Eigentlich hatten die Börsianer erst am 12. Mai mit Zahlen von Siemens Energy gerechnet. Doch nach den starken Quartalszahlen des US-Konkurrenten GE Vernova am Mittwoch konnten sich die Münchner offenbar nicht mehr zurückhalten.
Am Donnerstagabend nach Börsenschluss meldete Siemens Energy vorab Zahlen für das zweite Quartal und hob gleichzeitig die Jahresprognose an. Die Aktie schoss daraufhin im nachbörslichen Handel um weitere fünf Prozent in die Höhe, bis auf mehr als 187 Euro.
Der Grund für den Optimismus: Der Energietechnikkonzern meldet eine positive Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr und setzt sich aufgrund der starken Marktnachfrage höhere Ziele für das Gesamtjahr.
Das sind die neuen Jahresziele
Der um Währungs- und Portfolioeffekte bereinigte Umsatz werde 2026 um 14 bis 16 Prozent zulegen, teilte das Unternehmen mit. Bisher war Siemens Energy von 11 bis 13 Prozent ausgegangen. Die Ergebnis-Marge vor Sondereffekten soll nun 10 bis 12 Prozent erreichen (bisher: 9 bis 11). Beim Gewinn nach Steuern werden nun rund vier Milliarden Euro angepeilt, gegenüber einem Korridor von drei bis vier Milliarden zuvor. Der Free Cashflow vor Steuern soll bei rund acht Milliarden Euro und damit weit über der bisherigen Prognose liegen. Denn hier hatte der Konzern bisher vier bis fünf Milliarden anvisiert.
So lief das zweite Quartal
Im zweiten Quartal ist der Umsatz laut den Zahlen um 8,9 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum auf fast 10,3 Milliarden Euro gestiegen. Das war allerdings etwas weniger, als die vom Unternehmen befragten Experten erwartet hatten. Dafür übertraf der Auftragseingang mit 17,7 Milliarden Euro deren Prognosen klar, denn das bedeutet ein Plus von fast 30 Prozent.
Das Ergebnis vor Sondereffekten legte von 0,9 auf 1,2 Milliarden Euro zu. Die entsprechende Marge stieg von 9,1 auf 11,3 Prozent.
So sehen Investoren auf die Branche
Die Experten hatten beim Ergebnis sogar mit etwas mehr gerechnet. Doch die Börsenreaktion zeigt: Das interessiert gerade keinen mehr.
Am Mittwoch hatte GE Vernova ähnlich beeindruckende Zahlen gemeldet. Daraufhin war die Aktie der Amerikaner zweistellig gestiegen und hatte auch Siemens Energy um sechs Prozent nach oben gezogen.
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