Ölpreisschock, Milliarden-Reparaturbedarf, explodierende Nachfrage: Die Spannungen in der Golfregion machen Öl- und Gasdienstleister zu einem der heißesten Investmentthemen des Jahres. Welcher Konzern am stärksten profitiert und warum Baker Hughes die Nase vorn hat.

Die Ölmärkte bleiben in Aufruhr. Nachdem der Brent-Preis zeitweise die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel berührt hatte, fiel er zu Wochenbeginn knapp unter 90 Dollar – eine vorübergehende Erleichterung, die Experten jedoch nicht als Entspannung werten.

„Wir erwarten auf absehbare Zeit keine Normalisierung der Öl- und Gastransporte über die Straße von Hormus."

Helima Croft, Chefin der Anlagestrategie in Rohstoffmärkten bei RBC Capital Markets

Die Blockadedrohungen im Roten Meer und anhaltende Angriffe auf Infrastruktur in der Golfregion verschärfen die Lage zusätzlich. Experten schätzen die Kosten für die beschädigten Anlagen auf 34 bis 58 Milliarden Dollar – Tendenz steigend. 

Ältere Anlagen müssen unter erschwerten Bedingungen repariert werden, Ersatzteile und Logistik haben sich verteuert, und der Bedarf an Speicherkapazitäten sowie Infrastruktursicherung wächst. Genau das ist der Moment, auf den Ausrüster und Dienstleister der Öl- und Gasbranche gewartet haben.

Diagramm Ausrüstermarkt Öl
Foto: Boersenmedien AG
Mit Ausrüstung und Service für Öl- und Gaskonzerne werden 2026 weltweit 215 Milliarden Dollar umgesetzt. Geschätzter jährlicher Zuwachs bis 2030: rund 5,4 Prozent.

Baker Hughes: Mehr als ein Ölfeld-Dienstleister

Wer von diesem Umfeld profitieren will, kommt an Baker Hughes nicht vorbei. Das Unternehmen punktet besonders stark im Gasgeschäft: von der Förderung über die Verflüssigung bis hin zum Transport von LNG. Kompressoren, die in Bohrlöchern den Druck unterhalb des Gesteinsdrucks halten, ermöglichen dabei sogar das Fördern während des Bohrens – eine Technologie, die Baker Hughes zu einem der führenden Spezialisten der Branche macht.

Im Nahen Osten sicherte sich Baker Hughes zuletzt den Zuschlag für die LNG-Ausrüstung des North-Field-West-Projekts von Qatar Energy und verlängerte den Vertrag mit Saudi-Arabiens Aramco. Mögliche Rückgänge in der Region federt der Konzern über seinen hohen Auftragsbestand ab.

Zusätzlichen Schub bringt die im Juli abgeschlossene 14-Milliarden-Dollar-Übernahme von Chart Industries, einem Spezialisten für Gasverflüssigung und -transport.

Chart Baker Hughes
Foto: Boersenmedien AG

Für 2027 und 2028 erwarten Analysten, eine gewisse Entspannung in der Golfregion vorausgesetzt, deutlich überdurchschnittliches Wachstum für die Branche – getrieben durch den gewaltigen Reparatur- und Ausrüstungsbedarf. Baker Hughes ist dafür besser positioniert als die meisten Wettbewerber. 

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