Zwei Top-Analysten der Bank of America haben in einer aktuellen Studie zwei IPO-Aktien empfohlen. Auch bei einem deutschen Unternehmen sehen die Experten jetzt erhebliches Kurspotenzial.

Nach einer ruhigen Phase ist der IPO-Markt 2026 zurück auf dem Radar der Anleger. Vor allem Aktien aus den Bereichen KI, Luftfahrt und digitaler Infrastruktur wecken Interesse. Das Rekord-Debüt von SpaceX hat den Markt beflügelt, doch auch abseits des Mega-Börsengangs bleibt die Nachfrage nach neuen Listings hoch. Jetzt rücken zwei Unternehmen, die neu an der Wall Street notieren, in den Fokus, bei denen die Bank of America noch Kurspotenzial sieht.

Diese zwei Aktien empfehlen die Analysten jetzt

Die beiden Titel können zwar in puncto Größe nicht mit dem Unternehmen von Elon Musk konkurrieren, bieten jedoch nach Meinung der Experten jede Menge Wachstumspotenzial.

Quantinuum (Kurspotenzial: 29 Prozent)

Quantinuum hat sich seit der Fusion von Cambridge Quantum und Honeywell Quantum Solutions 2021 einen festen Platz im noch jungen Quantencomputing-Markt erarbeitet. Vereinfacht gesagt baut das Unternehmen Computer, die mit Qubits statt klassischen Bits arbeiten. Damit sind extrem empfindliche Recheneinheiten gemeint, die sich nur schwer fehlerfrei steuern lassen. Mit H1, H2 und dem neuen Helios hat Quantinuum seine Systeme Schritt für Schritt präziser und leistungsfähiger gemacht. Der Börsengang Anfang Juni bewertete den Konzern mit mehr als 19 Milliarden Dollar, Bank-of-America-Analyst Vivek Arya sieht deshalb weiter erhebliches Potenzial.

"Wir glauben, dass Quantinuum langfristig einen Marktanteil von rund 25 Prozent erreichen kann, gestützt auf den frühen, nachgewiesenen Leistungsvorsprung", schrieb der Experte in der Studie.

Die Bank of America stuft die Quantinuum-Aktie mit einer Kaufempfehlung ein. Das Kursziel setzen die Analysten auf 100 US-Dollar (rund 87 Euro) fest. Dies impliziert ein Aufwärtspotenzial von 29 Prozent. Auch der Analystenkonsens stützt diese Einschätzung: 12 von 13 Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf.

Sicherheit statt Spekulation

Wer nicht auf spekulative IPO-Titel setzen möchte, findet im "Stabile Werte"-Index von BÖRSE ONLINE einige Aktien, die auch geopolitischen Krisen trotzen können.

Quantinuum Inc. (WKN: A42CZ0)

Innio Holding (Kurspotenzial: 33 Prozent)

Innio ist ein global aufgestellter Anbieter aus Deutschland. Mit den bekannten Marken Jenbacher und Waukesha bietet der Konzern dezentrale Energielösungen. Das Unternehmen will Kunden eine flexible und effiziente Stromversorgung liefern und profitiert dabei auch von der wachsenden Nachfrage für Rechenzentren. Am 4. Juni notierte Innio an der Wall Street, genauer im Nasdaq Global Markets-Index. 

Bei 27 US-Dollar je Aktie platzierte Innio 90 Millionen Aktien. Der Erlös von 2,43 Milliarden US-Dollar floss dabei nicht an das Unternehmen, sondern an einen bestehenden Aktionär. Damit lag ein Secondary Offering vor, also kein klassischer Börsengang mit frischem Kapital für das Unternehmen. Bank-of-America-Analyst Andrew Obin sieht den Konzern langfristig gut positioniert.

"Unsere positive Sicht wird durch Innios schnell wachsendes Rechenzentrumsgeschäft, Kapazitätserweiterungen und das ausgereifte Servicemodell getragen. Die Jenbacher-Motoren des Unternehmens haben bereits Aufträge erhalten, um mehrere Gigawatt (GW) an Rechenzentren zu versorgen. Darüber hinaus plant Innio, seine Motorkapazität von 3,5 GW im Jahr 2025 auf 7,0 GW bis 2028 zu verdoppeln. Wir prognostizieren eine durchschnittlich jährliche Wachstumsrate von 31 Prozent bis 2028", schrieb Obin in der Studie.

Die Bank of America empfiehlt die Innio-Aktie zum Kauf. Das Kursziel liegt bei 46 US-Dollar (rund 40 Euro). Das entspricht einem möglichen Plus von 33 Prozent in den nächsten zwölf Monaten.

Innio N.V. (WKN: A42DTV)

Sollten Anleger jetzt zuschlagen?

Die beiden Werte sind erst seit Kurzem an der Wall Street notiert. Dennoch gehen die Experten von einem deutlichen Kurspotenzial aus. Innio profitiert aktuell vor allem von der Nachfrage nach Rechenzentren. Quantinuum hingegen ist eines der Top-Unternehmen im Bereich der Quantencomputer. Spekulative Anleger sollten die Volatilität und Risiken von IPO-Aktien dennoch nicht außer Acht lassen.

Beide Titel stehen nicht auf der Empfehlungsliste von BÖRSE ONLINE. Wer in der Berichtssaison auf der Suche nach neuen weiteren Anlagemöglichkeiten ist, sollte einen Blick in die aktuelle Ausgabe 29/26 des BÖRSE ONLINE-Magazins werfen.

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Häufig gestellte Fragen

Warum gelten IPO-Aktien oft als besonders volatil?

IPO-Aktien haben nach dem Börsengang oft noch keine lange Handelshistorie, an der sich Anleger orientieren können. Hinzu kommt, dass die Bewertung häufig ambitioniert ist und sich die Geschäftsentwicklung erst noch beweisen muss. Dadurch können die Kurse stärker schwanken als bei etablierten Standardwerten.

Woran erkennen Anleger, ob eine neue Aktie langfristig interessant ist?

Wichtige Faktoren sind ein nachvollziehbares Geschäftsmodell, skalierbares Wachstum, eine starke Marktposition und ein glaubwürdiger Weg zur Profitabilität. Auch die Qualität der Aktionärsstruktur und die Einschätzungen unabhängiger Analysten können Hinweise liefern. Trotzdem bleibt bei neuen Börsenwerten das Risiko höher als bei lang etablierten Unternehmen.

Sind Aktien aus dem Bereich Rechenzentren und Quantencomputing nur ein Hype?

Nicht unbedingt. Beide Themen haben reale wirtschaftliche Treiber: Rechenzentren profitieren von KI, Cloud und Energiebedarf, Quantencomputing könnte langfristig neue Rechenanwendungen erschließen. Der entscheidende Unterschied ist, dass Rechenzentren schon heute ein Markt mit klarer Nachfrage sind, während Quantencomputing noch stärker auf Zukunftspotenzial basiert.

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