Rekord bei Börsengängen: Weltweit sammelten Unternehmen in den ersten 9 Monaten 287,5 Milliarden US-Dollar ein. Im Mittelpunkt steht SpaceX, dessen Nasdaq-Debüt den IPO-Markt prägt. Wie stark das Wachstum ausfällt, wo die Grenzen der Euphorie liegen und welche Neulinge als besonders aussichtsreich gelten.

Der Börsenmarkt erlebt ein außergewöhnliches Jahr. In den ersten 9 Monaten sammelten Unternehmen weltweit 287,5 Milliarden US-Dollar über Börsengänge ein, so viel wie nie zuvor und rund 150 Prozent mehr als im Vorjahr. Zugleich sank die Zahl der Börsengänge laut EY um 4 Prozent auf 888.

Getragen wird der Boom vor allem von der Technologiebranche, die im dritten Quartal 67 Prozent des weltweiten Emissionsvolumens stellte. In den USA zeigt sich dieses Muster besonders deutlich: Ohne SPACs brachten 96 klassische Börsengänge 163 Milliarden US-Dollar ein, ein Plus von 395 Prozent. Das zweite Quartal war mit 104,8 Milliarden US-Dollar das stärkste der US-Geschichte, getragen von SpaceX.

Börsengänge weltweit – Emissionsvolumen
Foto: Boersenmedien AG

Gleichzeitig zeigen sich Grenzen der Euphorie. Steigende Anleiherenditen verteuern die Finanzierung, und KI-Investitionen lassen sich laut EY zunehmend nicht mehr aus laufenden Cashflows bestreiten. Der australische Rechenzentrumsbetreiber Firmus sagte seinen geplanten Börsengang kurzfristig ab, Anthropic verschob sein IPO auf November.

Im Mittelpunkt der IPOs steht SpaceX. Am 12. Juni debütierte das Unternehmen an der Nasdaq zu 135 US-Dollar je Aktie. Die Bewertung lag bei 1,77 Billionen US-Dollar, das Handelsvolumen bei rund 75 Milliarden US-Dollar.

Das operative Geschäft wächst kräftig. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 92 Prozent auf 7,81 Milliarden US-Dollar, das bereinigte Ebitda um 191 Prozent auf 3,54 Milliarden US-Dollar. Treiber ist Starlink mit 12 Millionen Kunden, doppelt so vielen wie vor einem Jahr. Als einziges Segment erwirtschaftete Starlink einen operativen Gewinn von 1,66 Milliarden US-Dollar. Unter dem Strich steht noch ein Verlust von 541 Millionen US-Dollar.

SpaceX Quartalszahlen
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Mit der Übernahme des landesweiten 800-MHz-Frequenzpakets von Grain Management erschließt sich SpaceX einen deutlich größeren Markt. Der Schritt rückt Starlink näher an einen klassischen Mobilfunkanbieter. Laut Medienberichten fließen rund 8 Milliarden US-Dollar in bar, offiziell ist der Preis nicht bestätigt.

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