Stiller Profiteur des Datacenter-Booms. Die Aktie dieses Nischenplayers eilt gerade von Allzeithoch zu Allzeithoch. Analysten sehen weiteres Kurspotenzial für den Wasser-Spezialisten, der sich vom Armaturenhersteller zur digitalen Plattform entwickelt.
Mit dem Ausbau der Datacenter-Kapazitäten steigt auch der Bedarf an Komponenten entlang der Wasserinfrastruktur: von Druckreglern und Sicherheitsventilen über Wasseraufbereitungssysteme bis hin zu Sprinkleranlagen. Von diesem auf den ersten Blick unspektakulären Geschäftsmodell profitiert der amerikanische Spezialist für Wassermanagement, Watts Water, seit einiger Zeit deutlich.
In den vergangenen zwölf Monaten legte die Aktie um 65 Prozent zu. Besonders viel Schwung kam seit Juni in den Titel, als er das Allzeithoch vom Februar überwand. Allein im vergangenen Monat stieg der Kurs nochmals um 20 Prozent. BÖRSE ONLINE-Leser konnten von dieser Entwicklung bereits profitieren: Das Ende Mai ausgegebene Kursziel wurde inzwischen erreicht. Wer damals eingestiegen ist, liegt heute rund 33 Prozent im Plus.
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Barclays erhöht Kursziel
Die Analysten von Barclays trauen der Aktie trotz der starken Entwicklung weiteres Aufwärtspotenzial zu. Am Dienstag stufte die Bank die Aktie von Equal Weight auf Overweight hoch und erhöhte das Kursziel auf 414 Dollar. Als Hauptgrund nennt Barclays die wachsende Bedeutung von Rechenzentren für die Nachfrage nach Wasser-, Abwasser- und Kühltechnik.
Watts Water nutzt dieses Datacenter-Narrativ bereits seit Längerem geschickt: Der 1874 gegründete US-Konzern entwickelt sich vom klassischen Hersteller mechanischer Komponenten zu einem Anbieter vernetzter, datengetriebener Wassermanagementsysteme. Herzstück ist die 2024 eingeführte Plattform Nexa, die smarte Hardware wie Sensoren und Ventile mit einer Cloud-Software verbindet. Für Gebäudebetreiber bedeutet das Echtzeitüberwachung, automatische Warnmeldungen und detaillierte Analysen - für Watts Water höhere Kundenbindung und wiederkehrende Umsätze.
Solide Finanzen
Die erfolgreiche Transformation spiegelt sich auch in der operativen Entwicklung wider. Im ersten Quartal sprang der Umsatz um 21 Prozent auf 677 Millionen Dollar, der operative Gewinn um 52 Prozent auf 133 Millionen Dollar. Treiber war vor allem das Amerika-Segment mit starkem Wachstum im Rechenzentrumsgeschäft. Der Gewinn je Aktie lag zudem deutlich über den Erwartungen, die Jahresprognose wurde bestätigt.
Eine ausführliche Analyse der Aktie finden Sie in der BÖRSE ONLINE Ausgabe 22.
Häufig gestellte Fragen
Warum profitiert Watts Water vom Datacenter-Boom?
Weil Rechenzentren viel Infrastruktur für Wasser-, Abwasser- und Kühltechnik brauchen. Genau dort ist Watts Water stark aufgestellt.
Wie stark ist die Aktie in den vergangenen Monaten gestiegen?
In den vergangenen zwölf Monaten hat die Aktie rund 65 Prozent zugelegt. Allein im vergangenen Monat waren es nochmals etwa 20 Prozent.
Bleibt die Aktie trotz der Kursrally interessant?
Der KI-Booms sorgt weiterhin für einen schnellen Aufbau von Datacentern – eine Entwicklung, von der Watts Water direkt profitiert. Die Analysten von Barclays sehen weiter Potenzial und haben das Kursziel auf 414 Dollar angehoben.