Mizuho-Analyst Jordan Klein sieht trotz der starken Kursgewinne weiteres Potenzial bei bestimmten Chipaktien. Der Grund: Die Nachfrage nach Speicherchips für KI-Rechenzentren steigt, während sich die Versorgungslage weiter verschärfen könnte.
Der KI-Boom mit steigenden Verkaufspreisen treibt die Geschäfte des US-Speicherchipherstellers Micron – und dessen Aktien – kräftig an. Mizuho-TMT-Spezialist Jordan Klein sieht sogar noch mehr Potenzial bei den Chipherstellern.
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Klein setzt auf Knappheit statt auf einen kurzfristigen Kursschub
Laut dem US-Finanzportal "Investing.com" bewertet Klein Speicher- und Halbleiteraktien auch nach den Quartalszahlen von Micron als attraktiv. Ihm zufolge seien Micron und andere Speicherwerte „spottbillig“; zugleich dürfte sich der freie Cashflow der Unternehmen stark beschleunigen.
Micron habe mit seinen Zahlen bestätigt, dass die Versorgungslage bereits angespannt ist. Nach Einschätzung des Analysten dürfte sich dieser Engpass im kommenden Jahr weiter verschärfen. Das stärkt aus seiner Sicht die These, dass die derzeitige Ertragsentwicklung nicht nur ein kurzfristiger Ausschlag des stark zyklischen Speichermarktes sein muss.
Die Micron-Zahlen liefern dafür zumindest einige Anhaltspunkte: Der Konzern meldete für das vierte Geschäftsquartal einen Umsatz von 54,23 Milliarden US-Dollar und einen bereinigten Gewinn von 33,42 US-Dollar je Aktie. Zugleich stiegen die Verpflichtungen aus langfristigen Kundenverträgen auf 32 Milliarden US-Dollar. Micron rechnet zudem für die Geschäftsjahre 2027 und 2028 mit deutlich angespannteren Angebots- und Nachfragebedingungen bei Speicher und Storage. Ein großer Teil der HBM-Produktion für 2027 ist demnach bereits vertraglich gebunden.
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Micron: kräftige Erholung, aber noch Abstand zum Rekordhoch
Die Micron-Aktie schloss am 7. Oktober bei 1.088,00 US-Dollar und legte an diesem Tag 4,06 Prozent zu. Im vorbörslichen Handel am 8. Oktober lag der Kurs bei 1.068,84 US-Dollar, also 1,76 Prozent unter dem letzten Schlusskurs. Gemessen am 52-Wochen-Hoch von 1.255 US-Dollar notiert Micron damit rund 13 Prozent niedriger. Gleichzeitig liegt die Aktie mehr als 500 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 179,61 US-Dollar.
Micron hat also eine außergewöhnlich starke Aufwärtsbewegung hinter sich, ist zuletzt aber vom Hoch zurückgekommen. Für Kleins Argumentation ist vor allem der Abstand zum Hoch relevant: Trotz des enormen Kursanstiegs preist der Markt die erwartete Gewinnsteigerung offenbar nicht vollständig ein – jedenfalls dann, wenn die hohen Speicherpreise und die Auslastung tatsächlich länger anhalten.
Zudem ist Microns Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) mit rund 14,6 recht niedrig. Diese Kennzahl sollte bei einem zyklischen Speicherhersteller allerdings vorsichtig interpretiert werden. Hohe Gewinne in einer Boomphase können das KGV vorübergehend niedrig erscheinen lassen. Der entscheidende Test wird daher sein, ob Micron den freien Cashflow auch dann stabil halten kann, wenn die Speicherpreise wieder nachgeben.
SK Hynix und Samsung: Gegenbewegung und niedrige KGV
Klein richtet den Blick auch auf andere Chipunternehmen. So wertete er es laut "Investing.com" als positives Signal, dass SK Hynix und Samsung Electronics in Seoul zuvor stark gelaufen waren. Am 8. Oktober zeigte sich jedoch zunächst eine Gegenbewegung:
- SK Hynix: Schlusskurs 1.681.000 Won, Tagesverlust 2,44 Prozent. Das Papier liegt damit rund 44 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 2.987.000 Won, aber mehr als 317 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 403.000 Won. Das KGV wird mit etwa 7,4 angegeben.
- Samsung Electronics: Schlusskurs 262.000 Won, Tagesverlust 2,42 Prozent. Gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 374.500 Won ergibt sich ein Abstand von rund 30 Prozent; gegenüber dem Tief von 90.200 Won liegt die Aktie rund 191 Prozent höher. Das ausgewiesene KGV beträgt etwa 11,7.
Beide Aktien haben sich von ihren Tiefständen massiv erholt, notieren aber trotz der strukturellen KI-Nachfrage deutlich unter ihren jüngsten Hochs. Das spricht einerseits für weiteres Potenzial, andererseits zeigt es, dass die Skepsis noch da ist.
Bei Samsung kam am 8. Oktober ein zusätzlicher Belastungsfaktor hinzu: Obwohl der Konzern einen Rekordausblick für das dritte Quartal gemeldet hatte, gab die Aktie nach. Das ist ein klassisches Zeichen für einen Markt, in dem gute Nachrichten bereits teilweise eingepreist sind. Für Kleins These ist das nicht zwingend negativ; es zeigt aber, dass steigende Gewinne allein nicht automatisch zu weiter steigenden Kursen führen.
Was das für Anleger bedeutet
Klein merkte zudem an, dass optimistische Anleger angesichts der Zahlen an ihrer positiven Haltung zu Speicherchips, Halbleitern und dem KI-Thema festhalten würden. Skeptiker würden hingegen kaum umgestimmt. Die Zahlen bestätigen also die bullishe Erzählung, erzeugen aber nicht automatisch eine neue Käuferschicht.
Für die kommenden Quartale wird daher entscheidend sein, ob sich die anhaltende Knappheit in dauerhaft höheren Margen und einem deutlich steigenden freien Cashflow niederschlägt. Micron, SK Hynix und Samsung erscheinen im Vergleich zu vielen hoch bewerteten Wachstumswerten zwar moderat bewertet und bieten bei einer Fortsetzung der KI-getriebenen Nachfrage weiteres Potenzial. Ihre Aktien bleiben jedoch eng an den zyklischen Verlauf des Speichermarktes gekoppelt.
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Häufige Fragen
Warum sieht Jordan Klein weiteres Potenzial bei Speicheraktien?
Jordan Klein erwartet, dass die knappe Versorgung mit Speicherchips anhält und sich im kommenden Jahr weiter verschärft. Dadurch könnten Umsatz, Margen und freier Cashflow der Hersteller weiter steigen.
Wie haben sich Micron, SK Hynix und Samsung zuletzt entwickelt?
Alle drei Aktien haben sich von ihren 52-Wochen-Tiefs deutlich erholt, liegen jedoch weiterhin unter ihren jüngsten Hochs. Das zeigt sowohl die Stärke des KI- und Speicherchipbooms als auch die anhaltende Skepsis der Anleger.
Welche Risiken bestehen trotz der positiven Aussichten?
Speicheraktien bleiben zyklisch. Sollten die Nachfrage nachlassen, die Preise sinken oder neue Kapazitäten schneller als erwartet auf den Markt kommen, könnten Gewinne und Aktienkurse unter Druck geraten.
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