Die Milliardäre sind so reich wie noch nie. Doch wie legen sie ihr Vermögen an? Neue Studien zeigen überraschende Schwerpunkte – und was Privatanleger daraus lernen können.

15,1 Billionen US-Dollar – so viel Vermögen besitzen die 3.795 Milliardäre weltweit zusammen. Allein im vergangenen Jahr kletterte das Vermögen der Superreichen um 12,8 Prozent.

Der Altrata Billionaire Census 2026 und der 2026 Global Family Office Report von J.P. Morgan geben nun spannende und teils überraschende Einblicke in die Vermögensstruktur dieser elitären Gruppe. Doch was können Privatanleger daraus für ihr eigenes Portfolio ableiten?

Darum setzen Milliardäre nicht nur auf Aktien

Mit 38,4 Prozent bilden börsennotierte Unternehmen die größte Assetklasse in den Portfolios der untersuchten Family Offices. Fast ebenso bedeutend sind jedoch private Investments, auf die im Durchschnitt 30,8 Prozent des Vermögens entfallen. Dazu zählen unter anderem Private Equity mit 9,8 Prozent, Immobilien mit 7,4 Prozent sowie direkt kontrollierte Unternehmensbeteiligungen mit 6,1 Prozent. Hinzu kommen weitere alternative Anlagen wie Hedgefonds, die im Schnitt 4,7 Prozent der Portfolios ausmachen.

Die Zahlen zeigen: Superreiche halten einen großen Teil ihres Vermögens in Unternehmen – entweder über die Börse oder über private Beteiligungen. Anders als Kleinanleger können sie dabei jedoch deutlich stärker auf Anlageformen wie Private Equity, direkte Unternehmensbeteiligungen oder Hedgefonds zurückgreifen, die für Privatanleger oftmals nur schwer oder gar nicht zugänglich sind.

Anleihen und Cash als Stabilitätsanker

Auch Sicherheit und Liquidität spielen für die Superreichen eine wichtige Rolle: Im Schnitt halten die Family Offices 14,8 Prozent ihres Vermögens in Anleihen und 7,8 Prozent in Cash. Während Anleihen laufende Erträge liefern, verschafft eine Cashreserve Stabilität und Flexibilität, um bei stärkeren Kursrückgängen gezielt nachzukaufen.

Gold und Krypto nicht gefragt

Trotz des jüngsten Goldbooms spielen Edelmetalle und andere Rohstoffe in den Portfolios der Superreichen nur eine untergeordnete Rolle. Im Schnitt entfallen lediglich 1,3 Prozent des Vermögens der untersuchten Family Offices auf Rohstoffe. Noch geringer ist mit gerade einmal 0,4 Prozent die durchschnittliche Gewichtung von Kryptowährungen.

Eine mögliche Erklärung für die geringe Kryptoquote könnte auch in der Altersstruktur liegen: Laut Altrata sind lediglich 8,6 Prozent der Milliardäre jünger als 50 Jahre. 48 Prozent sind hingegen bereits über 70 Jahre alt.

Fazit

Eine Geheimformel, mit der jeder schnell reich werden kann, liefern die Portfolios der Milliardäre leider nicht. Auffällig ist jedoch, wie stark ihr Vermögen an Unternehmertum und Unternehmensbeteiligungen hängt: Rund 73 Prozent des durchschnittlichen Milliardärsportfolios stecken laut Altrata in Beteiligungen an börsennotierten oder privaten Unternehmen. 

Für Privatanleger interessant ist außerdem, dass selbst milliardenschwere Family Offices einen Teil ihres Vermögens liquide halten, um bei stärkeren Kursrückgängen nachzukaufen. Gleichzeitig warnt J.P. Morgan davor, zu hohe Bargeldbestände über längere Zeit zu halten, da dies Rendite kosten kann.

Weiterführende Links

Häufig gestellte Fragen:

Wie investieren Milliardäre ihr Vermögen?

Ein großer Teil steckt in Unternehmen. Laut Altrata entfallen im Schnitt rund 73 Prozent des Milliardärsvermögens auf börsennotierte und private Unternehmensbeteiligungen.

Wie viel halten Superreiche in Aktien?

Die von J.P. Morgan untersuchten Family Offices halten durchschnittlich 38,4 Prozent ihres Vermögens in börsennotierten Aktien. Weitere 30,8 Prozent entfallen auf private Investments.

Spielen Gold und Kryptowährungen bei Superreichen eine große Rolle?

Nein. Rohstoffe machen im Schnitt nur 1,3 Prozent der Portfolios aus, Kryptowährungen sogar nur 0,4 Prozent.