KI-Boom auf Pump, knappe Rechenzentren und ein riskanter Anthropic-Börsengang: Jens Ehrhardt sieht wachsende Gefahren für die Märkte – bleibt für Technologiewerte aber zuversichtlich. Im Interview erklärt er, warum Zinsen, Staatsschulden, Trump und ein schwächelnder Dollar auch die Jahresendrally gefährden könnten.
Die KI-Euphorie hat eine gefährliche Kehrseite: Immer mehr Wachstum wird mit Schulden finanziert. „Die Fremdfinanzierung ist in der KI-Branche aktuell das größte Problem“, warnt Jens Ehrhardt, Chef der DJE Kapital AG, im Gespräch mit „Smartes Geld“. Hinzu komme der Mangel an Rechenzentren, der das Wachstum bremse. Dennoch bleibt der Fondsmanager zuversichtlich: KI sei weiterhin die Wachstumsbranche schlechthin, eine Erholung der Technologiewerte wahrscheinlich. Einen Vergleich mit der Dotcom-Krise um 2000 hält er für falsch.
Besonders kritisch sieht Ehrhardt den geplanten Börsengang von Anthropic. Er erwartet starke Kursschwankungen und Belastungen für den Gesamtmarkt. Ein Kursabsturz nach der Emission wäre ein herber Schlag für die Börse.
Sorgen bereiten ihm auch Staatsschulden und die Zinsen. Die Verschuldung zu bremsen erscheine nahezu unlösbar. Dabei bleibe der Zins der wichtigste Einflussfaktor für die Konjunktur. Die Warnung von BlackRock vor US-Aktien sollten Anleger ernst nehmen. Eine Umschichtung in Anleihen sei aber keineswegs zwingend.
Warum Trump mit einem neuen Iran-Krieg die Börsen gefährden könnte, der Dollar für Ehrhardt seinen Höhepunkt erreicht hat und die übliche Jahresendrally in Gefahr ist – das ausführliche Interview sehen Sie auf YouTube im Kanal „Smartes Geld“.