖRSE ONLINE. Jetzt Ausgabe 29/26 als E-Paper lesen.

Direkt zum E-Paper

Weiterführende Links

Häufig gestellte Fragen

Warum reagieren Aktien so empfindlich auf Zinserhöhungen?

Zinserhöhungen machen Kredite teurer und drücken oft auf die Bewertung von Wachstumsunternehmen. Besonders Titel mit hoher Verschuldung oder starkem Finanzierungsbedarf geraten dann unter Druck.

Warum spielt die Inflation für die Fed eine so große Rolle?

Die Federal Reserve steuert mit ihrer Geldpolitik vor allem die Preisstabilität. Steigt die Inflation zu stark, erhöht sie häufig die Zinsen, um die Nachfrage zu bremsen und den Preisdruck zu senken.

Was bedeutet eine höhere Fed-Zinsrate für den S&P 500?

Der S&P 500 reagiert oft zunächst negativ, wenn der Markt mit höheren Zinsen rechnen muss. Mittel- bis langfristig hängt die Entwicklung aber davon ab, wie stark Unternehmen wachsen und wie die Konjunktur auf die strengere Geldpolitik reagiert.