Die Herstellung modernster Chips kommt nicht ohne Helium aus. Die Nachfrage steigt deutlich, während das Angebot nachlässt. Bei einem deutschen Unternehmen sehen Experten daher deutliches Kurspotenzial.
Chiphersteller optimieren ihre Fertigungsverfahren kontinuierlich. Dabei gilt grundsätzlich: Je kleiner die Strukturen, desto höher die Anforderungen an die Produktion. Helium wird unter anderem zur Kühlung und als Schutzgas eingesetzt. Das Edelgas bietet dabei chemische Vorteile, weil es besonders reaktionsträge ist.
Doch der Rohstoff ist knapp: Der Iran-Konflikt sorgt weiterhin für Versorgungsengpässe. Eine Ausweitung des Konflikts auf weitere Staaten verschärft die Lage zusätzlich. So deckt Katar rund ein Drittel der weltweiten Heliumproduktion ab. Dadurch steigen die Preise für das Edelgas, während die Nachfrage hoch bleibt. Das könnte dem Anbieter von Industriegasen zugutekommen und das Kurspotenzial der Aktie erhöhen.
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Der Industriegaskonzern bietet Gase, Technologien und Dienstleistungen für die Industrie und das Gesundheitswesen an. Das Unternehmen bestätigte kürzlich, dass die Angriffe auf Katar zu einer Verknappung des Heliumangebots geführt haben. Um wichtige Kunden zu versorgen, will der Konzern Heliummengen aus anderen Regionen umverteilen.
Um die Versorgung abzusichern, verwies das Management auf einen unterirdischen Heliumspeicher im nordrhein-westfälischen Gronau-Epe. Nach Angaben aus einer Pressemitteilung aus dem Jahr 2016 kann der Speicher den Heliumbedarf für mehr als ein Jahr abdecken. Sollten die Lieferengpässe anhalten, könnte dieser also als Puffer dienen. Dadurch wäre das Ertragsrisiko trotz einer möglichen Angebotsknappheit begrenzt. Gleichzeitig könnten höhere Heliumpreise die Gewinne stützen, falls sich der Kampf um den strategisch wichtigen Rohstoff weiter verschärft.
Das Unternehmen bleibt auch dank seiner Aktivitäten in den Bereichen Wasserstoff, Halbleiter und Dekarbonisierung attraktiv. Zudem arbeitet der Konzern daran, seine Abläufe schlanker aufzustellen. Mit einem erwarteten KGV für 2026 von 24 ist die Aktie günstiger bewertet als einige Wettbewerber. Analysten raten ebenfalls zum Kauf und sehen rund 13 Prozent Kurspotenzial. Bei einer weiteren Verknappung von Helium und möglichen zusätzlichen Gewinnen halten einige Experten sogar ein höheres Kursziel für möglich.
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Mit Hebel profitieren
Wer jedoch deutlich höhere Erträge erzielen möchte, sollte einen Optionsschein in Erwägung ziehen. Steigt der Kurs bis zum Jahreswechsel auf 210 US-Dollar, wären rund 140 Prozent Rendite möglich.
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Häufig gestellte Fragen
Warum ist Helium für die Chipproduktion wichtig?
Helium wird in der Halbleiterindustrie unter anderem zur Kühlung und als Prozess- oder Schutzgas eingesetzt. Wegen seiner besonderen physikalischen Eigenschaften lässt es sich nicht in allen Anwendungen problemlos durch andere Gase ersetzen.
Wie lange reichen die weltweiten Heliumvorräte noch?
Eine genaue Jahreszahl lässt sich nicht seriös nennen, weil Helium als Nebenprodukt der Erdgasförderung gewonnen wird und die wirtschaftlich förderbaren Reserven von Preisen, Technik und Nachfrage abhängen. Neue Förderprojekte, Recycling und effizientere Nutzung können die Versorgung verbessern, beseitigen aber nicht automatisch kurzfristige Engpässe.
Welche Branchen leiden besonders unter einer Heliumknappheit?
Neben der Halbleiterindustrie ist Helium für medizinische Magnetresonanztomografen, Raumfahrt, Forschung und bestimmte industrielle Anwendungen wichtig. Besonders anfällig sind Branchen, die auf hochreines oder flüssiges Helium angewiesen sind und kurzfristig nur wenige Ersatzmöglichkeiten haben.