Den MSCI World kennt wahrscheinlich jeder Anleger. Was jedoch deutlich weniger bekannt ist: Unter dem Dach des MSCI World existieren mittlerweile rund 30 investierbare Subindizes, die unterschiedliche Anlagestrategien verfolgen. 

Neben dem klassischen Weltindex gibt es Varianten für nachhaltige Investments, Small Caps, einzelne Branchen oder spezielle Faktoren wie Qualität oder Momentum. Dadurch können Anleger ihr Portfolio gezielt an ihre persönlichen Vorstellungen anpassen.

Der klassische MSCI World hat auch Schwächen

Der traditionelle MSCI World umfasst rund 1.350 große und mittelgroße Unternehmen aus 23 Industrieländern. Aufgrund seiner Marktkapitalisierung wird er häufig als globaler Aktienindex wahrgenommen. Tatsächlich weist er jedoch eine deutliche regionale Konzentration auf. Mehr als zwei Drittel des Index entfallen inzwischen auf US-Unternehmen. Hinzu kommt eine hohe Gewichtung der größten Technologiekonzerne. Die sogenannten „Magnificent Seven“ – darunter Apple, Microsoft, Nvidia oder Amazon – machen inzwischen einen erheblichen Teil der gesamten Indexentwicklung aus. Entwickeln sich diese Unternehmen schwächer, kann dies den gesamten MSCI World deutlich belasten.

Wer diese Konzentrationsrisiken reduzieren möchte, findet inzwischen zahlreiche Alternativen innerhalb der MSCI-Indexfamilie.

MSCI World (ISIN: XC0009692739)

Rund 30 investierbare MSCI-World-Ableger

In den vergangenen Jahren hat MSCI sein Indexangebot kontinuierlich ausgebaut. Heute stehen Privatanlegern rund 30 verschiedene Unterindizes zur Verfügung, in die sie über ETFs investieren können. Sie unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich Nachhaltigkeit, Unternehmensgröße, Branchenfokus oder regionaler Zusammensetzung. Einige Varianten setzen auf besonders stabile Unternehmen, andere konzentrieren sich auf Dividenden, einzelne Wirtschaftssektoren oder Klimastrategien.

Zu den beliebtesten Alternativen zählt nach wie vor der klassische MSCI World, auf den weltweit mit Abstand das meiste ETF-Vermögen entfällt. Er bleibt für viele Anleger der Standardbaustein eines langfristigen Aktienportfolios.

Die zweitgrößte Bedeutung besitzt mittlerweile der MSCI World SRI. Dieser Nachhaltigkeitsindex berücksichtigt ausschließlich Unternehmen, die strenge ökologische, soziale und ethische Kriterien erfüllen. Gleichzeitig werden Branchen wie Waffen, Tabak oder fossile Energieträger weitgehend ausgeschlossen. Vor allem bei nachhaltig orientierten Anlegern erfreut sich diese Variante wachsender Beliebtheit.

Eine besonders breite Diversifikation bietet der MSCI World IMI (Investable Market Index). Während der klassische MSCI World lediglich große und mittelgroße Unternehmen umfasst, erweitert der IMI das Universum um Small Caps. Dadurch steigt die Zahl der enthaltenen Aktien auf mehrere Tausend Unternehmen. Anhänger dieser Variante schätzen vor allem die breitere Streuung über verschiedene Unternehmensgrößen hinweg.

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Noch einen Schritt weiter gehen der MSCI ACWI sowie der MSCI ACWI IMI. Beide Indizes ergänzen die Industrieländer um Schwellenländer wie China, Indien, Brasilien oder Taiwan. Der ACWI gilt deshalb für viele Anleger als der vollständigere Weltindex. Der ACWI IMI erweitert dieses Konzept zusätzlich um Small Caps und zählt damit zu den breitesten global investierbaren Aktienindizes überhaupt.

Wer gezielt auf einzelne Branchen setzen möchte, findet außerdem zahlreiche Sektorindizes. Besonders beliebt ist der MSCI World Information Technology, der ausschließlich Technologieunternehmen aus den Industrieländern enthält. Daneben existieren unter anderem eigene MSCI-World-Indizes für Gesundheit, Finanzwerte, Industrie, Energie oder Immobilien. Solche ETFs eignen sich vor allem für Anleger, die einzelne Wirtschaftsbereiche bewusst übergewichten möchten.

Breite Streuung oder höhere Renditechancen?

Die Auswahl innerhalb der MSCI-Familie zeigt, dass der klassische MSCI World längst nicht mehr die einzige Möglichkeit für ein weltweit ausgerichtetes Aktieninvestment ist. Wer möglichst breit diversifizieren möchte, findet mit den IMI- oder ACWI-Varianten eine größere regionale und unternehmensbezogene Streuung. Gleichzeitig kann eine geringere Konzentration auf die USA und große Technologiewerte allerdings auch Rendite kosten. Gerade diese Unternehmen haben den klassischen MSCI World in den vergangenen zehn Jahren maßgeblich nach oben gezogen. Für Anleger bleibt daher die Abwägung zwischen maximaler Diversifikation und der Hoffnung auf überdurchschnittliche Erträge eine der wichtigsten Entscheidungen bei der Auswahl eines globalen Aktien-ETF.

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