Hohe Benzinpreise, neue Fördermodelle, neue Technologie: Die Nachfrage nach Elektroautos steigt wieder. Noch drückt sich das nicht in den Zahlen der Zulieferer aus. Das könnte sich jedoch ändern.

Die staatliche Kaufprämie für Elektroautos kommt hervorragend an: Innerhalb von nur 24 Stunden nach dem Start gingen fast 20.000 Anträge ein. Die neue Förderung zeigt, dass die Nachfrage nach E-Mobilität weiter hoch ist, zumal zusätzlich steuerliche Vorteile für batterieelektrische Dienstwagen und der Ausbau der Ladeinfrastruktur Rückenwind geben. Für die Branche ist das ein wichtiges Signal, denn der Umstieg auf das E-Auto wird nicht nur politisch unterstützt, sondern auch wirtschaftlich immer attraktiver.

Wer heute an der Tankstelle steht, spürt den Unterschied besonders deutlich: Ein Elektroauto ist im Betrieb inzwischen oft deutlich günstiger als ein vergleichbarer Verbrenner. Gleichzeitig spricht auch der globale Trend klar für die Elektromobilität. Laut Marktforschern wächst der Markt für Fabrikautomation, der direkt von der EV-Welle profitiert, jährlich um rund zehn Prozent und dürfte bis 2030 die Marke von 300 Milliarden US-Dollar überschreiten. Weltweit wird sich die Automobilindustrie damit weiter grundlegend verändern. Batterieanlagen, Leistungshalbleiter und vollautomatisierte Fertigungslinien werden immer wichtiger, während klassische Verbrenner-Strukturen unter Druck geraten.

Statistik Absatz Batteriefahrzeuge
Foto: Boersenmedien AG

Genau in diesem Umfeld wird Dürr interessant. Der Maschinenbauer aus Bietigheim-Bissingen gilt als Marktführer bei der Ausstattung neuer EV-Fabriken, vor allem bei hocheffizienten Trockenlackierungsanlagen für Batteriezellen. Kurz gesagt: Ohne Dürr rollt kaum ein Elektroauto vom Band. Das Unternehmen profitiert damit direkt vom Investitionszyklus der Elektromobilität und von der Modernisierung industrieller Produktionslinien. Gleichzeitig hat sich die Bilanz spürbar verbessert: Die Nettoverschuldung wurde innerhalb eines Jahres von 482 Millionen Euro auf 47 Millionen Euro gedrückt. Möglich wurde das unter anderem durch den Verkauf der Umwelttechniksparte sowie durch einen starken operativen Free Cashflow.

Auch operativ bleibt Dürr attraktiv: Der Serviceanteil am Umsatz liegt stabil bei rund 28 Prozent, was für planbare und margenstarke Erlöse sorgt. Dazu kommen ambitionierte Ziele bis 2030 mit mehr als sechs Milliarden Euro Umsatz, einer Ebit-Marge von mindestens acht Prozent und geplanten Kosteneinsparungen von rund 50 Millionen Euro jährlich durch den Abbau von 500 Verwaltungsstellen. Dürr könnte damit vor einem echten Wendepunkt stehen.

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