KI begeistert die Börsen – doch in der Realität bleibt die Produktivität bisher aus. Deutsche-Bank-Analyst Jim Reid erklärt, warum der große Durchbruch noch Jahre entfernt ist.

Das große Potenzial von Künstlicher Intelligenz hat an den Börsen für Rekordkurse und euphorische Stimmung gesorgt – doch nun setzt langsam Ernüchterung ein. Die neue Technologie dürfte die Produktivität zwar erheblich steigern, die tatsächlichen Auswirkungen auf die Volkswirtschaften könnten jedoch noch Jahre auf sich warten lassen. Das sagt Jim Reid, Analyst der Deutschen Bank, im Interview mit Bloomberg Television.

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Analyst der Deutschen Bank: Bis KI wirklich Vorteile bringt, wird es noch Jahre dauern

„In meiner Karriere habe ich noch nichts erlebt, das dem Potenzial von KI in Bezug auf Produktivität auch nur annähernd entspricht", sagte Reid demnach. „Aber ich würde warnen: Es wird wohl noch ein paar Jahre dauern, bis wir die Technologie wirklich in Unternehmen integriert haben und die Vorteile vollständig ausschöpfen können."

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Das legt auch eine aktuelle Befragung des National Bureau of Economic Research (NBER) unter knapp 6.000 Führungskräften in Deutschland, den USA, Großbritannien und Australien nahe: Zwar setzen 69 Prozent der Unternehmen KI aktiv ein – doch 89 Prozent der Befragten sehen noch keinen positiven Effekt bei der Produktivität.

Weiterführende Links

KI-Boom oder Ki-Blase? Analyst warnt: Inflation könnte steigen

Fragen nach dem Potenzial von KI überschatten derzeit auch die Finanzmärkte. Die beispiellose Kursrally bei Halbleiteraktien wie Micron oder auch dem Halbleiterindex SOX veranlasst Investoren, sich zu fragen, ob die aktuell sehr hohen Bewertungen und Investitionspläne in die Technologie gerechtfertigt sind. Dementsprechend sind die Kurse gerade bei Chipaktien wieder im Sinkflug. Statt einer Blase sieht Reid jedoch vor allem ein Inflationsrisiko.

„Wenn man parabolische Kursanstiege sieht, besteht natürlich das Risiko, dass es irgendwann zu einem großen Technologie-Crash kommt", räumte er ein. „Aber ich würde immer wieder darauf verweisen, dass Menschen seit 250, 300 Jahren – seit der Industriellen Revolution – immer wieder Innovationen schaffen. Was dabei stets gestiegen ist: die Inflation." Tatsächlich gehen auch Analysten von Goldman Sachs davon aus, dass die Effekte des KI-Booms zu einem Inflationsanstieg führen können.

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Häufige Fragen

Warum zeigt KI trotz hoher Nutzung kaum Wirkung auf die Produktivität?

Laut einer NBER-Befragung von knapp 6.000 Führungskräften setzen zwar 69 Prozent der Unternehmen KI aktiv ein, doch 89 Prozent sehen bislang keinen messbaren Produktivitätseffekt. Experten wie Deutsche-Bank-Analyst Jim Reid erklären das damit, dass die vollständige Integration der Technologie in Unternehmensprozesse noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird.

Droht durch den KI-Boom eine neue Technologieblase?

A: Jim Reid von der Deutschen Bank sieht trotz parabolischer Kursanstiege bei Halbleiteraktien keine klassische Blase als Hauptrisiko – sondern warnt vielmehr vor steigender Inflation. Historisch betrachtet hat technologischer Fortschritt seit der Industriellen Revolution stets inflationäre Effekte erzeugt.

Wann werden die wirtschaftlichen Vorteile von KI spürbar sein?

Nach Einschätzung von Jim Reid, Analyst der Deutschen Bank, wird es voraussichtlich noch einige Jahre dauern, bis Unternehmen KI vollständig integriert haben und die Produktivitätsvorteile vollumfänglich nutzen können – auch wenn das langfristige Potenzial der Technologie aus seiner Sicht beispiellos ist.

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