Riot Platforms | A2H51D

Mit AMD als erstem Ankermieter und riesigen Stromreserven mischt der einstige Bitcoin-Miner nun im boomenden KI-Infrastrukturgeschäft mit.

Möglichst viel Bitcoin anhäufen und langfristig halten – das einst gefeierte Treasury-Modell scheint bereits wieder aus der Mode zu kommen. Während Strategy (ehemals MicroStrategy) Ende Mai mit dem Verkauf von 32 Coins (rund 0,004 Prozent des Bestands) für Turbulenzen am Kryptomarkt gesorgt hat, hat der Bitcoin-Miner Riot Platforms seit Jahresbeginn mit 3.688 Einheiten bereits fast ein Fünftel seiner Position abgebaut. Allein im ersten Quartal hat Riot damit rund 290 Millionen Dollar erlöst. Geld, das der Konzern gut brauchen kann, denn er steckt mitten in einem Strategiewechsel – weg vom reinen Bitcoin-Miner hin zu einem KI- und Cloud-Infrastrukturdienstleister.

Der Grund: Die Nachfrage nach Rechenleistung für Cloud-Anwendungen und Künstliche Intelligenz kennt derzeit keine Grenzen. Der Flaschenhals für die Tech-Konzerne ist nicht mehr (nur) die Verfügbarkeit von Mikrochips, sondern deren Versorgung mit Energie. Und davon hat Riot eine ganze Menge. Mit einem bereits genehmigten und operativen Stromportfolio von insgesamt 1,7 Gigawatt (GW) an strategisch günstigen Standorten im US-Bundesstaat Texas sowie weiteren 0,3 GW in Kentucky hat Riot einen enormen Wettbewerbsvorteil. Neue Rechenzentren zu planen, zu genehmigen und an das Stromnetz anzuschließen, ist ein langwieriger Prozess und dauert oft Jahre. Riot dagegen besitzt die fertige Netzinfrastruktur bereits. Und um den enormen Energiehunger der Rechenzentren auch in Zukunft stillen zu können, wurde im Mai eine extrem spannende Partnerschaft mit Terrestrial Energy geschlossen, einem Spezialisten für kleine modulare Kernreaktoren (SMRs).

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bitcointreasuries.net
Riot hat bis April fast ein Fünftel des Bitcoin-Bestands veräußert, um den laufenden Strategiewechsel zu finanzieren.

AMD ist an Bord – wer folgt?

Ende 2024 hat das Unternehmen den Ausbau der Mining-Kapazitäten im texanischen Corsicana auf Eis gelegt. Am mit Abstand größten Standort von Riot entsteht stattdessen nun ein Mega-Rechenzentrum mit bis zu 756 Megawatt (MW) IT-Kapazität. Die Anlage ist speziell auf die Bedürfnisse von Hyperscalern zugeschnitten. Die Analysten von Needham erwarten, dass Riot in den kommenden Wochen einen großen oder mehrere kleinere Mieter für die ersten Blöcke in Corsicana bekannt geben wird. In einem Gespräch mit dem Top-Management von Riot war die Rede von Verhandlungen mit etwa zehn potenziellen Interessenten, berichtete Needham-Experte John Todaro.

Am rund 200 Kilometer entfernten Standort in Rockdale ist Riot schon einen großen Schritt weiter. Mit AMD ist dort im Januar ein prominenter Ankermieter eingezogen. Bereits nach wenigen Wochen hat der Halbleiterkonzern die angemieteten Kapazitäten dort auf 50 MW verdoppelt. Perspektivisch ist im Rahmen der 10-jährigen strategischen Partnerschaft eine Ausweitung auf bis zu 200 MW möglich.

Für den laufenden Strategiewechsel war der AMD-Deal ein Meilenstein, der sich inzwischen auch in der Bilanz von Riot bemerkbar macht. Im ersten Quartal hat das Unternehmen erstmals Umsätze seines Data-Center-Geschäfts ausgewiesen. Mit rund 33,2 Millionen Dollar hat die neue Sparte direkt gut 20 Prozent zum gesamten Quartalsumsatz beigesteuert. Im zweiten Quartal dürfte der Spartenumsatz noch deutlich höher ausfallen, denn bis Ende März standen erst fünf der initialen 25 MW Kapazität für AMD bereit. Der große Rest sollte bis Ende Juni ans Netz gehen.

Bitcoin-Bestand sichert die Finanzierung

Wenn Riot voraussichtlich Ende Juli die Q2-Zahlen präsentiert, wird zudem spannend, ob der Bitcoin-Bestand weiter reduziert wurde. Ende des ersten Quartals hielt die Firma 15.680 Bitcoin, die zu aktuellen Kursen rund 980 Millionen Dollar wert sind. Diesen Liquiditätspool will Riot auch künftig nutzen, um die hohen Vorabinvestitionen in den Ausbau der Rechenzentren zu stemmen. Dafür kommt das Unternehmen bislang ohne neue Schulden oder Kapitalerhöhungen aus. Perspektivisch sichert sich Riot durch die Neuausrichtung als Energie- und Infrastrukturdienstleister für den boomenden KI-Sektor langfristig planbare, wiederkehrende und vor allem hochmargige Umsätze, die völlig unabhängig von den Schwankungen des Bitcoin-Kurses fließen.

Das honorieren auch die Anleger. Ungeachtet des jüngsten Rücksetzers im KI-Sektor hat die Aktie seit Jahresbeginn rund 125 Prozent zugelegt und den charttechnischen Ausbruch aus dem jahrelangen Abwärtstrend bestätigt. Auch der horizontale Widerstand im Bereich von 24 Dollar ist inzwischen gebrochen. Damit rückt nun das Mehrjahreshoch von Anfang 2021 bei 79,50 Dollar in den Blick. Das nächste Zwischenziel der laufenden AKTIONÄR-Empfehlung liegt bei 45 Euro (etwa 51 Dollar).

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Fazit

Jetzt zugreifen!

Der Bedarf an Energie- und Rechenkapazitäten für KI- und Cloud-Anwendungen ist gigantisch – und Riot kann liefern. Der nächste große Deal dürfte daher nicht mehr lange auf sich warten lassen und auch der Aktie weiteren Rückenwind liefern. Die spekulative Kaufempfehlung gilt weiterhin.