Bei SAP steht künstliche Intelligenz vor dem nächsten wichtigen Schritt. Finanzvorstand Dominik Asam erklärt, worauf es beim Einsatz von KI im Unternehmensgeschäft ankommt.

Der entscheidende Hebel liegt laut Asam nicht in Chatbots oder Programmierhilfen, sondern in der Einbindung von KI in zentrale Geschäftsprozesse. Nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen erklärte er, der "Löwenanteil“ des bisherigen KI-Einsatzes entfalle auf vergleichsweise einfache Anwendungen.

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SAP baut KI-Strategie aus

In vielen Bereichen seien die Anforderungen deutlich höher. „Wenn es in dem Prozess zu Halluzinationen kommt, werden sich die Fehler statistisch über mehrere Schritte hinweg tatsächlich verstärken“, sagte Asam. Deshalb seien dort „weitaus höhere Anforderungen an die Zuverlässigkeit“ nötig. Wie SAP diese Anforderungen erfüllen will, zeigt der Blick auf den KI-Assistenten Joule.

Mit Joule will SAP Daten, Anwendungen und KI-Agenten in einer Plattform verbinden. Der Assistent soll in Bereichen wie Finanzen, Personalwesen, Beschaffung und Lieferketten nicht nur Antworten liefern, sondern auch einzelne Abläufe ausführen. Dabei berücksichtigt er Sicherheits- und Compliance-Vorgaben. SAP baut seine KI-Strategie damit auf Geschäftsanwendungen und unternehmenseigenen Daten auf, statt allein auf ein möglichst leistungsfähiges Sprachmodell zu setzen.

Passend dazu: Der KI-Boom ist jedoch nicht nur für SAP spannend. Zahlreiche Unternehmen profitieren von dem Megatrend. Der Künstliche Intelligenz Index von BÖRSE ONLINE bündelt einige der größten Unternehmen in diesem Bereich.

SAP (WKN: 879535)

Darauf sollten Anleger jetzt achten

Die SAP-Aktie legte am Freitagmorgen nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen zeitweise um mehr als sechs Prozent zu. Der aktuelle Cloud-Auftragsbestand von 22,9 Milliarden Euro übertraf die Erwartungen und deutete damit auf eine robuste Nachfrage nach den Angeboten des Softwarekonzerns hin. Auch der Cloud-Umsatz in Höhe von 6,28 Milliarden Euro lag über den Erwartungen der Analysten.

Kurzfristig belasten die im Juli abgeschlossenen Übernahmen von Dremio und Prior Labs das operative Ergebnis. SAP muss zunächst zusätzliche Kosten und Verwässerungseffekte verkraften. Langfristig sollen die Zukäufe jedoch SAPs Position im Geschäft mit Unternehmens-KI stärken: Dremio verbessert den Zugriff auf verteilte Unternehmensdaten, während Prior Labs spezialisierte Modelle für strukturierte Geschäftsdaten einbringt. Für Anleger kommt es damit darauf an, ob SAP diese Technologie in zusätzliche Cloud-Umsätze und messbare Produktivitätsgewinne bei den Kunden übersetzen kann.

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Häufig gestellte Fragen

Kann künstliche Intelligenz klassische Software ersetzen?

KI kann einzelne Funktionen klassischer Software übernehmen, aber nicht automatisch ganze Unternehmenssysteme ersetzen. In vielen Fällen wird sie zunächst in bestehende Software integriert.

Welche Unternehmen konkurrieren mit SAP bei Unternehmens-KI?

Zu den wichtigsten Konkurrenten zählen Microsoft, Oracle, Salesforce und ServiceNow. Sie verbinden ebenfalls Unternehmenssoftware, Cloud-Dienste und KI.

Wie stark hängt SAP vom Cloud-Geschäft ab?

Die Cloud ist ein zentraler Wachstumstreiber für SAP. Anleger achten daher besonders auf Cloud-Umsatz, Cloud-Auftragsbestand und operative Marge.

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