Europa muss dringend mehr Flüssigerdgas importieren, um die Versorgung im Winter sicherzustellen. Drei Unternehmen konnten besonders davon profitieren.

Europa hat großen Hunger nach Erdgas, verfügt aber nur über begrenzte eigene Reserven. Lediglich Norwegen fördert noch in größerem Umfang. Im vergangenen Jahr deckte das Land damit jedoch nur rund 26 Prozent des Gasverbrauchs der Europäischen Union. Gleichzeitig werden die Pipeline-Importe aus Russland, einst Europas wichtigster Gaslieferant, schrittweise beendet. Europa ist deshalb zunehmend auf Flüssigerdgas, kurz LNG, angewiesen, das per Tanker aus Übersee geliefert wird.

Die Versorgungslage bleibt angespannt. Ende August waren die Gasspeicher der EU-Staaten nur zu rund 65 Prozent gefüllt – deutlich weniger als im Fünfjahresdurchschnitt von 79 Prozent. Deutschland lag mit einem Füllstand von etwa 53 Prozent besonders weit zurück. Um die Speichervorgabe von 80 Prozent bis zum 1. November zu erreichen, müssten sich die LNG-Importe laut dem EWI der Universität zu Köln mehr als verdoppeln.

Grafik LNG-Importe EU
Foto: Boersenmedien AG

Für die LNG-Branche ist der steigende Importbedarf Europas eine große Chance. Besonders gut positioniert ist Cheniere Energy. Der US-Konzern betreibt mit Sabine Pass und Corpus Christi zwei der größten LNG-Exportterminals der Welt. 

Chart Cheniere Energy
Foto: Boersenmedien AG

Mehr als 90 Prozent der Kapazitäten sind langfristig vermarktet, meist mit „Take-or-Pay“-Klauseln. Dadurch erzielt Cheniere planbare Einnahmen. Zugleich kann das Unternehmen am Spotmarkt von Preisunterschieden zwischen den USA, Europa und Asien profitieren.

Mit einer Kapazität von mehr als 53 Millionen Tonnen pro Jahr ist Cheniere der größte LNG-Anbieter der USA. Bis Ende 2026 sollen die Kapazitäten um 11 bis 13 Prozent steigen. Die EBITDA-Marge lag im ersten Halbjahr bei starken 35 Prozent. Zudem flossen im ersten Halbjahr 1,3 Milliarden Dollar über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurück.

Welche zwei weiteren Unternehmen neben Cheniere Energy profitieren könnten, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe von BÖRSE ONLINE. Außerdem zeigen wir, über welchen Index sich gebündelt vom Wachstum des LNG-Sektors profitieren lässt.

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