Das Zeitalter der Elektrizität hat begonnen. KI-Rechenzentren, Elektromobilität und Klimaschutz lassen die Stromnachfrage kräftig steigen. Der größte Engpass sind dabei nicht die Kraftwerke, sondern die Stromnetze. Welche Unternehmen vom Netzausbau besonders profitieren.

Die Internationale Energieagentur (IEA) spricht bereits vom „Zeitalter der Elektrizität“. Gemeint ist, dass Strom in Energiesystemen und Volkswirtschaften eine immer zentralere Rolle spielt. Die IEA erwartet, dass 2026 rund zwei Billionen US-Dollar der weltweiten Energieinvestitionen in den Stromsektor fließen. Das sind knapp 60 Prozent der Gesamtsumme von 3,4 Billionen US-Dollar.

Getrieben wird diese Entwicklung von mehreren Faktoren gleichzeitig: Klimaschutz, Energiesouveränität, Elektrifizierung und KI-Rechenzentren. Die IEA rechnet mit einem jährlichen Wachstum der weltweiten Stromnachfrage von durchschnittlich 3,6 Prozent bis 2030. Effizienzgewinne etwa bei Chips von Nvidia können diesen Anstieg zwar dämpfen, doch der Trend zeigt klar nach oben.

Anteil fossiler Strom
Foto: Boersenmedien AG

Ein Engpass wird dabei immer deutlicher: die Netze. Viele Stromnetze sind veraltet, müssen erneuert, ausgebaut und digitalisiert werden. Allein die Warteschlangen sind lang. Laut IEA warteten 2025 erneuerbare Erzeugungs- und Batteriegroßspeicherprojekte mit über 2.500 Gigawatt Kapazität auf einen Netzanschluss.

Wartezeiten Netzanschluss
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Netzengpass als Chance: Zwei Unternehmen mit Rückenwind aus dem Auftragsboom

Ein Unternehmen, das von diesem Trend besonders profitiert, ist Siemens Energy. Der Konzern deckt mit dem Geschäftsbereich Grid Technologies zentrale Teile der Netzinfrastruktur ab, von Transformatoren und Schaltanlagen bis zu Batteriespeichern und Netzsoftware. Im dritten Geschäftsquartal stiegen Auftragseingang und Umsatz im Netzgeschäft um knapp 30 Prozent, der Gewinn vor Sondereffekten sogar um über 60 Prozent.

Ebenfalls interessant ist Prysmian. Der Mailänder Konzern ist der größte Kabelhersteller der Welt und liefert Hoch- und Höchstspannungskabel für Offshore-Windparks und internationale Stromverbindungen. Nach einem Rekordquartal hob Prysmian die Prognose für bereinigtes Ebitda und Free Cashflow 2026 an.

Doch neben Siemens Energy und Prysmian hat die Redaktion 7 weitere Unternehmen als besonders aussichtsreich eingestuft. Welche das sind, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe von €uro – Das Magazin für Wirtschaft und Geld.

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