Das SpaceX-IPO hat für viel Euphorie gesorgt. Ron Baron, Milliardär und SpaceX-Enthusiast, stockte seine Beteiligung am Emissionstag um eine Milliarde US-Dollar auf. Der bekannte Investor glaubt, dass SpaceX irgendwann zum größten Unternehmen der Welt werden könnte. Doch seine Prognose enthält jede Menge Fantasie.
Der Milliardär Ron Baron engagiert sich schon seit mehreren Jahren bei SpaceX. Über seinen Fonds Baron Capital baute er seit 2017 über Mitarbeiter-Aktienverkäufe eine riesige Position auf und investierte in mehreren privaten Finanzierungsrunden bereits fast zwei Milliarden US-Dollar in das Unternehmen. Beim Börsenegang kam eine weitere Milliarde dazu. Inzwischen ist sein Aktienpaket an SpaceX rund 25 Milliarden US-Dollar wert und Baron glaibt, dass es noch viel mehr werden kann. Er prognostiziert eine Bewertung von 10, 20 oder sogar 30 Billionen US-Dollar in den nächsten zehn bis 15 Jahren.
SpaceX: Fantasie oder Realität? Milliardär ist zuversichtlich
Barons Optimismus beruht auf Starlink. Der Milliardär traut dem Satellitengeschäft von SpaceX langfristig 300 Millionen Nutzer zu. Dies entspräche einem Jahresumsatz von einer Billion US-Dollar. Aktuell liegt Starlink noch bei rund zehn Millionen Kunden und 11,4 Milliarden Dollar Umsatz. Auf dieser Basis geht der Großinvestor also von einer 30-Fachung der Kundenzahl aus.
Bei einer Marktkapitalisierung von rund 2,6 Billionen Dollar und einem Jahresumsatz von 18,7 Milliarden Dollar handelt die SpaceX-Aktie mit fast dem 140-Fachen Umsatz. Gleichzeitig schrieb das Unternehmen 2025 einen Nettoverlust von 4,9 Milliarden Dollar. Baron ficht das nicht an. Er sieht ein Unternehmen, das in einer Größenordnung agiert, die sonst niemand erreichen kann. "Was sie getan haben, ist für niemanden sonst möglich. Nicht machbar", sagte der Milliardär. Starship, die wiederverwendbare Nutzlastrakete, sieht der Invdetsoren als nächsten Gewinntreiber. Sie soll 100 bis 150 metrische Tonnen ins All transportieren können. Dazu wäre ein technisches Wunder nötig, denn das aktuelle Modell, die Falcon 9, schafft gerade einmal 17,5 metrische Tonnen.
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SpaceX: Viel Fantasie, aber sehr teuer
Barons überaus optimistische Prognosen basieren auf viel Hoffnung und noch mehr Fantasie. Starlink müsste massiv wachsen und das Starship ein voller Erfolg werden. Dazu dürftn andere Geschäftsbereiche wie xAI in Zukunft nicht mehr als Belastungsfaktor wirken. Doch genau hier liegt ein großes Risiko für SpaceX. Die KI-Sparte verbrennt derzeit rund eine Milliarde Dollar pro Monat. Richtig gelesen: pro Monat. Ändert sich hieran nichts, belastet xAI das gesamte Unternehmen auf Dauer und sorgt für zusätzliche Verluste - auch für Ron Baron.
Kritiker, die weniger eurphorisch sind als Baron, sehen in SpaceX ein Unternehmen, dessen die Marktkapitalisierung und Bewertung , etwa auf Basis seines Kurs-Umsatz-Verhältnisses (KUV) nicht zu den bisher gemeldeten Zahlen passen. Hinzu kommen Nettoverluste im Milliarden-Bereich. Das macht SpaceX in den Augen vieler Experten zum gegenwärtigen Zeitpunkt viel zu teuer.
In der zweiten Woche nach dem IPO bleibt die SpaceX-Aktie damit eine Wette; was nicht ausschließt, dass risikobereite Investoren der ersten Stunde Erfolg haben können. Wer sich genauer über SpaceX informieren will, sollte in die aktuelle BÖRSE ONLINE-Ausgabe 26/26 schauen. Hir finden Anleger eine sehr erhellende Pro-und-Contra-Analyse zu SpaceX.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist Starlink so wichtig für SpaceX?
Starlink ist für SpaceX besonders interessant, weil das Geschäft theoretisch sehr skalierbar ist und wiederkehrende Umsätze bringen kann. Wenn die Nutzerbasis stark wächst, könnte daraus langfristig ein sehr profitables Kerngeschäft entstehen.
Wie risikoreich ist ein Investment in SpaceX?
Ein Investment in SpaceX ist hochspekulativ, weil die Bewertung bereits sehr ambitionierte Zukunftserwartungen einpreist. Wer einsteigt, wettet nicht nur auf Wachstum, sondern auch auf die erfolgreiche Umsetzung technisch anspruchsvoller Projekte.
Kann Starship wirklich ein Gamechanger werden?
Ja, wenn Starship zuverlässig große Lasten ins All bringen kann, könnte das die Kostenstruktur der Raumfahrt deutlich verändern. Gleichzeitig bleibt das Projekt technisch extrem herausfordernd, weshalb Verzögerungen oder Fehlschläge jederzeit möglich sind.
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