Abgestraft, unterschätzt, wiederentdeckt: Warum der Markt in den vergangenen Monaten einige Branchen unterschätzt hat – welche Aktien jetzt das größte Nachholpotenzial besitzen.
Für viele Unternehmen aus dem Software- und Technologieumfeld bedeutete der KI-Hype einen schmerzhaften Ausverkauf. Anleger flohen in die großen Gewinner der neuen Zeit – Nvidia, Alphabet oder Amazon. Alles andere schien auf der falschen Seite zu stehen. Doch hat sich der Markt vielleicht geirrt und beginnt, diesen Fehler zu korrigieren.
Makroökonomisch ist das Umfeld alles andere als einfach. Die Leitzinsen in Europa verharren auf einem Niveau, das Investitionen verteuert und Bewertungen unter Druck setzt. Und doch dreht sich etwas. Die Spreu wurde vom Weizen getrennt. Wer in einem schwierigen Marktumfeld liefert, dem traut der Investor auch künftiges Wachstum zu. Der Pessimismus, der viele Titel in den vergangenen Monaten gedrückt hat, war schlicht übertrieben.
Was nicht eingepreist war: Viele der abgestraften Unternehmen haben ihre Geschäftsmodelle weiterentwickelt, neue Märkte erschlossen oder operative Stärke bewiesen. Nicht jede Gesellschaft, die mit Software oder digitalen Prozessen ihr Geld verdient, wird durch KI ausradiert. Viele werden durch sie gestärkt. Denn künstliche Intelligenz braucht Infrastruktur, sie braucht Daten, Implementierung und Energie — und sie braucht Menschen und Systeme, die dafür sorgen, dass alles reibungslos funktioniert.
Jenseits des Softwaresektors geriet auch die Energieinfrastruktur ins Kreuzfeuer des Pessimismus. Dabei ist die Logik hier geradezu umgekehrt: KI ist ein massiver Energieverbraucher. Die Nachfrage nach intelligenter Energieverteilung, nach Ladelösungen für Rechenzentren, nach smarten Stromnetzen wächst. Und auch die Hersteller von Spezialmaterialien und Hochleistungswerkstoffen dürfen nicht vergessen werden. Die Energiewende, der Rüstungsaufbau, die Elektrifizierung der Mobilität — sie alle brauchen Werkstoffe, die nur wenige Unternehmen in der benötigten Qualität liefern können. BÖRSE ONLINE hat in seiner neuen Ausgabe zehn Unternehmen herausgesucht, die in den vergangenen Monaten unter Druck geraten sind und deren Kurse jetzt wieder deutlich anziehen könnten.
Weitere Themen im Heft
Was fehlt noch?
Weltweit sind große Aktienindizes im Rekordrausch. Ausgerechnet der DAX hängt zurück. Kurstreiber, Bremsklötze und Dividendenriesen - was Deutschlands wichtigstem Aktienbarometer zum Ausbruch fehlt (S. 32)
Quantensprung für „Big Blue“
Dieses Tech-Schwergewicht positioniert sich als Profiteur des KI- und Quanten-Booms. Der aktuelle Rücksetzer vom Rekordhoch ist eine Kaufchance (S. 38)
Bigger in Japan
Japans Leitindex jagt von Rekord zu Rekord, getrieben von Halbleitern und KI. Welche Techs jetzt noch Substanz haben und warum auch ein ETF eine gute Wahl ist (S. 46)
Schwache Tendenz
Aktien steigen zwischenzeitlich auf Rekordhochs, der Bitcoin befindet sich dagegen im Tiefflug. Die Liquidität fließt derzeit in KI-Aktien oder die Mega-IPOs. Dieser Trend kann sich aber auch schnell umkehren (S. 52)
Geld-Staubsauger einschalten
Mit dem Altersvorsorge-Depot können Sparer ab 2027 das künftig erzielbare Vermögen (und die Rente daraus) um 20, 30 oder 40 Prozent steigern — in mancher Konstellation sogar glatt verdreifachen. (S. 106)
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